Kill Bill: Vol. 2

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  • #1901077  | PERMALINK

    candycolouredclown
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    Originally posted by Anachronist@12 Apr 2004, 00:00
    Sagen wir Mitternacht, und ich frage die: Was spricht dagegen?

    Gegenfrage: Würdest Du das begrüßen?

    Und auf den Kontext kommt es an. Einzig und allein als „heftig“ würde ich eventuell noch den anfänglichen Kampf mit Vernita Green nennen, wobei ich den auch nicht kaltblütiger als z.B. die Kofferaum-Erschießung in „Jackie Brown“ fand. Der vielzitierte Endkampf mit seinen Blutfontänen ist jedenfalls nicht mehr ernst zu nehmen.

    Wie ich schon sagte: Mit Ironie und Satire lässt sich nicht alles legitimieren.

    Und nein, ich traue es nicht jedem 16-jährigen (allerdings auch nicht jedem 20-,30-, 40jährigen) zu, dass er die Gewalt in solch angelegten Filmen (z.B. auch die genannten Titel im Verhoeven-Thread) so versteht, wie sie gemeint ist.

    --

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    #1901079  | PERMALINK

    latho
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    Die Altersgrenze ist eine generelle, also nicht auf den einzelnen 16-jährigen ausgerichtet, sondern auf alle 16-jährigen. Und natürlich kann man keine Ausnahme machen (wie denn auch, Testbogen ausfüllen vor der Kinokasse?). Bei Kill Bill 1 war 16 m.E. gerechtfertigt. Sicherlich war die Gewalt teilweise satirisch überzogen und das weiß ich, das weiß ccc und das weiß Anachronist. Aber weiß es auch jeder 16-jährige? Ich glaub's nicht (auch wenn die sich den Film über Internet/großem Bruder/etc. sowieso angesehen haben).

    Ich glaube übrigens, dass es einen Unterschied zwischen Pornographie und nach dem Jugendschutzgesetz pornographischen Darstellungen à la „Romance“ gibt (und nicht nur in der Herstellung). Und ich halte die Altersbeschränkung über Sendezeit (erst ab 23 Uhr geht's ab) für Quatsch.

    @anachronist
    Ich denke die Filmkritik (ist ähnlich bei der Buchkritik) hat das Vertrauen des breiten Publikums verspielt – kein Wunder, dass die Masse nicht mehr darauf hört.
    Bevor mir jetzt jemand mein RS-Konsum an den Kopf wirft: ich weiß, ich weiß, auch der RS ist gelegentlich elitär. Das ist mir in dem Fall aber recht, weil ich mich zu den „gehobeneren“ Musikhörern zählen möchte (ob nun zu recht oder nicht).
    Meine vorangegangene Kritik an der deutschen Filmkritik bezog sich nicht auf das Elitäre (so hat zB auch Harry Knowles etwas elitäres) sondern einfach darauf, dass die Kritiken schlecht sind…

    --

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    #1901081  | PERMALINK

    candycolouredclown
    Moderator

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    Originally posted by latho@12 Apr 2004, 12:04
    Bei Kill Bill 1 war 16 m.E. gerechtfertigt.

    Aber er war doch ab 18, oder?

    --

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    #1901083  | PERMALINK

    latho
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    Originally posted by candycolouredclown@12 Apr 2004, 11:12
    Aber er war doch ab 18, oder?

    Kann sein – so was krieg ich nicht mehr mit. ;)

    --

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    #1901085  | PERMALINK

    anachronist

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    Originally posted by candycolouredclown@11 Apr 2004, 23:15
    Gegenfrage: Würdest Du das begrüßen?

    Weder würde ich es begrüßen, noch hätte ich irgendwelche Einwände dagegen. Ich konnte bisher lediglich nicht nachvollziehen, was hierzulande generell gegen jede Art von Pornographie zu sprechen scheint, so daß deren Verbreitung im Vergleich zu anderen Ländern strenger reglementiert wird, und selbst ein nicht-öffentlicher Pay-TV-Sender mit entsprechenden Inhalten erst seit kurzer Zeit auch von dt. Boden aus betrieben werden darf.

    MfG

    Anachronist

    --

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    #1901087  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

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    Originally posted by Anachronist@11 Apr 2004, 02:26
    Mein Eindruck ist der, daß heutzutage die finanzielle Komponente einen ungleich größeren Einfluss darauf hat

    nein. eindeutig. historisch in den einschlägigen büchern belegbar. das ist der alte new hollywood traum, der nach hinten ins leere führt.

    und dass die „klingelton generation“ (???) keine ahnung vom film hat, geht nur hübsch einher mit der ahnungslosigkeit vieler filmemacher, die sie vermittelt kriegen. am liebsten hätte man lust alle filmakademien zu sprengen, subventionen zu streichen, und dann schafft es jemand, der bsw. fassbinder gesehen hat, doch einen film zu machen.

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    #1901089  | PERMALINK

    anachronist

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    Originally posted by latho@12 Apr 2004, 11:04
    latho,Ich glaube übrigens, dass es einen Unterschied zwischen Pornographie und nach dem Jugendschutzgesetz pornographischen Darstellungen à la „Romance“ gibt (und nicht nur in der Herstellung). Und ich halte die Altersbeschränkung über Sendezeit (erst ab 23 Uhr geht's ab) für Quatsch.

    Ich habe gerade noch mal im Lexikon nachgeschaut, und außer der Unterscheidung zwischen normaler und „harter Pornographie“ wird der Begriff einfach als Darstellung sexueller Akte in Schrift- und Bildwerk definiert. Wenn ich also zwei (oder mehr) sozialversicherte Darsteller/innen dabei beobachten kann, wie sie vor der Kamera ihren Spaß haben (und das eben nicht nur vorgeben, weil sie hinterher dafür Geld bekommen), dann besteht da zumindest laut Definition kein Unterschied zu der Darstellung eines einzigen pornographischen Aktes innerhalb eines „seriösen“ Spielfilms wie „Romance“. Und die verschärfte ethische Problematik bei Pornographie im Vergleich zu Gewaltdarstellungen, die durch die aktuelle Gesetzgebung suggeriert wird, will sich mir nicht erschließen.

    @Anachronist
    Ich denke die Filmkritik (ist ähnlich bei der Buchkritik) hat das Vertrauen des breiten Publikums verspielt – kein Wunder, dass die Masse nicht mehr darauf hört.
    Bevor mir jetzt jemand mein RS-Konsum an den Kopf wirft: ich weiß, ich weiß, auch der RS ist gelegentlich elitär. Das ist mir in dem Fall aber recht, weil ich mich zu den „gehobeneren“ Musikhörern zählen möchte (ob nun zu recht oder nicht).
    Meine vorangegangene Kritik an der deutschen Filmkritik bezog sich nicht auf das Elitäre (so hat zB auch Harry Knowles etwas elitäres) sondern einfach darauf, dass die Kritiken schlecht sind…

    Der Vorwurf, eine Kritik sei „elitär“, ist m.E. weniger ein Vorwurf der Kritik gegenüber, sondern bringt vielmehr die kleingeistige Einstellung des Lesers zum Ausdruck, der sich nicht damit abfinden möchte, daß sich ein Kritiker nicht nur besser mit einer Materie auskennt, sondern aus diesem überdurchschnittlichen Wissen in seinen Texten auch keinen Hehl macht. Ich erwarte von einem Kritiker, daß er einen gewissen elitären Anspruch hat, sonst bräuchte ich seine Kritiken nicht zu lesen. Etwas anderes ist Überheblichkeit, über die soll sich der König Kunde resp. Leser ruhig aufregen.

    MfG

    Anachronist

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    #1901091  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
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    welche filmkritiker sind denn noch elitär?

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    #1901093  | PERMALINK

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    Originally posted by Anachronist@11 Apr 2004, 16:45
    Mag ja sein, daß du keinen Unterschied zwischen „Indiana Jones“ und „ID4“ siehst (auch wenn mir das nicht einleuchtet), aber nur weil beide Filme ein Millionenpublikum in die Kinos ziehen, heißt das noch lange nicht „Indiana Jones“ = „ID4“. Auch wenn du das nicht nachvollziehen kannst: Bei ersterem fühle ich mich uneingeschränkt auf intelligente Art und Weise unterhalten, bei letzterem rege ich mich spätestens nach dreißig Minuten nur noch darüber auf, wie dämlich die Dialoge und vorhersehbar der ganze Rest des Films ist.

    aber wo ziehst du die Grenze, und Warum? Wenn ich mich recht entsinne gefiel dir „The Sixth Sense“ – und warum? Von meinem Standpunkt aus gesehen ist nach 30 Minuten auch hier alles vorhersehbar, ähnliches gilt für „The Others“. Für dich mögen das hervorragende Filme der letzten Jahre gewesen sein, für mich sind sie berechnender Schund. Da schaue ich mir lieber nen Emmerich an….
    (das ganze meine ich jetzt wertfrei, nur zur Verdeutlichung unterschiedlicher Sichtweisen.)

    Deinen Gedankengang, dass sich die „Qualität“ der Filme durch das Erwachsenwerden einer Generation verbessern sollte, kann ich auch nicht nachvollziehen. Geh doch mal in ein Multiplex, alles über 30 kannst du mit Handschlag begrüssen. Geh in ein kleines unabhängiges Kino, da siehts anders aus. Und eine junge, unerfahrene Zielgruppe, die nur unterhalten werden will ist immer vorhanden – das war sie schon vor 50 Jahren. Und diese Gruppe stellt nunmal den Großteil des Kinopublikums – an denen wird sich also der Mainstream orientieren. Warum geht man denn ins Kino (nicht du, nicht ich!): Da kann man sich mit Freunden treffen ohne sich mit ihnen Unterhalten zu müssen, kann Cola trinken und Popcorn fressen und hat eine Alternative zur abendlichen Langeweile – thats it.

    --

    #1901095  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
    Moderator

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    seit in „eyes wide shut“ diese „jau, der kubrick hats mal wieder geschafft“-gesichter um mich herum sassen, glaube ich auch nicht mehr an die fsk. man sollte eine variable freigabe einführen, welche grenzen innerhalb des ganzes menschenlebens setzt.

    ;) ;) ;)

    --

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    #1901097  | PERMALINK

    anachronist

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    Originally posted by Napoleon Dynamite+12 Apr 2004, 17:52–>

    QUOTE (Napoleon Dynamite @ 12 Apr 2004, 17:52)

    Originally posted by Anachronist@11 Apr 2004, 02:26
    Mein Eindruck ist der, daß heutzutage die finanzielle Komponente einen ungleich größeren Einfluss darauf hat

    nein. eindeutig. historisch in den einschlägigen büchern belegbar. das ist der alte new hollywood traum, der nach hinten ins leere führt.
    Wahrscheinlich habe ich mich falsch ausgedrückt; ich meinte eigentlich die vermeintliche Planbarkeit finanziellen Erfolgs eines Mainstream-Streifens, zu deren Lasten dann oftmals die vielversprechendsten, da auch aufgrund ihres Inhalts ökonomisch riskanteren Filmprojekte auf der Straße bleiben, und die Marketingabteilung letzten Endes nicht nur darüber entscheidet, wie bzw. daß auch der unkonventionellste Film konventionell beworben wird, sondern m.E. bereits bei der Entscheidung über neue Filmproduktionen zu viel Einfluß besitzt. Deshalb meine These: Man müsste beim Marketing anfangen, um schließlich die Qualität von Mainstream-Streifen an die des Programmkinos anzunähern. Dann würden auch die „ahnungslosen“ Mainstream-Regisseure mit der Zeit durch fähigere Kollegen aus der Autoren-Ecke ersetzt, die sich sicherlich auch mal über ein zweistelliges Millionenbudget freuen, wenn's denn der jeweilige Film überhaupt erfordert. Zumindest würden sie sich über höhere Zuschauerzahlen freuen dürfen.

    und dass die „klingelton generation“ (???) keine ahnung vom film hat, geht nur hübsch einher mit der ahnungslosigkeit vieler filmemacher, die sie vermittelt kriegen. am liebsten hätte man lust alle filmakademien zu sprengen, subventionen zu streichen, und dann schafft es jemand, der bsw. fassbinder gesehen hat, doch einen film zu machen.

    Dann bin ich ja beruhigt.

    #1901099  | PERMALINK

    latho
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    Pornographisch ist nach dem Jugendgesetz ganz einfach die Darstellung, also erigierter Penis etc. Ist das vorhanden ist es pornographisch. Von daher kann so ein rechtskatholisches Renterblatt wie die Programmzeitschrift Gong Romance auch ohne weiteres als Pornographie beschimpfen.
    Für mich ist Pornographie eher im ursprünglichen Wortsinn zu verstehen, also die „Darstellung von Huren“ (wenn mich nicht alles täuscht – ich hatte kein Griechisch in der Schule). Darunter verstehe ich Darstellung sexueller Akte nur zur Befriedigung sexueller Wünsche – kein tieferer Sinn dahinter.

    „Elitär“ wäre für mich jemand, der sich bewußt vom Massengeschmack abhebt (wobei man das nicht immer trennen kann – Exile on Mainstreet von den Stones zu mögen ist heutzutage ja schon fast elitär), bzw diesen nicht wahrnehmen will. D.H. ich bespreche nur Filme, die zB nur in wenigen Kinos laufen, wenig Besucher haben, ungewöhnliche Themen (ich weiß, auch das ist Glatteis). Muss ich doch an die Massenware ran, ist das eine Zumutung.
    Das ist erst einmal nichts schlechtes, ich würde das für mich in einigen Bereichen auch in Anspruch nehmen. Aber mich stört diese Haltung bei den Großkritikern der überregionalen Zeitungen, denn ich will ja auch bei den Nachrichten umfassend informiert werden und nicht nur über die Gebiete, die der Redaktion gefallen. (deswegen hatte ich in einem anderen Thread mal Birgit Fuß gelobt, die Platten bespricht, die ich mir nicht anhören würde, die mich aber interessieren, weil sie halt zB auf Platz 1 der Charts sind).

    @Napoleon
    Meintest Du mich? Jessen und Nicodemus von der Zeit kann ich nicht ab. M. Althen (FAZ?) sehr wohl. Das Spiegel-Feuilleton ist nicht elitär sondern einfach nur doof. Die anderen Zeitungen lese ich nur onlien und unregelmäßig, deswegen habe ich jetzt keine Namen parat.

    --

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    #1901101  | PERMALINK

    latho
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    Originally posted by NiteOwl+12 Apr 2004, 18:17–>

    QUOTE (NiteOwl @ 12 Apr 2004, 18:17)
    Deinen Gedankengang, dass sich die „Qualität“ der Filme durch das Erwachsenwerden einer Generation verbessern sollte, kann ich auch nicht nachvollziehen. Geh doch mal in ein Multiplex, alles über 30 kannst du mit Handschlag begrüssen. Geh in ein kleines unabhängiges Kino, da siehts anders aus. Und eine junge, unerfahrene Zielgruppe, die nur unterhalten werden will ist immer vorhanden – das war sie schon vor 50 Jahren. Und diese Gruppe stellt nunmal den Großteil des Kinopublikums – an denen wird sich also der Mainstream orientieren. Warum geht man denn ins Kino (nicht du, nicht ich!): Da kann man sich mit Freunden treffen ohne sich mit ihnen Unterhalten zu müssen, kann Cola trinken und Popcorn fressen und hat eine Alternative zur abendlichen Langeweile – thats it.

    Komisch, wir sind einer Meinung. :o

    #1901103  | PERMALINK

    anachronist

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    Originally posted by NiteOwl@12 Apr 2004, 18:17
    aber wo ziehst du die Grenze, und Warum? Wenn ich mich recht entsinne gefiel dir „The Sixth Sense“ – und warum? Von meinem Standpunkt aus gesehen ist nach 30 Minuten auch hier alles vorhersehbar, ähnliches gilt für „The Others“. Für dich mögen das hervorragende Filme der letzten Jahre gewesen sein, für mich sind sie berechnender Schund. Da schaue ich mir lieber nen Emmerich an….
    (das ganze meine ich jetzt wertfrei, nur zur Verdeutlichung unterschiedlicher Sichtweisen.)

    Im Gegensatz zu dir habe ich die Story bei beiden – „The Sixth Sense“ und „The Others“ – nicht vorhergesehen, und auch wenn ich bei „The Others“ eine gewisse Vorahnung ob des Endes gehabt haben sollte, so hat mich dies nicht davon abgehalten, daß mir ein eiskalter Schauer den Rücken 'runterlief.

    Daß du dir vom Standpunkt der Vorhersehbarkeit dann lieber gleich 'nen Emmerich anschaust – meinetwegen. Dennoch halte ich „ID4“, den ich damals als 17jähriger gesehen habe, nach wie vor für Mainstream-Müll, wohingegen ich „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Zurück in die Zukunft“ immer noch als idealtypische Beispiele gelunger Spielfilmunterhaltung ansehen würde, die sich auch nicht vor einem 40er-Jahre-Klassiker mit Stewart, Grant oder Cooper in der Hauptrolle zu verstecken brauchen. (So, jetzt darf man mich in der Luft zerreißen und „Blasphemie“ schreien… ;))

    Deinen Gedankengang, dass sich die „Qualität“ der Filme durch das Erwachsenwerden einer Generation verbessern sollte, kann ich auch nicht nachvollziehen. Geh doch mal in ein Multiplex, alles über 30 kannst du mit Handschlag begrüssen. Geh in ein kleines unabhängiges Kino, da siehts anders aus.

    Weiß ich doch, vermeide Multiplexe ja auch, sofern mir das möglich ist. Längerfristig wird man aber auf den über-30-jährigen Kinobesucher angewiesen sein, und das ist nur zu bewerkstelligen, wenn man in den nächsten jahren anfängt, das Publikum an anspruchsvollere Filme zu gewöhnen.

    Und eine junge, unerfahrene Zielgruppe, die nur unterhalten werden will ist immer vorhanden – das war sie schon vor 50 Jahren. Und diese Gruppe stellt nunmal den Großteil des Kinopublikums – an denen wird sich also der Mainstream orientieren. Warum geht man denn ins Kino (nicht du, nicht ich!): Da kann man sich mit Freunden treffen ohne sich mit ihnen Unterhalten zu müssen, kann Cola trinken und Popcorn fressen und hat eine Alternative zur abendlichen Langeweile – thats it.

    Ja, aber diese „junge, unerfahrene Zielgruppe“ dürfte in den nächsten 15 Jahren immer kleiner werden, und auch wenn ich deiner Beschreibung des abendlichen Multiplexbetriebes nur zupflichten kann, so frage ich mich doch, wie es diese ebenfalls dem Alterungsprozess ausgesetzte Zielgruppe schafft, sich zehn Jahre nach „Stargate“ (sorry) immer noch die selben oberflächlichen Effektspektakel anzuschauen, während sie im Alltrag ja auch keine 15 Jahre mehr jung ist und die Vertreter dieser einstigen Zielgruppe nun als mündige, ernstzunehmende Mitbürger angesehen werden wollen. Ist mit Sicherheit nur mein Problem, aber wer sich bei bestimmten Filmen (ich nenne jetzt mal lieber keine Titel…) unterhalten fühlt, den kann ich einfach nicht für voll nehmen.

    MfG

    Anachronist

    --

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    #1901105  | PERMALINK

    napoleon-dynamite
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    Originally posted by Anachronist@12 Apr 2004, 19:31
    (…)die Marketingabteilung letzten Endes nicht nur darüber entscheidet, wie bzw. daß auch der unkonventionellste Film konventionell beworben wird, sondern m.E. bereits bei der Entscheidung über neue Filmproduktionen zu viel Einfluß besitzt.

    ok. das ist nicht von der hand zu weisen. allerdings geht das meiner meinung nach heute einher mit der unfähigkeit von filmemachern etwas zu realisieren, oder durchzusetzen. als beispiel: john ford durfte in seiner ganzen karriere nur einen einzigen film nach seinen eigenen vorgaben realisieren („fort apache“). alles andere ist AN SICH dienstarbeit, mit drehbüchern die von den produzenten vorgegeben waren. trotzdem merkst du nahezu immer, dass fords willen und geist dahinter steckt, weil ford eben wusste, wie er etwas verwandeln kann. das nur als beispiel für einen durch und durch kommerziellen (und für mich genialen) regisseur.

    --

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