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Originally posted by latho@12 Apr 2004, 11:04
latho,Ich glaube übrigens, dass es einen Unterschied zwischen Pornographie und nach dem Jugendschutzgesetz pornographischen Darstellungen à la „Romance“ gibt (und nicht nur in der Herstellung). Und ich halte die Altersbeschränkung über Sendezeit (erst ab 23 Uhr geht's ab) für Quatsch.
Ich habe gerade noch mal im Lexikon nachgeschaut, und außer der Unterscheidung zwischen normaler und „harter Pornographie“ wird der Begriff einfach als Darstellung sexueller Akte in Schrift- und Bildwerk definiert. Wenn ich also zwei (oder mehr) sozialversicherte Darsteller/innen dabei beobachten kann, wie sie vor der Kamera ihren Spaß haben (und das eben nicht nur vorgeben, weil sie hinterher dafür Geld bekommen), dann besteht da zumindest laut Definition kein Unterschied zu der Darstellung eines einzigen pornographischen Aktes innerhalb eines „seriösen“ Spielfilms wie „Romance“. Und die verschärfte ethische Problematik bei Pornographie im Vergleich zu Gewaltdarstellungen, die durch die aktuelle Gesetzgebung suggeriert wird, will sich mir nicht erschließen.
@Anachronist
Ich denke die Filmkritik (ist ähnlich bei der Buchkritik) hat das Vertrauen des breiten Publikums verspielt – kein Wunder, dass die Masse nicht mehr darauf hört.
Bevor mir jetzt jemand mein RS-Konsum an den Kopf wirft: ich weiß, ich weiß, auch der RS ist gelegentlich elitär. Das ist mir in dem Fall aber recht, weil ich mich zu den „gehobeneren“ Musikhörern zählen möchte (ob nun zu recht oder nicht).
Meine vorangegangene Kritik an der deutschen Filmkritik bezog sich nicht auf das Elitäre (so hat zB auch Harry Knowles etwas elitäres) sondern einfach darauf, dass die Kritiken schlecht sind…
Der Vorwurf, eine Kritik sei „elitär“, ist m.E. weniger ein Vorwurf der Kritik gegenüber, sondern bringt vielmehr die kleingeistige Einstellung des Lesers zum Ausdruck, der sich nicht damit abfinden möchte, daß sich ein Kritiker nicht nur besser mit einer Materie auskennt, sondern aus diesem überdurchschnittlichen Wissen in seinen Texten auch keinen Hehl macht. Ich erwarte von einem Kritiker, daß er einen gewissen elitären Anspruch hat, sonst bräuchte ich seine Kritiken nicht zu lesen. Etwas anderes ist Überheblichkeit, über die soll sich der König Kunde resp. Leser ruhig aufregen.
MfG
Anachronist
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Die eigene Schönheit verblasst immerzu im Angesicht der Schönheit der Geliebten.