Re: Kill Bill: Vol. 2

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anachronist

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Originally posted by NiteOwl@12 Apr 2004, 18:17
aber wo ziehst du die Grenze, und Warum? Wenn ich mich recht entsinne gefiel dir „The Sixth Sense“ – und warum? Von meinem Standpunkt aus gesehen ist nach 30 Minuten auch hier alles vorhersehbar, ähnliches gilt für „The Others“. Für dich mögen das hervorragende Filme der letzten Jahre gewesen sein, für mich sind sie berechnender Schund. Da schaue ich mir lieber nen Emmerich an….
(das ganze meine ich jetzt wertfrei, nur zur Verdeutlichung unterschiedlicher Sichtweisen.)

Im Gegensatz zu dir habe ich die Story bei beiden – „The Sixth Sense“ und „The Others“ – nicht vorhergesehen, und auch wenn ich bei „The Others“ eine gewisse Vorahnung ob des Endes gehabt haben sollte, so hat mich dies nicht davon abgehalten, daß mir ein eiskalter Schauer den Rücken 'runterlief.

Daß du dir vom Standpunkt der Vorhersehbarkeit dann lieber gleich 'nen Emmerich anschaust – meinetwegen. Dennoch halte ich „ID4“, den ich damals als 17jähriger gesehen habe, nach wie vor für Mainstream-Müll, wohingegen ich „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Zurück in die Zukunft“ immer noch als idealtypische Beispiele gelunger Spielfilmunterhaltung ansehen würde, die sich auch nicht vor einem 40er-Jahre-Klassiker mit Stewart, Grant oder Cooper in der Hauptrolle zu verstecken brauchen. (So, jetzt darf man mich in der Luft zerreißen und „Blasphemie“ schreien… ;))

Deinen Gedankengang, dass sich die „Qualität“ der Filme durch das Erwachsenwerden einer Generation verbessern sollte, kann ich auch nicht nachvollziehen. Geh doch mal in ein Multiplex, alles über 30 kannst du mit Handschlag begrüssen. Geh in ein kleines unabhängiges Kino, da siehts anders aus.

Weiß ich doch, vermeide Multiplexe ja auch, sofern mir das möglich ist. Längerfristig wird man aber auf den über-30-jährigen Kinobesucher angewiesen sein, und das ist nur zu bewerkstelligen, wenn man in den nächsten jahren anfängt, das Publikum an anspruchsvollere Filme zu gewöhnen.

Und eine junge, unerfahrene Zielgruppe, die nur unterhalten werden will ist immer vorhanden – das war sie schon vor 50 Jahren. Und diese Gruppe stellt nunmal den Großteil des Kinopublikums – an denen wird sich also der Mainstream orientieren. Warum geht man denn ins Kino (nicht du, nicht ich!): Da kann man sich mit Freunden treffen ohne sich mit ihnen Unterhalten zu müssen, kann Cola trinken und Popcorn fressen und hat eine Alternative zur abendlichen Langeweile – thats it.

Ja, aber diese „junge, unerfahrene Zielgruppe“ dürfte in den nächsten 15 Jahren immer kleiner werden, und auch wenn ich deiner Beschreibung des abendlichen Multiplexbetriebes nur zupflichten kann, so frage ich mich doch, wie es diese ebenfalls dem Alterungsprozess ausgesetzte Zielgruppe schafft, sich zehn Jahre nach „Stargate“ (sorry) immer noch die selben oberflächlichen Effektspektakel anzuschauen, während sie im Alltrag ja auch keine 15 Jahre mehr jung ist und die Vertreter dieser einstigen Zielgruppe nun als mündige, ernstzunehmende Mitbürger angesehen werden wollen. Ist mit Sicherheit nur mein Problem, aber wer sich bei bestimmten Filmen (ich nenne jetzt mal lieber keine Titel…) unterhalten fühlt, den kann ich einfach nicht für voll nehmen.

MfG

Anachronist

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Die eigene Schönheit verblasst immerzu im Angesicht der Schönheit der Geliebten.