Der letzte Film, den ich gesehen habe (Vol. II)

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  • #12589647  | PERMALINK

    lysol

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    Danke @gypsy-tail-wind. Habe „Modesty Blaise” oben auf meine Liste gesetzt.

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    #12590295  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Gestern im Kino: Sylvia Scarlett (USA 1935) von George Cukor – ein vergnüglicher Film mit Katherine Hepburn, zunächst als Junge verkleidet, später im Kleid wird sie für einen Jungen gehalten – aber egal wie sie grad auftritt, es erliegen ihr eh alle. Kann mit den besten Screwball Comedies bei weitem nicht mithalten, aber machte Spass.

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    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba
    #12590771  | PERMALINK

    motoerwolf

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    Five Nights at Freddy’s 2 (Emma Tammi, 2025)

    Schon Teil 1 war kein guter Film, doch als Freund des Horrorgenres habe ich ihn natürlich trotzdem geschaut. Und als jemand, der gerne Filmreihen u.ä.  vollständig sieht, wenn sie einmal begonnen wurden, ging ich gestern auch in Teil 2, obwohl die Kritiken erneut nicht gut waren (nach den Überschriften zu urteilen, lesen tue ich die immer erst nach dem Film). Was soll ich sagen, außer dass auch dieser Film ziemlich übel ist. Gerettet wird er ein Stück weit dadurch, dass er recht gut ausschaut, aber der komplette Rest des Films ist schlimm. Die Dialoge sind zu keiner Zeit realistische Gespräche, das miese Schauspiel macht die Sache nicht besser. Das fällt aber zunächst gar nicht so sehr auf, so stark ist man als Zuschauer bemüht, der wirren Inszenierung irgendwie beizukommen und zu verstehen, was man da gerade sieht (man sollte unbedingt vorher noch einmal die Inhaltsangabe von Teil 1 lesen, bevor man Teil 2 schaut, und selbst dann ist die Story wirr erzählt; Spoiler: es hat zum Beispiel etwas gedauert, bis mir klar war, dass es zwei Pizzerien gibt). Der Film ist aber nicht nur wirr, er ist auch äußerst spannungsarm und sehr, sehr unblutig. Die Zielgruppe scheint mir eher so um die zwölf Jahre alt zu sein, was natürlich blöd ist, wenn es dann trotz der Harmlosigkeit eine FSK 16 gesetzt hat. FSK 12 wäre eigentlich angemessener gewesen, doch leider ist ja nach aktuellem Recht die 12er-Freigabe gleichzeitig eine Freigabe ab 6, wenn die Kinder begleitet sind, und dass wäre in meinen Augen dann doch etwas früh. IMHO sollte es zwei unterschiedliche FSK 12 geben für solche Fälle, einmal so, wie es jetzt ist, und eine echte Freigabe ab 12. Egal, zurück zum Film, denn ich will noch kurz an ein paar Szenen verdeutlichen, was den Film so mies macht. Da ist zum Beispiel eine Szene, in der die 11-jährige Heldin des Films, Abby, mit einer der Animatronics, Chica, ein Taxi besteigt. Natürlich ist es dem Filmteam komplett egal, dass Chica dafür eigentlich zu groß ist (das zieht sich durch den ganzen Film, die Dinger passen einfach durch keine der zu sehenden Türen und sind eigentlich zu steif, um gebückt hindurch zu treten). Natürlich ist Chica aber nicht nur groß, sondern auch schwer, also neigt ihr Einsteigen den Wagen stark zur Seite, man glaubt fast, dass er gleich einfach zusammen bricht. Und ebenso natürlich spielt das eine Sekunde später keine Rolle mehr, als man den Wagen völlig gerade und ohne jedes Problem wegfahren sieht. An einer anderen Stelle ist eine der Figuren, Vanessa, im Auto unterwegs und wird plötzlich und unerwartet angegriffen, denn eine der Figuren hat sich auf dem Dach festgekrallt und auf den passenden Moment zur Attacke gewartet. Es folgt ein wenig Hick-Hack, bevor Vanessa scheinbar entkommen kann. Bei ihrer Flucht ist es jetzt interessant zu sehen, welche Kameraperspektiven verwendet werden. Denn die Kamera tut alles, um zu verhindern, dass der Zuschauer sieht, dass das Monster noch immer auf dem Dach ist. Leider geschieht das extrem plump, und jeder, der mehr als einen Film gesehen hat, weiß auch, dass die Szene noch nicht vorbei ist. Ähnliches gibt es im Film immer wieder zu sehen. Durch die Position der Kamera wird der Zuschauer vom Auftauchen der Animatronics „überrascht“, und gleiches gilt für die Menschen im Film. Bloß sollte das nicht so sein, denn ihre Perspektive und die der Kamera sind offensichtlich andere, und was der Kamera verhüllt bleibt, sollte den Figuren sichtbar sein. Kurz, es ist ein Grauen, aber nicht so, wie es der Horrorfilmfan sich erhofft hat. Maximal 2/10 Piunkten.

     

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    #12590773  | PERMALINK

    motoerwolf

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    Und sonst:

    Song Sung Blue (Craig Brewer, 2025)

    Ziemlich schöner Film, geht direkt ins Herz. Empfehlung! 8/10 Punkten

    Greenland 2 (Ric Roman Waugh, 2026)

    Solider Film, der die Qualitäten des Vorgängers aufnimmt und erneut stärker die Familie in den Fokus rückt als die Katastrophe selbst. Neu ist wenig an der Geschichte, dennoch bleibt der Film die ganz Zeit über spannend. Wer Teil 1 mochte, kann hier bedenkenlos rein gehen. Gute 7/10 Punkten.

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    #12590821  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Zuhause am Fernseher die Tage:

    Crash (US/DE 2004) von Paul Haggis. Naja…

    Blinded by the Lights (GB/US 2019) von Gurinder Chadha. Ziemlich gut.

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    #12591695  | PERMALINK

    pfingstluemmel
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    Außerdem gesehen:

    Tears of the Sun (Director’s Extended Cut) (Regie: Antoine Fuqua – USA, 2003) 4,5/10
    Solis (Regie: Carl Strathie – Großbritannien, 2018) 5,5/10
    SI2U (Regie: Jalmari Helander – Finnland/USA, 2025) 8/10
    La vida precoz y breve de Sabina Rivas (Regie: Luis Mandoki – Mexiko, 2012) 6,5/10
    White Material (Regie: Claire Denis – Frankreich/Kamerun, 2009) 7,5/10

    Zwei Sichtweisen auf die Krisen des post-kolonialen Afrikas mit ähnlicher Ausgangslage: Antoine Fuqua muss sich Produzenten und Studiobossen beugen und inszeniert die übliche Krawallabfahrt, endend mit in Helikoptern am Himmel verschwindenden US-Soldaten und glücklich tanzenden Nigerianern (die gerade alles außer ihrem Leben verloren haben und als mittellose Flüchtlinge in Kamerun stranden).
    Claire Denis Darstellung einer fragilen Lage, zur tödlichen Falle gereift, musikalisch untermalt vom Score der Tindersticks, kann ganz ohne übermächtiges Kriegsgerät eine Bedrohung aufbauen, die mit Fuquas Kirmes wenig gemein hat. Emotional tiefergehend und präziser, hohles Heldentum glänzt durch Abwesenheit. Die weiße Französin scheint dem Thema verbundener als der afro-amerikanische Regisseur, der die Fesseln des US-amerikanischen Mainstreamkinos nicht abzustreifen weiß. Angeblich hatte er einen anderen Film geplant, bis die suits ihn zur Räson brachten.

    Nachdem er im ersten Teil den Nazis eine Abreibung verpasst hat, schlägt Sisu in der Fortsetzung eine Schneise durch die Sowjetunion. Brachial, einfallsreich, vergnüglich. Auf’s Maul! Die nächste Fortsetzung bítte als Son of Sisu – Mayhem in Murica. Die Apologeten der freien Welt wissen dies sicher zu verhindern…

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    #12592937  | PERMALINK

    pfingstluemmel
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    Weiterhin gesehen:

    In the Cut (Regie: Jane Campion – USA/Großbritannien, 2003) 8/10
    Halley (Regie: Sebastián Hofmann – Mexiko, 2012) 7/10
    Boy Meets Girl (Regie: Leos Carax – Frankreich, 1984) 8,5/10
    Tōkyō nagaremono (Regie: Seijun Suzuki – Japan, 1966) [Re-Watch] 8,5/10

    Heutzutage als feministischer Film wahrgenommen, der Femme fatale-Klischees ad absurdum führt und den male gaze geschickt unterläuft, wirbt das alte deutsche Cover von In the Cut noch mit markigen Sprüchen wie „Vorsicht! Meg Ryan zeigt alles“ und „pikanten Erotik-Szenen“. Klar, kann man natürlich auch einfach als Serienkiller- oder Erotik-Thriller mit Bava-Ausleuchtung und unsimuliertem Blowjob rezipieren, das wäre aber nur der halbe Spaß.

    Die leider schon vor Jahren eingestellte arte Trash-Reihe hat meinen filmischen Horizont nicht unerheblich erweitert. Im Grunde zeigte man dort auch keinen Trash im üblichen Sinne, sondern abseitiges Kino mit Kunst- oder Gegenkultur-Touch, stets dazu bereit, Grenzen und Tabus zu überschreiten und zu brechen. Tōkyō nagaremono war eins dieser Erlebnisse. Immer noch ganz wundervoll.

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    #12593137  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Gestern im Kino: Midnight (USA 1939) von Mitchell Leisen – eine tolle Screwball Comedy mit Claudette Colbert und einem tollen Cast, zu dem auch John Barrymore, Mary Astor, Don Ameche usw. gehören; Drehbuch von Charles Brackett und Billy Wilder.

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    #12593139  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Schönes Programm bei Dir @pfingstluemmel die letzten Tage! Den Film von Claire Denis bzw. überhaupt alle ihre Filme würde ich gerne mal sehen!

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    #12593299  | PERMALINK

    pfingstluemmel
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    Danke, danke. Du lieferst dich wohl wieder der Gnade der Programmkinos aus, ich habe einfach eine weitere Artifical Eye-DVD bei Oxfam erworben.

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    #12593333  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    pfingstluemmelDanke, danke. Du lieferst dich wohl wieder der Gnade der Programmkinos aus…

    So ist es… um den Absprung ins Wochenende nicht mit noch mehr Überstunden zu verzögern heute Nachmittag hiermit:

    Barton Fink (USA/GB 1991) von den Coen Brüdern … bleibt wohl neben „Raising Arizona“ und den zwei von Ethan Coen der letzte, den ich in der laufenden Reihe schaffe, aber das ist okay. Ein ziemlich irrer Film, den ich noch nicht kannte. Es fehlt mir noch „The Hudsucker Proxy“ und für „Miller’s Crossing“ und „Blood Simple“ wäre mal wieder Zeit gewesen.

    Bisschen crush auf Judy Davis gerade.

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    #12593741  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Heute Nachmittag im Kino: To Each His Own (USA 1946) von Mitchell Leisen mit einer umwerfenden Olivia De Havilland – sie kriegte einen Oscar für den Auftritt. Bisschen geheult am Ende – ein handwerklich hervorragend gemachtes Melodram mit starkem Cast, guter Story, Musik von Victor Young (und dazu wohl ein Evans/Livingston-Song), Kostüme von Edith Head – klassisches Hollywood.

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    #12594325  | PERMALINK

    talkinghead2

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    Heute mal wieder im Kino:

    Extrawurst (Markus H. Rosenmüller, 2026)

    Habe mich im Kino schon sehr lange nicht mehr derartig amüsiert. Harpe Kerkeling souverän wie immer und es wird wirklich jedes Klischee aufgegriffen und genüsslich zerpflückt.

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    Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!
    #12594533  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
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    Heute in der Matinée: Father Mother Sister Brother (USA/IE/FR/IT/JP 2025), der neue von Jim Jarmusch. Gefiel mir sehr gut, die schöne Schlussepisode reisst ihn in eine irgendwie schöne Melancholie heraus, nachdem der Film nach der öffnenden Komödie um Waits in der mittlere Episode mit Rampling in eine bonbonfarbene tiefe Depression fällt.

    Dusty Springfield ist super („Spooky“) – und am Ende im gemieteten Lager steht „Enter the Wu-Tang“ vorn in einer Kiste :good:

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    #12594569  | PERMALINK

    motoerwolf

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    Send Help (Sam Raimi, 2026)

    Raimi präsentiert hier einen wilden Genre-Mix aus Thriller, Survival-Drama, RomCom und Horror. Linda Liddle (Rachel McAdams) ist eine wichtige, aber leider sozial total unsichere und rechte tölpelhafte Mitarbeiterin einer großen Firma, deren neuer Chef, der das Unternehmen geerbt hat, sie verachtet und ihr eigentlich kündigen will. Er gibt ihr jedoch eine letzte Chance, sich auf einer Geschäftsreise zu beweisen. Auf der Reise stürzt das Flugzeug ab, und bis auf Linda und ihren Chef sterben alle. Die zwei retten sich auf eine Insel, wo sich ihr Verhältnis dreht, denn Linda ist zufällig Survivor-Fan und absolut in der Lage, die Situation in der Wildnis zu meistern.

    Der Film macht vieles richtig, besonders die Besetzung ist wirklich gut gelungen. Allerdings gibt es auch ein paar Mankos. Wirklich übel ist beispielsweise der Look eines Tieres, das Linda jagt. Das ist schlimmer CGI-Schrott. Da die Szene aber nicht allzu lang ist, kann man das verschmerzen. Wesentlich störender fand ich die Entwicklung der Linda-Figur. Diese wird irgendwann vom Opfer zum Täter und verbreitet dabei mehr Leid, als ihr widerfahren ist. Ja, Macht korrumpiert. Doch wofür Linda im Film zu töten bereit ist, steht in keinem Verhältnis zum Akt des Tötens. Mich hat der Film ab dieser Stelle etwas verloren. 6,5/10 Punkten.

    28 Years Later: The Bone Temple (Nia DaCosta, 2026)

    DaCostas Film ist ein absoluter Hammer geworden, der den direkten Vorgänger locker in den Schatten stellt. Allerdings ist der Film nur schwer genießbar, die Gewalt in diesem Werk ist wahnsinnig unangenehm zu schauen. Bereits die Eröffnungssequenz mit Spike und den „Powerrangers“, die fast nahtlos an den Vorgänger anknüpft, fühlt sich für den Zuschauer zunehmend beklemmender an und bereit fast körperliche Schmerzen. Dabei ist das Gezeigte letztlich (optisch) relativ harmlos, es gibt eine, immerhin tödliche, Stichverletzung zu sehen. Doch der Weg dahin, und noch viel mehr die Folgen davon, lassen den Zuschauer in ein tiefes emotionales Loch fallen.  Aus diesem kommt man auch kaum mehr heraus, solange diese Figuren auf der Leinwand zu sehen sind (die Sequenz in der Scheune, Herrgott). In einem zweiten Handlungsstrang folgen wir Dr. Ian Kelson und dem Alpha aus dem letzten Teil, und so hart die Szenen mit den Jugendlichen sind, so seltsam berührend sind die Szenen mit diesen beiden. Denn Kelson schafft es, eine Art Beziehung zum Alpha aufzubauen. So etwas hat man im Genre schon gesehen, aber nicht so wie hier. Beispielsweise hat diese Beziehung starke homoerotische Untertöne, und das nicht etwa nur wegen des gewaltigen Penis des Alpha (ist der echt?).

    Im Finale führen beide Handlungsstränge zusammen, und was Ralph Fiennes hier als Dr. Kelson für eine Show liefert, hat mir im Kino die Tränen in die Augen getrieben. Vor Glück und Dankbarkeit, diese fantastische Szene im Kino sehen und hören zu dürfen. Mindestens innerhalb des Genres ein Meisterwerk, ich gebe 10/10 Punkten.

    Primate (Johannes Roberts, 2025)

    Netter Tierhorrorfilm, dessen besondere Stärke der Affe ist, der hier von einem Menschen gespielt wird. Das sieht richtig gut aus, und man ist dankbar, dass hier kein CGI eingesetzt wurde. Auch sonst macht Film Spaß und ist ansprechend inszeniert. Lediglich ein Punkt störte mich gewaltig, und das bereits von der allerersten Szene an. Die Figuren verhalten sich immer wieder so unfassbar dumm, dass man weinen möchte. Bleiben wir als Beispiel bei der Eröffnungssequenz: hier geht ein Tierarzt in Bens Gehege, einem Schimpansen, der ganz offensichtlich krank ist. Später im Film erfahren wir, dass der eigentlich im Haus lebende Affe von seiner „Familie“ über Nacht eingeschlossen wurde, weil der durch einen Biss eine Infektion bekommen haben könnte. Und kranke Tiere können nun einmal unberechenbar und gefährlich sein. Unser Tierarzt jedoch geht in den Käfig, lässt die Tür offen, will Ben eine Injektion per ganz normaler Spritze verabreichen. Wahnsinnig professionell. Auch will ich nie wieder sehen, wie der tot geglaubte Killer / das tot geglaubte Monster noch ein letztes Mal angreift. Hat denn in diesem Film niemand Zombieland gesehen und die Regeln gelernt? Trotz dieser Schwachpunkte lohnt sich der Film für Genrefans, und für diese gebe ich 7/10 Punkten.

    The Housemaid – Wenn sie wüsste (The Housemaid, Paul Feig, 2025)

    Komischer Film. Ich kenne die Vorlage nicht, der Film jedenfalls ist teilweise ganz schön trashig geworden. Es gibt jede Menge Twists (die mich nicht besonders überrascht haben), eine exaltierte Hauptfigur (Amanda Seyfried) und eine cheezy Story (diese Sexszenen!) um deren Mann und das Hausmädchen (Sydney Sweeney, die mit den guten Jeans / Genen). Es wurde relativ viel gelacht im Publikum, auch von mir, aber ich bezweifle, dass Feig all diese Lacher intendiert hatte. Allerdings ist der Film auch über weite Strecken sehr unterhaltsam und spannend, das Ende gar ziemlich heftig. Ich bin völlig planlos, wie ich diesen Film bewerten soll.

    zuletzt geändert von motoerwolf

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