Die Dekadenbestenlisten der Musikmagazine (2010s)

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    Beiträge
  • #10942019  | PERMALINK

    irrlicht
    Nihil

    Registriert seit: 08.07.2007

    Beiträge: 30,779

    sparch

    irrlichtVon Sheeran über Cardi B bis hin zu Riri, Pink, Adele, Ke$ha, Mars, Grande, Rae Sremmurd usw. usf. sind das alles Acts, die sicher ihre Momente haben und hatten – aber haben sie auch nur ein Meisterwerk auf Albumlänge gemacht?

    Wobei Anti tatsächlich ein Album ist, das als solches auch funktioniert und nicht nur eine bloße Hit Kollektion mit Füllmaterial ist und somit sicher nicht zu Unrecht in solchen Listen auftaucht.

    Ich mag „Anti“ auch, aber das ist beileibe kein Meisterwerk, bei aller Wertschätzung.

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    Hold on Magnolia to that great highway moon
    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #10942025  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 34,675

    irrlichtIch mag „Anti“ auch, aber das ist beileibe kein Meisterwerk, bei aller Wertschätzung.

    Müsste ich bei Gelegenheit noch mal prüfen.

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    Totale Zerstörung!
    #10942759  | PERMALINK

    largo

    Registriert seit: 01.01.2010

    Beiträge: 50

    irrlichtIch finde zahlreiche Nennungen ehrlich gesagt extrem fragwürdig. Liest sich oftmals mehr nach dem who-is-who der Verkaufszahlen und Bekanntheitsgrade.

     

    Finde ich auch. Das ist eine Auswahl von dem Material, das die Journalisten auf dem Radar haben bzw. hatten. Was dabei auf den Radar kommt, hängt dabei von verschiedenen Selektionskriterien ab. Journalisten berichten z.B. oft über Sachverhalte, bei denen sie ein gesellschaftliches Interesse annehmen. Viele Veröffentlichungen (z.B. „1989“ von Taylor Swift) sind zwar – vorsichtig gesagt – künstlerisch unambitioniert, werden aber aufgrund ihres großen Bekanntheitsgrades rezipiert. Das ist bisschen wie eine Filterblase. Journalisten beschreiben, was gesellschaftliche relevant ist. Und was aus Sicht der Gesellschaftsmitglieder relevant ist, entscheidet sich danach, was in der Presse steht. Sehr verhängnisvoll. Und wenn man ehrlich ist, hat man am liebsten mit Menschen zu tun, mit denen man einer Meinung ist. Mit denen man sich gegenseitig auf die Schulter klopfen kann.

    Die Auswahl der Journalisten bzgl. der besten Alben 2010-2019 ist somit deutlich in eine bestimmte Richtung verzerrt.

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    #10942781  | PERMALINK

    cycleandale
    ALEoholic

    Registriert seit: 05.08.2010

    Beiträge: 9,396

    Erstmal danke fürs Einstellen der Listen, schon interessant.

    Aber ich denke wir sind uns einig dass Bestenlisten ohne Jeff Lynne eigentlich nicht gehen.

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    l'enfer c'est les autres...
    #10942785  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 34,675

    nur wenn man in den letzten 10 Jahren nichts anderes gehört hat…

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    Totale Zerstörung!
    #10942807  | PERMALINK

    atom
    Moderator

    Registriert seit: 10.09.2003

    Beiträge: 20,433

    Rolling Stone (US)
    1. Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy
    2. Beyoncé – Lemonade
    3. Kendrick Lamar – To Pimp a Butterfly
    4. Taylor Swift – Red
    5. David Bowie – Blackstar
    6. Drake – Take Care
    7. Lorde – Melodrama
    8. Adele – 21
    9. Pistol Annies – Interstate Gospel
    10. LCD Soundsystem – This Is Happening
    11. Kacey Musgraves – Golden Hour
    12. Frank Ocean – Blonde
    13. Kanye West – Yeezus
    14. The Black Keys – Brothers
    15. J Balvin – Vibras
    16. Parquet Courts – Light Up Gold
    17. Chance The Rapper – Acid Rap
    18. Paul Simon – So Beautiful or So What
    19. Taylor Swift – 1989
    20. Solange – A Seat at the Table
    21. Courtney Barnett – Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit
    22. Radiohead – A Moon Shaped Pool
    23. Robyn – Body Talk
    24. Vampire Weekend – Modern Vampires of the City
    25. Rihanna – ANTI
    26. Beyoncé – Beyoncé
    27. Kendrick Lamar – DAMN.
    28. Jason Isbell – Southeastern
    29. Car Seat Headrest – Teens of Denial
    30. Ariana Grande – thank u, next
    31. Billie Eilish – WHEN WE ALL FALL ASLEEP, WHERE DO WE GO?
    32. Lana Del Rey – Norman Fucking Rockwell!
    33. Mitski – Be the Cowboy
    34. Cardi B – Invasion of Privacy
    35. D’Angelo – Black Messiah
    36. Randy Newman – Dark Matter
    37. Frank Ocean – Channel Orange
    38. Chance The Rapper – Coloring Book
    39. ROSALÍA – EL MAL QUERER
    40. SZA – Ctrl
    41. Sturgill Simpson – A Sailor’s Guide to Earth
    42. Miranda Lambert – Platinum
    43. Bob Dylan – Tempest
    44. HAIM – Days Are Gone
    45. Lin-Manuel Miranda – Hamilton: An American Musical (Original Broadway Cast Recording)
    46. Bruce Springsteen – Wrecking Ball
    47. Bon Iver – 22, A Million
    48. Leonard Cohen – You Want It Darker
    49. Kanye West & Jay-Z – Watch the Throne
    50. Carly Rae Jepsen – E•MO•TION
    51. Arcade Fire – The Suburbs
    52. Khalid – American Teen
    53. Fiona Apple – The Idler Wheel
    54. Japandroids – Celebration Rock
    55. Daft Punk – Random Access Memories
    56. Sky Ferreira – Night Time, My Time
    57. Alabama Shakes – Boys & Girls
    58. Miranda Lambert – The Weight of These Wings
    59. Harry Styles – Harry Styles
    60. Nicki Minaj – The Pinkprint
    61. Waxahatchee – Cerulean Salt
    62. Paul McCartney – Egypt Station
    63. Janelle Monáe – Dirty Computer
    64. Sharon Van Etten – Are We There
    65. St. Vincent – St. Vincent
    66. Kendrick Lamar – good kid, m.A.A.d. city
    67. Bad Bunny – X 100PRE
    68. Florence + The Machine – How Big How Blue How Beautiful
    69. Lizzo – Cuz I Love You
    70. Drake – If You’re Reading This It’s Too Late
    71. Grimes – Art Angels
    72. Jack White – Blunderbuss
    73. Jenny Lewis – On the Line
    74. Pusha T – Daytona
    75. Father John Misty – I Love You, Honeybear
    76. Frank Ocean – Nostalgia, Ultra.
    77. The Highwomen – The Highwomen
    78. Soccer Mommy – Clean
    79. Kesha – Rainbow
    80. Stephen Malkmus and the Jicks – Mirror Traffic
    81. Brandi Carlile – By the Way, I Forgive You
    82. Kamasi Washington – The Epic
    83. Eric Church – Chief
    84. Jamie xx – In Colour
    85. Metallica – Hardwired…To Self-Destruct
    86. Angel Olsen – My Woman
    87. Nick Cave & The Bad Seeds – Ghosteen
    88. Arctic Monkeys – AM
    89. Joanna Newsom – Have One on Me
    90. Neil Young & Crazy Horse – Psychedelic Pill
    91. Tierra Whack – Whack World
    92. Vampire Weekend – Father of the Bride
    93. U2 – Songs of Innocence
    94. Sheer Mag – Need to Feel Your Love
    95. Future – Monster
    96. Low Cut Connie – Call Me Sylvia
    97. Rich Gang – Tha Tour Part 1
    98. John Prine – The Tree of Forgiveness
    99. Lana Del Rey – Ultraviolence
    100. The War on Drugs – A Deeper Understanding

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    Hey man, why don't we make a tune... just playin' the melody, not play the solos...
    #10943363  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 79,146

    Ich finde die bisherigen Listen richtig gut, und das nicht nur, weil ich in allen etliche meiner persönlichen Favoriten wiederentdecke. Sie bestätigen vor allem eindrucksvoll, was hier im Forum heftig bestritten wurde: Natürlich gibt es auch in den 2010ern, der Ära der „Filterblasen“, „große“ Konsensalben, die von vielen geschätzt werden. Und zwar nicht nur von Kritikern und Enthusiasten, sondern auch vom größeren Publikum. Ein anderer Trend hat sich in den 2010ern noch weiter verstärkt: Die ideologische Mauer zwischen „Mainstream“ und, tja, wie hieß das Gegenteil eigentlich? – diese Mauer ist weiter eingerissen worden. Der US-Stone formuliert es sehr griffig: „In the 2010s, the biggest artists were also some of the biggest innovators — from Kanye West creating his monumental over-the-top opus My Beautiful Dark Twisted Fantasy to Beyoncé connecting her life story to a history of African American expression on Lemonade to Chance the Rapper blowing up with a free mixtape that was full of psychedelic realism to Taylor Swift and Kacey Musgraves and Frank Ocean pushing the limits of the conservative genres they eventually broke out of entirely.“

    Natürlich kann man über jede einzelne Nennung persönlich anderer Meinung sein. Die Listen bilden das musikalische Geschehen der Dekade nach meinem Eindruck aber recht akkurat ab. Ich erwarte jedenfalls nicht, dass auch meine abseitigeren Lieblingsalben in solchen Listen wiederkehren. Die Verehrer der Swans dürfen sich auf die Dekadenliste von „The Needle Drop“ freuen, wo diese weit oben neben u. a. Kendrick Lamar, Death Grips, Carly Rae Jepsen und Charli XCX thronen werden …

    --

    #10943369  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 79,146

    largoUnd wenn man ehrlich ist, hat man am liebsten mit Menschen zu tun, mit denen man einer Meinung ist. Mit denen man sich gegenseitig auf die Schulter klopfen kann.

    Tja, und genau das geben Dir die Listen nicht, also sind sie „in eine bestimmte Richtung verzerrt“.

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    #10943373  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,536

    herr-rossiDie Listen bilden das musikalische Geschehen der Dekade nach meinem Eindruck aber recht akkurat ab. Ich erwarte jedenfalls nicht, dass auch meine abseitigeren Lieblingsalben in solchen Listen wiederkehren. Die Verehrer der Swans dürfen sich auf die Dekadenliste von „The Needle Drop“ freuen…

    Nur am Rande: Swans gehören sicher nicht in die Kategorie der „abseitigen Lieblingsalben“ oder „ganz persönlichen Favoriten“ und nicht einmal in die der „Geheimtipps“, denn sie haben zwei der meistgelobten Alben des Jahrzehnts veröffentlicht, wie Metacritic festhält. Deshalb verwundert die Abwesenheit von To Be Kind und The Seer zumindest bei den Publikationen, die diese Alben früher so gelobt haben (bei Billboard, dem Handelsblatt der Musikindustrie, wundert es natürlich nicht, bei Pitchfork aber schon).

    --

    To Hell with Poverty
    #10943375  | PERMALINK

    go1
    Gang of One

    Registriert seit: 03.11.2004

    Beiträge: 5,536

    Und noch eine Anmerkung: Das musikalische Geschehen, das diese Listen abbilden, ist natürlich das in der Popwelt. Da ist die moderne Klassik außen vor, Jazz schafft nur vereinzelt den Crossover (Kamasi Washington…) und von Folk ist nur gelegentlich etwas zu sehen. Auch Country bildet eine Parallelwelt, obwohl es da mehr Austausch gibt. Und immer noch ist es vor allem die Popwelt in Nordamerika und Großbritannien, mit gelegentlichen Einflüssen aus Lateinamerika (noch seltener aus anderen Regionen).

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    To Hell with Poverty
    #10943429  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,413

    herr-rossiIch finde die bisherigen Listen richtig gut, und das nicht nur, weil ich in allen etliche meiner persönlichen Favoriten wiederentdecke. Sie bestätigen vor allem eindrucksvoll, was hier im Forum heftig bestritten wurde: Natürlich gibt es auch in den 2010ern, der Ära der „Filterblasen“, „große“ Konsensalben, die von vielen geschätzt werden. Und zwar nicht nur von Kritikern und Enthusiasten, sondern auch vom größeren Publikum. Ein anderer Trend hat sich in den 2010ern noch weiter verstärkt: Die ideologische Mauer zwischen „Mainstream“ und, tja, wie hieß das Gegenteil eigentlich? – diese Mauer ist weiter eingerissen worden. Der US-Stone formuliert es sehr griffig: „In the 2010s, the biggest artists were also some of the biggest innovators — from Kanye West creating his monumental over-the-top opus My Beautiful Dark Twisted Fantasy to Beyoncé connecting her life story to a history of African American expression on Lemonade to Chance the Rapper blowing up with a free mixtape that was full of psychedelic realism to Taylor Swift and Kacey Musgraves and Frank Ocean pushing the limits of the conservative genres they eventually broke out of entirely.“ Natürlich kann man über jede einzelne Nennung persönlich anderer Meinung sein. Die Listen bilden das musikalische Geschehen der Dekade nach meinem Eindruck aber recht akkurat ab. Ich erwarte jedenfalls nicht, dass auch meine abseitigeren Lieblingsalben in solchen Listen wiederkehren. Die Verehrer der Swans dürfen sich auf die Dekadenliste von „The Needle Drop“ freuen, wo diese weit oben neben u. a. Kendrick Lamar, Death Grips, Carly Rae Jepsen und Charli XCX thronen werden …

    @herr-rossi: das Fehlen von Konsensalben hab ich eher auf unser Board*, oder im weiteren Kreis auf Deutschland bezogen. Im UK oder den USA sieht das dann schon anders aus, und von dort stammen ja die Listen.

    Interessant für mich zu beaobachten, dass innerhalb der Dekade klassische Rockalben kaum noch eine Rolle spielen. Selbst in der US-RS Liste zähle ich ca. 10 von 100 Rockalben. Da müßte man schon fast auf Auswertungen der Nischenmagazine warten, um einen gewissen Anteil zu sehen. Wenn ich meine eigenen Listen der letzten Jahre anschau, sieht’s genauso mau aus.

    *was die immer geringeren Deckungen der einzelnen Userlisten bestätigt.

    --

    from Monday to Friday, from Friday to Sunday
    #10943471  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 4,023

    Ich finde die Listen bisher nicht so gut, vor allem frage ich mich, was dieses ganze angestaubte Mittelmaß wie Blunderbuss von Jack White oder Psychedelic Pill von Neil Young & Crazy Horse in solch einer Aufzählung zu suchen hat, wenn Bands wie die Swans fehlen. Mal ganz abgesehen von schlechten Scherzen wie U2 und diversen Künstlern, die nur auftauchen, weil sie kommerziell relevant sind. Das zeugt einfach nur von unfassbarer Bequemlichkeit.

    --

    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
    #10943475  | PERMALINK

    choosefruit
    low fidelity

    Registriert seit: 23.05.2015

    Beiträge: 5,978

    pfingstluemmelMal ganz abgesehen von schlechten Scherzen wie U2 und diversen Künstlern, die nur auftauchen, weil sie kommerziell relevant sind. Das zeugt einfach nur von unfassbarer Bequemlichkeit.

    Ist dies nicht in 99% aller Listen ein Indikator? Wenn ich die hier geposteten überfliege, dürften diese doch ein guter Querschnitt der umsatzstärksten Veröffentlichungen der letzten 10 Jahre sein. Wieso sollte sonst beispielsweise Kanye West auf #1 landen? ;-)

    --

    #10943479  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 4,023

    Weil Kanye West einen Ruf als Querdenker und Erneuerer hat, noch aus der Jahrzehntenwende herüberschwappend. Die Fanboys wollen sich noch nicht eingestehen, dass der Herr seinen Zenit längst überschritten hat.

    --

    Come with uncle and hear all proper! Hear angel trumpets and devil trombones. You are invited.
    #10943485  | PERMALINK

    pfingstluemmel
    Darknet Influencer

    Registriert seit: 14.09.2018

    Beiträge: 4,023

    Und so sehr ich zum Beispiel auch Randy Newman liebe: Dark Matter soll die 36. beste LP des Jahrzehnts sein? Ernsthaft?

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