Mikkos 7" Faves

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  • #10720239  | PERMALINK

    august-ramone
    Ich habe fertig!

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    Danke @mikko. Kennst du die Betrieber der Seite zufällig?

    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #10720399  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

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    Toll, mikko!

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    If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.
    #10720423  | PERMALINK

    mikko
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    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

    Beiträge: 34,409

    august-ramoneDanke @mikko. Kennst du die Betrieber der Seite zufällig?

    Du meinst 45cat? Nee, die kenne ich nicht. Ist aber m.E. die beste Webseite für Singles.

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    Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!
    #10721745  | PERMALINK

    ragged-glory

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    Mikko, wie lange gab es die Woolworth-Grabbeltische mit den 7inches denn? In meiner Heimatstadt gab es auch einen Woolworth, aber dort ist mir so etwas nie aufgefallen.

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    #10721809  | PERMALINK

    mikko
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    Moderator / Juontaja

    Registriert seit: 15.02.2004

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    ragged-gloryMikko, wie lange gab es die Woolworth-Grabbeltische mit den 7inches denn? In meiner Heimatstadt gab es auch einen Woolworth, aber dort ist mir so etwas nie aufgefallen.

    So genau erinnere ich mich nicht. Aber zumindest bis Ende der 60er. Danach hab‘ ich dann auch nicht mehr so darauf geachtet. Es gab aber auch in anderen Läden immer mal wieder solche Wühltische oder besondere Angebotsecken. Und wenn alteingesessene Musik Handlungen sich verkleinerten oder ganz dicht machten, dann gab es auch immer einen Ausverkauf von Archiv Platten oder Restbestände aus dem Lager. Ich hab da auch später in der 70ern und 80ern immer wieder heute gesuchte Raritäten für den sprichwörtlichen Appel und’n Ei gefunden, wie z.B. die Single von Inner Space & Rosy Rosy – Kamera Song für 1,- DM.

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    #10721819  | PERMALINK

    mistadobalina

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    Beiträge: 20,701

    Ja, bei Woolworth gab es öfter solche Grabbeltische. Ich bin in Kassel oft nach der Schule dorthin und habe sie durchwühlt. Das war immer toll, wenn man eine gute Single dort ergattern konnte. Ich hab dort für eine Mark „No Matter What Shape“ von The T-Bones gekauft – und ich hatte lange danach gesucht, ein Glücksmoment.

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    When I hear music, I fear no danger. I am invulnerable. I see no foe. I am related to the earliest time, and to the latest. Henry David Thoreau, Journals (1857)
    #10722137  | PERMALINK

    ragged-glory

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    Beiträge: 11,220

    Wo stecken @otis und @tops? Die Herren dürften sich bei dieser Steilvorlage doch nicht bittenlassen, hier zu kommentieren?

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    #10722167  | PERMALINK

    mikko
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    Moderator / Juontaja

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    ragged-gloryWo stecken @otis und @tops? Die Herren dürften sich bei dieser Steilvorlage doch nicht bittenlassen, hier zu kommentieren?

    Mit tops habe ich erst vorgestern persönlich gesprochen. Er ist z.B. nach wie vor der Meinung, dass man „2000 Light Years From Home“, so toll diese Single auch ist, in keiner Jahres- oder sonstigen Bestenliste berücksichtigen kann, weil die Single ohne Wissen der Band nur in Deutschland und nicht im UK veröffentlicht wurde. Eine Diskussion, die wir allerdings an anderer Stelle führen sollten. Zu otis kann ich nur sagen, er hat sich doch hier schon lange nicht mehr blicken lassen, könnte aber sicher zu den von mir beschriebenen Singles das eine oder andere beitragen.

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    #10722275  | PERMALINK

    ragged-glory

    Registriert seit: 22.03.2007

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    Zumindest war otis gestern eingeloggt, insofern könnte er den Thread gesehen haben.

    Ich habe vorhin auf einem Flohmarkt doch mal wieder 60s-Singles ergattert: The Scaffolds „Gin Gan Goolie“, John Walkers „Annabella“ und Sandie Shaws „Think It All Over“. Was hältst Du von diesen Platten?

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    #10722279  | PERMALINK

    gipetto

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    Beiträge: 8,101

    Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinem Beitrag gemacht hast, @mikko. Habe die Sendung gehört und Deine schriftlichen Anekdoten zu den einzelnen Singles an dieser Stelle waren eine prima Nachbereitung. Ein ganz tolles Vergnügen war das! :good:

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    "Really good music isn't just to be heard, you know. It's almost like a hallucination." (Iggy Pop)
    #10722333  | PERMALINK

    mikko
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    Moderator / Juontaja

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    ragged-gloryZumindest war otis gestern eingeloggt, insofern könnte er den Thread gesehen haben.
    Ich habe vorhin auf einem Flohmarkt doch mal wieder 60s-Singles ergattert: The Scaffolds „Gin Gan Goolie“, John Walkers „Annabella“ und Sandie Shaws „Think It All Over“. Was hältst Du von diesen Platten?

    Alle drei kenne ich zwar, besitze sie aber nicht. von Scaffold habe ich nur „Thank U Very Much“ und „Lily The Pink“, beide gehören nicht zu meinen Top Favoriten und „Gin Gan Goolie“ auch nicht. „Annabella“ ist hübsch, aber nicht essenziell. Gleiches gilt für „Think It All Over“.

    Danke, @gipetto, man tut was man kann.

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    #10724331  | PERMALINK

    ragged-glory

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    mikko01. VELVETEEN RABBIT – Mind-Numbing Entertainment (7” HoZac) Debüt Single dieser wunderbaren Band aus New York City mit bestem mitreissendem Glam Pop und Rock. Ohrwurm, Ohrwurm, Ohrwurm!

    Mikko, ich habe auf dem Facebook-Profil der Band gelesen, dass ein amerikanischer DJ – WFMUs Evan ‚FUNK‘ Davies – die Debüt-Single ebenfalls zur besten 45 des vergangenen Jahres gewählt hat. Velveteen Rabbit sind entzückt. Und wir sind vermutlich in guter Gesellschaft. Cheers!

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    #10769867  | PERMALINK

    mikko
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    Wieder ein Block von diesmal 19 Singles, die zwischen 1966 und 1969 erschienen. Die Cover stammen mit einer Ausnahme von den deutschen Veröffentlichungen. Die Auswahl der Singles folgt keinem festgelegten Muster. Es sind einerseits Singles, die ich besonders toll finde, andererseits sind etliche dabei, die in irgendeiner Weise meine besondere Aufmerksamkeit auf sich zogen. Nicht alle Singles dieses Blocks kannte ich schon damals, als sie rauskamen. Und die meisten habe ich tatsächlich auch erst wesentlich später erworben. Die Reihenfolge der Vorstellungen ist chronologisch.

    Syndicate Of Sound – Little Girl / You (Columbia Stateside C 23 236, 07/1966)

    Diese Single kannte ich im Jahr 1966 noch nicht. Wann ich sie zum ersten Mal hörte, weiß ich nicht genau. Es muss aber so Mitte der 1970er Jahre gewesen sein. Wahrscheinlich lernte ich den Track durch irgendeinen Sampler kennen. In den USA war „Little Girl“ ja ein veritabler Hit. Der größte der der kalifornischen Garage Pop Band. Und es ist ja tatsächlich auch eine ganz herzallerliebste Teen Pop, Garage Pop Nummer, schlicht aber absolut effektiv. Jangelnde Gitarren, schepperndes Schlagzeug und eine absolut eingängige kleine Melodie. Besser geht’s nicht! Auf der B-Seite ein eher melancholisches Garage Pop Stück mit Flötensolo und dezentem Piano unterlegt. Absolut stimmig. Die A-Seite ist aber natürlich der Klassiker schlechthin. Dabei wollte die Aufnahme wohl zunächst niemand veröffentlichen. Nachdem jedoch ein kleines lokales Label im Frühjahr 1966 innerhalb einer Woche 5000 Stück absetzte, nahm Bell Records die Single in Lizenz für den nationalen Vertrieb und „Little Girl“ kletterte bis auf Platz 8 der Billboard Charts. Das führte dann auch zu einer Lizensierung durch EMI in Köln. Ob allerdings die Empfehlung von DJ Fred „Das ist Spitze!“ zu erfolgreichen Umsätzen hierzulande führte, muss bezweifelt werden. In den deutschen Charts tauchte das „Little Girl“ jedenfalls nicht auf.

    The Koobas – Sweet Music / Face (Columbia C 23 299, 09/1966)

    Auch diese Single kannte ich damals nicht. Ja ich bin sogar erst vor wenigen Jahren auf die deutsche Veröffentlichung gestoßen. Und auch die Band The Koobas aus Liverpool kenne ich erst seit Mitte der 1980er Jahre. Da brachte das englische Label Bam Caruso die einzige LP der Band aus dem Jahr 1969 unter dem neuen Titel „Barricades“ als Re-Issue raus. „Sweet Music“ oder „Face“ waren da allerdings nicht drauf. „Sweet Music“ ist die Coverversion einer Single eines gewissen Christopher Cerf aus den USA, dessen Version heute als Northern Soul Klassiker gilt. Die Aufnahme der Koobas ist typischer Mod Soul mit einem grandiosen Fuzzgitarren Riff zu Beginn. „Face“ auf der B-Seite ist das, was man heute als Freakbeat bezeichnet, und ebenfalls ziemlich klasse! Die Single erschien im UK im August 1966, ging aber ziemlich unter. Erstaunlich, dass sie überhaupt für Deutschland lizensiert wurde. Möglicherweise traute man der Band, die immerhin Ende 1963 ein dreiwöchiges Engagement im Hamburger Star Club hatte, etwas zu. 1967 erschien die Single auch in Dänemark (mit anderer B-Seite), wo sie aber wie hier in Deutschland nur geringes Interesse weckte. Dementsprechend selten und teuer ist sie, egal in welcher Version.

    John St. John – You Can’t Mean It / One In A Million (Ariola 19 126 AT, 11/1966)

    Noch so eine absolut rare und obskure Single. Kannte ich damals natürlich auch nicht. Ich hab‘ die Single Mitte der 1980er auf einem Flohmarkt eher zufällig mitgenommen, da ich weder Künstler noch Tracks kannte. Und dann stellte sich raus, das ist ein Northern Soul Klassiker und eine Super-Rarität. Im UK wurden beide Tracks auf verschiedenen Singles unter dem Bandnamen Chapter Five veröffentlicht. Wie es zu der deutschen Veröffentlichung kam, ist mir ein Rätsel. Allerdings gibt es auch eine italienische Version der Single, bei der lediglich A und B Seite vertauscht sind. Und es sind ja auch beide Tracks gleich gut, wie ich finde. Klassischer Wigan Casino Northern Sound halt. Die Band Chapter Five stammt aus Barrow-in-Furness im Nordwesten Englands. Viel mehr als die beiden Singles hat sie nicht veröffentlicht. Allerdings war sie Ende 1966 auch in Deutschland auf Tournee, vermutlich u.a. wegen des Single Release hier. Warum diese Single aber als John St. John erschien, bleibt ein Rätsel. Von diversen Re-Issues der Single wurden vermutlich deutlich mehr verkauft als von allen Originalen zusammen damals.

    Lord Knud – Love’s A Waiting Game / I’m Your Guy (Hansa 19 236 AT, 12/1966)

    Auf diese Single bin ich irgendwann in den frühen 1990er Jahren gestoßen bei meiner Recherche zu Beatmusik aus Deutschland. Den Sänger kannte ich aber natürlich schon lange. Knud Kuntze aus Berlin Lichterfelde, besser bekannt als Lord Knud, war ursprünglich Bassist der Berliner Band The Lords. Eine der erfolgreichsten aber oft auch peinlichsten Beat Bands aus Deutschland. Nachdem Knud bei einem Autounfall Ende 1964 ein Bein verlor und lange im Krankenhaus war, ersetzte ihn die Band kurzerhand durch einen anderen. Daraufhin machte er sich in Berlin als DJ einen Namen. Diese Single war dann wohl der Versuch, an die Musiker Karriere doch noch anzuknüpfen. Beide Tracks sind hübscher Beat Pop an der Grenze zum Schlager. Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Erfolgreich war die Single nicht. Ab Oktober 1968 moderierte Lord Knud die Sendung „Schlager der Woche“ beim RIAS Berlin, die wöchentliche Hörer Chart Sendung, in der sowohl Beat wie Schlager gespielt wurde. Diese Sendung war vor allem bei Hörern in der DDR sehr beliebt. Noch erfolgreicher war Knuds Sendung „Evergreens A-Go-Go“ am Samstagvormittag, die er so wie die „Schlager der Woche“ bis Mitte der 80er Jahre präsentierte. Dann wurde er wegen eines sexistischen Witzes aus dem Verkehr gezogen. Danach war er Berater von Ulrich Schamoni bei der Gründung des Privatsenders 100,6. Wer sich – oder mich – fragt, warum diese Single hier dabei ist? Ich finde, sie gehört zur Geschichte der Beatmusik in Berlin. Das ist für mich Grund genug.

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    #10769879  | PERMALINK

    mikko
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    Sandy Sarjeant – Can’t Stop The Want / Lone Rivers Gonna Run (Polydor 52 798, 03/1967)

    Sandy Sarjeant stammt aus London und war Go Go Tänzerin zunächst bei „Ready Steady Go“ im britischen Fernsehen und ab Ende 1966 auch beim Beat Club aus Bremen. Diese Single hier erschien damals nur in Deutschland und es blieb ihre einzige. Sandy trat damit auch im Beat Club auf, aber irgendwie ist das meiner Aufmerksamkeit wohl entgangen, obwohl ich den Beat Club seinerzeit regelmäßig schaute. Ich stieß auf die Single erst in den 1990er Jahren. Die A-Seite bietet frischen Freakbeat Pop mit einem leicht lasziven Zungenschlag. Auf der Flipside geht es flott aber eher konventionell poppig zu. War kein Hit damals und ist wohl bis heute eher ein Geheimtipp. Sandy Sarjeant war von 1968 bis 1972 mit Ian MacLagan von den Small Faces verheiratet, mit dem sie auch ein Kind hat. Was später aus ihr wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Twiggy – When I Think Of You / Over And Over (Ariola 19 432 AT, 05/1967)

    Wer Twiggy ist, muss ich hoffentlich nicht erklären. Diese Single ist ihre zweite. Ich hörte sie im Frühsommer 1967 mehrfach in der Sendung „SF-Beat“ und hatte sie von dort auch mitgeschnitten. Gekauft habe ich sie erst sehr viel später auf irgendeinem Flohmarkt in den 80er Jahren. Die A-Seite ist zeittypischer Beat, durchaus über dem Durchschnitt. Damit muss sich Twiggy nicht hinter Sandie Shaw oder anderen englischen Sängerinnen verstecken. Auf der B-Seite eine verträumte, schlichte Ballade, die an Francoise Hardy denken lässt. „When I Think Of You“ wurde damals mehr oder weniger weltweit veröffentlicht und bekam durchaus Aufmerksamkeit, auch wenn die Single nirgends in den Charts auftauchte. Eine LP folgte, die allerdings schon wenige Jahre später in den Billigkisten der Plattenläden rumstand. Mitte der 70er Jahre hatte Dame Lesley „Twiggy“ Lawson dann aber doch noch Charterfolge im UK mit erwachsenem Country Pop.

    The Ones – Lady Greengrass / Love Of Mine (Star-Club 148 593 STF, 11/1967)

    Das ist nach meiner bescheidenen Meinung die beste Psych Pop Single einer deutschen Band in den Sixties. Es ist die einzige Single der Berliner Band The Ones, deren bekanntestes Mitglied Edgar Froese gewesen sein dürfte. „Lady Greengrass“ fängt wunderbar die Atmosphäre von Swinging London und dem Summer Of Love ein. „Pop, the grass is tangerine. Pop, the sky is suddenly green … she’s beginning to fly…” Dazu eine eingängige Melodie und ein an Pink Floyd erinnerndes Arrangement. Die B-Seite “Love Of Mine”, an der Edgar Froese als Co-Autor beteiligt ist, bietet eher Mod Soul Pop. Leider ist die Single damals völlig untergegangen. Die Band war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Spanien unterwegs und wurde von Salvador Dali für einige Zeit als seine Hausband für Parties und Empfänge verpflichtet. Nach der Rückkehr nach Berlin 1968 setzte Edgar Froese dann auf Tangerine Dream. Ich stieß auf die Single im Zuge meiner Recherche zu Star-Club Records aus Hamburg im Jahr 1976. Damals war sie zum Glück noch vergleichsweise günstig zu bekommen.

    Islanders – Beat The Clock / When Love Comes Knockin‘ At Your Door (Discofon DIS 107, -/1968)

    Natürlich kannte ich diese Single 1968 noch nicht. Sie ist auch nicht in Deutschland erschienen. Den Titel „Beat The Clock“ lernte ich zunächst in seiner finnischen Version „Hetki Lyö“ Anfang der 1980er Jahre kennen. „Hetki Lyö“ war der erste Hit des finnischen Sängers Kirka im Jahr 1967 mit den Islanders als Backing Band. Tatsächlich handelt es sich um eine identische Aufnahme. Nur die Vocals sind einmal Finnisch und einmal Englisch. „Hetki Lyö“ ist in Finnland bis heute ein großer Hit, wurde vielfach gecovert und wird noch immer im Radio gespielt. Ein Evergreen also. Wunderbarer Sixties Beat Pop mit einem fulminanten Arrangement und toller Dynamik! Die englische Version wurde nachdem die finnische Version ein Hit war nur in Schweden veröffentlicht. Dort blieb der Erfolg jedoch aus, und die schwedische Single ist heute eine gesuchte Rarität, wobei die meisten Interessenten naturgemäß in Finnland beheimatet sind. Das Original von „Beat The Clock“ wurde von Richard Gottehrer geschrieben und mit den McCoys (die mit „Hang On Sloopy“) im Frühjahr 1967 als Single nur in Nordamerika veröffentlicht. Das Original war kein Hit, aber der Song wurde mehrfach gecovert, am erfolgreichsten wie gesagt in Finnland.

    The Tremeloes – As You Are / Suddenly You Love Me (CBS 3234, 03/1968)

    The Tremeloes kenne ich seit ihrem Riesenhit “Silence Is Golden”, aber „Here Comes My Baby“ und „Even The Bad Times Are Good“ mag ich noch lieber. Alle drei Singles 1967 erschienen und von mir damals aus dem Radio mitgeschnitten. Die erste Single, die ich von den Tremeloes kaufte, war jedoch diese hier. Im UK war „Suddenly You Love Me“ die A-Seite, wie ich später herausfand. Und im Radio gespielt wurde dieser Track hier bei uns auch häufiger. Ich mochte aber „As You Are“ immer viel lieber. Mir gefallen sowohl Melodie wie Arrangement sehr. Beides fällt ein wenig aus dem Rahmen des üblichen Mainstream Pop, für den die Band ja überwiegend bekannt ist. Und so ist „As You Are“ bis heute meine liebste Single, mein liebster Track von The Tremeloes, auch wenn die Aufnahme nie unter meinen All-Time-Faves in höheren Regionen dabei wäre.

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    mikko
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    Wonderland – Poochy / Moscow (Polydor 53 018, 04/1968)

    Auch wenn das etwas kinderliedartige „Poochy“ die A-Seite der Single ist, im Radio gespielt wurde „Moscow“. Und „Moscow“ war auch der Hit. Bis auf Platz 15 der Charts kam die Single im Spätsommer 1968. Mit seinem an die Don Kosaken erinnernden Eingangschor und der dominanten Orgelmelodie, sowie dem heftigen Phasing auf den Drums und Frank Dostals kraftvollem Gesang setzt sich dieser Track sofort fest in den Ohren und bleibt dort unwiderruflich für immer. Die Band, die ja zum Teil aus ehemaligen Mitgliedern der Rattles bestand, hatte kurzzeitig ziemlich viel Erfolg. Das einzige Album „Wonderland Band No.1“ war für das breite Publikum dann aber zu experimentell, für die erwachsen werdenden Rock Fans jedoch noch zu verspielt und unausgegoren. Weitere Singles waren auch eher enttäuschend. Und so verläpperte das Ganze langsam und die Band löste sich 1971 auf. Die Single „Moscow“ kaufte ich damals schon, und ich habe sie immer noch.

    The Mirror – Gingerbread Man / Faster Than Light (Philips 326 878 BF, 06/1968)

    The Mirror sah ich mit “Gingerbread Man” im Beat Club im August 1968. Der Track gefiel mir auf Anhieb sehr, und die Single wurde bald darauf gekauft. Es handelt sich hier um recht typischen britischen Spätsechziger Beat Pop, eigentlich schon fast Power Pop. Tolle Melodie, kräftige Gitarren, knackige Bläser und eine druckvolle Rhythmusgruppe. Dazu ein Pop Song, der an ein Kinderlied erinnert. Auch die B-Seite ist sehr schön, ein bisschen psychedelischer jedoch. Die englische Band brachte seinerzeit nur diese Single raus, im UK und in Deutschland. 1986 erschien bei Bam Caruso eine 12“ EP mit vier weiteren Tracks, die 1969 entstanden. Das war’s.

    The Twangy Gang – Girl’s Love / Real Good Love (Hansa 14 112 AT, 08/1968)

    The Twangy Gang waren eine Berliner Beat Band, die ich 1967 und 1968 häufiger live erlebte im Jugendheim um die Ecke. Die Band war sehr an Swinging London orientiert und hatte immer die neuesten Klamotten direkt aus der Carnaby Street oder der King’s Road. Aber auch musikalisch waren die Jungs auf der Höhe der Zeit. Sie hatten schicke Orange Verstärker und spielten die aktuellen Hits fehlerfrei und so originalgetreu wie möglich. Ihr großes Plus dabei war ihr perfekter Harmoniegesang. Stücke wie „Let’s Go To San Francisco“ so perfekt live dargeboten, das war selten. Dass sie auch selbst Songs schrieben und als Single veröffentlichten, hab‘ ich damals nicht mitbekommen. Diese Single hier entdeckte ich erst gegen Ende der 1970er Jahre. Beide Tracks wurden vom Drummer der Band Joachim Hübner geschrieben. Allerdings muss man sagen, der an den Bee Gees und Sixties Mainstream Pop orientierte Sound der Single kam Ende 1968 schon etwas zu spät. Mir gefällt sie dennoch gut. 1969 erschien eine weitere Single, die dann etwas psychedelischer war, aber auch schon etwas spät dran. Beiden Singles war kein Erfolg gegönnt. Die Band trat auch mit den Songs aus dem Musical „Hair“ auf und veröffentlichte sogar ein Album mit diesem Programm im Jahr 1969. Joachim „Hübi“ Hübner spielte von 1976 bis 1980 bei der Soft Rock Band Wednesday, die auch über Berlin hinaus erfolgreich war. Mit einer deutschen Version von Jona Lewies „Stop The Cavalry“ unter dem Titel „Schwarz, Rot, Blond und schnuckelig“ hatte er 1981 einen kleinen bundesweiten Hit.

    Neil McArthur – She’s Not There / World Of Glass (Deram DM 225, 02/1969)

    Von 1970 bis 1972 war ich öfters im Jugend Club “Pop Inn” in Berlin Steglitz, einem der typischen vom Berliner Senat geförderten Clubs mit Diskothek und Live Musik. Gleich bei meinem ersten Besuch kam ich dazu, als der DJ Singles aus seinem Bestand, die er nicht (mehr) brauchte, ausmusterte. Er verschenkte die einfach ziemlich wahllos an Anwesende. So kam ich in den Besitz dieser wunderbaren Single. Ich wusste weder, wer Neil McArthur ist, noch kannte ich den Song „She’s Not There“. Aber ich war sofort begeistert von dem Song, von der tollen Stimme und von diesem großartigen psychedelischen Arrangement mit Streichern, Bläsern und phantastischer Dynamik. Dass Neil McArthur eigentlich Colin Blunstone heisst, dass er das Original der Zombies bereits 1964 sang, das fand ich erst später heraus, so wie ich die Originalversion auch erst sehr viel später kennenlernte. Die B-Seite hier „World Of Glass“ ist eine sehr ruhige, verhaltene Folk Pop Ballade. „She’s Not There“ gefällt mir in dieser Version übrigens deutlich besser als das Original, das ich inzwischen aber auch sehr schätze. Diese Single hier war kein Hit, nirgends. Bei mir jedoch Platz 5 im Jahr 1969.

    Fleetwood Mac – Man Of The World / Earl Vince And The Valiants – Somebody’s Gonna Get Their Head Kicked In Tonite (Immediate 1C 006-90 134, 04/1969)

    Von Fleetwood Mac kannte ich damals bereits das tolle Instrumentalstück „Albatross“. Und ein Freund von mir besaß ihre erste LP, die ich auch schon mal gehört hatte. Umso überraschender kam mir dann „Man Of The World“ vor. So zart, so gefühlvoll, so zurückhaltend und eigentlich extrovertiert zugleich. Wobei ich die Handschrift des Autors und Gitarristen Peter Green dann doch recht schnell wiedererkannte. „Albatross“ hat ähnliche Gitarren Momente. Von der B-Seite war ich zunächst ziemlich irritiert. Aber dann fiel mir der Klang der Debüt-LP wieder ein, und mir war klar, das ist dieselbe Band. Kleine Namensspielerei also nur. Spätestens mit dieser Single begann eine Jahre andauernde Liebe zu und Verbundenheit mit Fleetwood Mac, die auch nicht durch Peter Greens Ausstieg im Jahr 1970 getrübt wurde. Erst nach dem Album „Mystery To Me“ (1973) verlor ich vorübergehend das Interesse. „Man Of The World“ ist meine liebste Single des Jahres 1969.

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