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Da ich mich nun endlich mal mit seinem Gesamtwerk näher auseinandersetzen möchte, und bisher erst ein Best Of besitze, würd mich sehr interessieren mit welchem Album beginnt man am besten? Gibt es Alben von ihm die man nicht braucht?
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Werbungchocolate milkDa ich mich nun endlich mal mit seinem Gesamtwerk näher auseinandersetzen möchte, und bisher erst ein Best Of besitze, würd mich sehr interessieren mit welchem Album beginnt man am besten? Gibt es Alben von ihm die man nicht braucht?
Gaaanz einfach: Unbedingt mit Histoire de Melody Nelson anfangen.
Dann würde ich „Initials BB“ empfehlen.
Dazu kannst Du dann wunderbar die Biographie v. Sylvie Simmons lesenhier steht auch schon was über Serge:
http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=523&highlight=Serge+Gainsbourg
Auch die Reggae Collaboration „Aux et caemera“ ist sehr gelungen.
Zwischen 59 und 79 kann man kaum was falsch machen. Inzwischen hab ich die komplette Box und bin immer wieder erstaunt wie vielseitig er ist.
Die Aufnahmen aus den 80ern gefallen mir nicht so besonders.
Falls Du französisch verstehst wird es natürlich ein besonderes Erlebnis.
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“It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
Beiträge: 0
@ChoMi: Ich würde mit „Initials BB“ beginnen. Großartiges Album, elegante Blaupause zwischen Chanson, purem Pop, Kitsch und Camp. Das Titelstück, „Ford Mustang“ und „Bonnie and Clyde“ sind ewige Klassiker.
Danach dann mal in „Jane Birkin et Serge Gainsbourg“ reinhören und bei „Je t’aime moi non plus“ wahlweise an Ingrid Steeger oder an den Traummann Deiner Wahl denken. Auf alle Fälle die Schalosien herablassen.
„Histoire de Melody Nelson“ ist selbstverständlich ebenfalls ein heisser Tipp, die üppig ausladenden Arrangements von Jean-Claude Vannier fallen indes aber etwas aus dem SG Rahmen. Ich bevorzuge und empfehle stattdessen das ungleich bessere und packendere „L’homme à tete de chou“, eine Pop-Oper mit Reggae Touch und eines der besten Alben des ferkelnden Franzosen.
Mein absoluter Top-Favorit unter allen Serge Gainsbourg Alben ist und bleibt aber „Vu de l’Exterieur“. Ein sehr ruhiges und reduziertes Album, fast schon eine waschechte Singer/Songwriter Angelegenheit. Wer der französischen Sprache einigermaßen mächtig ist, dürfte beim Durchforsten der Texte allerdings mit hochrotem Kopf dasitzen! Gainsbourg aalt und suhlt sich in allem was stinkt, gießt jedoch über sein deftiges Fäkalpanoptikum die wunderschönsten, süßesten und todtraurigsten Melodien, die man sich vorstellen kann.
Regelrechte Katastrophen (musikalisch wie textlich) sind etliche spätere Gainsbourg Alben wie bspw. „Rock around the Bunker“ und „Love on the Beat“. Die gilt es zu meiden.Die sehr gute Gainsbourg Biographie „A Fistful of Gitanes“ (deutsch: „Für eine Hand voll Gitanes“) von Sylvie Simmons ist ebenfalls eine Bereicherung.
Viel Spass schonmal!
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Sehr schwer…ich finde es immer ganz schön chronologisch vorzugehen, da man da (gerade bei Gainsbourg) so schön de Entwicklung sehen kann
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@ChoMi: pich hat eigentlich schon eine ganz gute (Kauf-)Einführung gegeben. Als Einstiegsalbum würde ich dir „Histoire de Melody Nelson“ empfehlen, sein bestes und wichtigstes Werk. „L’homme à tete de chou“ und „Vu de l’Exterieur“ sind eher advanced listening, dabei aber nicht minder großartig:
„L’Homme“ handelt, grob umrissen, von einem Mann, der seine untreue Mätresse mit einem Feuerlöscher erschlägt, sie mit Schnee bedeckt und dann so lange onaniert, bis sich sein Kopf in einen – ähm – Kohlkopf verwandelt. Der letzte Akt spielt dann in einer Nervenheilanstalt. Die Musik wird der Abenteuerlichkeit des Konzeptes durchaus gerecht, mischt sie doch Reggae mit Chanson, elektronische Spielerein mit dem wagnerschen Bombast eines „Melody Nelson“.
„Vu de’l Exterieur (Rück- bzw. Hinternansicht) beschäftigt sich v.a. mit der menschlichen Verdauung und ihren Folgen für den Liebesakt, dies aber in überaus eingängiger und bewegender Weise. „Je suis venu te dire que je m’en vais“ dürftest du – unabhängig von deiner Best Of – schon kennen,
„Sensuelle et sans suite“ und der Titeltrack sind ähnlich gelungen.„Initials B.B.“ ist sicherlich DAS Popmeisterwerk Gainsbourgs: „Ford Mustang“, „Bonnie And Clyde“, „Qui est „In“ Qui est „Out“, „Hold Up“ etc. pp.
Aus der Frühphase sind das Debüt „Du Chant A La Une“, „No. 4“ (beide stehen dem klassischen Chanson recht nahe, Serge singt mehr als er flüstert)und „Gainsbourg Percussions“ (Chanson trifft afrikanische Rhythmen)uneingeschränkt zu empfehlen.
Einen guten Überblick über Serges Karriere, mit Clips und Auftritten aus allen Schaffensphasen, bietet übrigens die vorzügliche (und durchaus erschwingliche) Doppel-DVD „D’autres nouvelles des Etoiles“.
Da du dich anfänglich ja ausdrücklich auf sein Gesamtwerk bezogst, darf an dieser Stelle auch nicht unterschlagen werden, dass er einige seiner besten Songs entweder für andere Künstler (France Gall, Jane Birkin, Francoise Hardy et al.) schrieb, auf deren Alben diese folglich auch zu finden sind, oder zu Filmen beisteuerte. Als ersten (wenn auch keineswegs erschöpfender) Überblick lege ich dir deshalb noch die Box „Le Cinéma de Serge Gainsbourg“ ans Herz.
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Danke für die ausführlichen Antworten. Ihr scheint vom Großteil seines Werks schwer begeistert zu sein, mit Ausnahme der Alben aus den 80ern. Ich denke, ich beginne dann mal mit „Histoire De Melody Nelson“, „Initials BB“ und „Le Cinéma De Serge Gainsbourg“, dass eine Pop-Oper mit Reggae Touch gut klingt („L’Homme à Tete De Chou“), kann ich mir nicht vorstellen, und dass mir das von Krautathaus empfohlene „Aux Et Caemera“ gefällt bezweifel ich auch aber ich werd reinhören und schauen ob’s nicht vielleicht doch auf seine Art spannend ist. Ich bin gespannt!
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chocolate milkDanke für die ausführlichen Antworten. Ihr scheint vom Großteil seines Werks schwer begeistert zu sein, mit Ausnahme der Alben aus den 80ern. Ich denke, ich beginne dann mal mit „Histoire De Melody Nelson“, „Initials BB“ und „Le Cinéma De Serge Gainsbourg“, dass eine Pop-Oper mit Reggae Touch gut klingt („L’Homme à Tete De Chou“), kann ich mir nicht vorstellen, und dass mir das von Krautathaus empfohlene „Aux Et Caemera“ gefällt bezweifel ich auch aber ich werd reinhören und schauen ob’s nicht vielleicht doch auf seine Art spannend ist. Ich bin gespannt!
Für den Einstieg sind „Initials B.B.“ und „Melody Nelson“ natürlich bestens geeignet. Mit „Le Cinéma“ würde ich vielleicht noch ein wenig warten, da die Box eher zur Vertiefung geeignet ist. Neben A-Klasse-Tracks wie „L’Eau à la Bouche“, „Manon“, „Cannabis“, „Requiem pour un con“, „Sex-Shop“ und „Dieu fumeur de havanes“ enthält sie eine Menge Instrumentals (von stark unterschiedlicher Qualität).
„L’Homme à Tete De Chou“ enthält nur einen einzigen Reggea-Song, nämlich „Marilou reggae dub“. Aber, wie schon gesagt, Reggea ist hier nur eine kleine Facette. Sollte dir „Melody Nelson“ zusagen, wirst du „L’Homme“ auch mögen.
„Aux armes et caetera“ hingegen ist ein reines Reggae-Album und nur streckenweise interessant. Zumindest der Titeltrack sollte auf deiner Best Of vertreten sein und dir einen ersten Eindruck geben.
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MelodyNelsonFür den Einstieg sind „Initials B.B.“ und „Melody Nelson“ natürlich bestens geeignet. Mit „Le Cinéma“ würde ich vielleicht noch ein wenig warten, da die Box eher zur Vertiefung geeignet ist. Neben A-Klasse-Tracks wie „L’Eau à la Bouche“, „Manon“, „Cannabis“, „Requiem pour un con“, „Sex-Shop“ und „Dieu fumeur de havanes“ enthält sie eine Menge Instrumentals (von stark “ unterschiedlicher Qualität).
„Aux armes et caetera“ hingegen ist ein reines Reggae-Album und nur streckenweise interessant. Zumindest der Titeltrack sollte auf deiner Best Of vertreten sein und dir einen ersten Eindruck geben.
„Histoire De Melody Nelson“ und „Initials B.B“ hab‘ ich gerade bestellt. Ich werd‘ Bericht erstatten, Monsieur Nelson. Das Best Of Album, dass sich in meinem Besitz befindet beinhaltet übrigens folgende Songs (ich hab‘ irgendwie das Gefühl es interessiert dich :-)):
Le Poinconneur Des Lilas
Intoxicated Man
La Javanaise
Chez Les Yé-yé
Couleur Café
Qui Est In Qui Est Out
Docteur Jekyll Et Monsieur Hyde
Bonnie And Clyde
Ford Mustang
Initials B.B.
Requiem Pour Un Con
Je T’Aime Moi Non Plus
L’Anamour
69 Année érotique
Sous Le Soleil Exactement
Ballade De Melody Nelson
La Décadanse
Je Suis Venu Te Dire Que Je M’En Vais
L’homme à Tête De Chou
Marilou Sous La Neige
Sea Sex And Sun
Aux Armes Et Caetera
Dieu Fumeur De HavanesSein Name ist „Initials SG“, klingt viel zu technisch wenn du mich fragst. Was sagst du zur Mischung???
Meine bisherigen Lieblingssongs: Le Poinconneur Des Lilas, Intoxicated Man, Docteur Jekyll Et Monsieur Hyde, Bonnie And Clyde, Ford Mustang, Je T’Aime Moi Non Plus und La Décadanse
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chocolate milkDas Best Of Album, dass sich in meinem Besitz befindet beinhaltet übrigens folgende Songs (ich hab‘ irgendwie das Gefühl es interessiert dich :-))
Danke, das hat mich wirklich interessiert. Irgendwie traute ich mich nicht, danach zu fragen.
Für einen ersten Überblick ist die Best Of durchaus geeignet, da sie alle Schaffensphasen Revue passieren lässt, und dabei klugerweise die 80er ausblendet – obwohl die so schlimm auch nicht waren.
Schön ist auch, dass neben den offensichtlichen Hits der 60er auch non-Album-Cuts wie „Requiem Pour Un Con“, „La Décadanse“, oder „Dieu Fumeur De Havanes“ und gleich zwei Tracks von „L’homme“ enthalten sind.
Deine Song-Favoriten kannst du übrigens auch in diesem Thread posten: http://forum.rollingstone.de/showthread.php?t=21992&highlight=fabelhafte+welt+serge
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@Choki: bei der Auswahl ist nur das Titelstück von Melody Nelson dabei. Jetzt kannst Du noch das komplette Konzeptalbum entdecken.
Schade, daß auf vielen Samplern „Manon“ nicht drauf ist. Der gefällt mir auch sehr gut:
http://www.youtube.com/watch?v=xFXWkC71dCk
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“It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike RoykoFalls jemand in nächster Zeit mal nach Paris kommt: in der „Cité de la Musique“ läuft seit ein paar Wochen eine große Serge-Gainsbourg-Ausstellung, die z.B. von „Le Monde“ sehr gelobt wurde, da hier nicht einfach Einrichtungsgegenstände und Tagebücher ausgestellt werden, sondern sehr multimedial vorgegangen wurde. So kann man in einem Raum über zahlreiche Kopfhörer in verschiedene Platten von Gainsbourg und die seiner musikalischen Vorbilder hineinhören. Auch Gemälde aus seinem Privatbesitz sind anscheinend ausgestellt.
Ich hab’s selbst noch nicht hingeschafft, aber die Ausstellung steht fest auf meinem Programm!
Hier gibt’s mehr Informationen: http://www.cite-musique.fr
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Gibt es außer der Sylvie Simmons-Bio noch weitere lesenswerte (übersetzte) Literatur zu Gainsbourg?
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sieht sehr verlockend aus!
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #163: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records (Teil 2), 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tbaHeute um 22:55 auf ARTE
Serge Gainsbourg
Refrain eines Lebenshttp://www.arte.tv/guide/de/050351-000/serge-gainsbourg
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Exile on Main Street wird vollkommen überbewertetGerade angeschaut – klasse Dokumentation, vielen herzlichen Dank für den Hinweis!
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #163: Neuentdeckungen aus dem Katalog von CTI Records (Teil 2), 13.5., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba -
Schlagwörter: Serge Gainsbourg
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