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Five Nights at Freddy’s 2 (Emma Tammi, 2025)
Schon Teil 1 war kein guter Film, doch als Freund des Horrorgenres habe ich ihn natürlich trotzdem geschaut. Und als jemand, der gerne Filmreihen u.ä. vollständig sieht, wenn sie einmal begonnen wurden, ging ich gestern auch in Teil 2, obwohl die Kritiken erneut nicht gut waren (nach den Überschriften zu urteilen, lesen tue ich die immer erst nach dem Film). Was soll ich sagen, außer dass auch dieser Film ziemlich übel ist. Gerettet wird er ein Stück weit dadurch, dass er recht gut ausschaut, aber der komplette Rest des Films ist schlimm. Die Dialoge sind zu keiner Zeit realistische Gespräche, das miese Schauspiel macht die Sache nicht besser. Das fällt aber zunächst gar nicht so sehr auf, so stark ist man als Zuschauer bemüht, der wirren Inszenierung irgendwie beizukommen und zu verstehen, was man da gerade sieht (man sollte unbedingt vorher noch einmal die Inhaltsangabe von Teil 1 lesen, bevor man Teil 2 schaut, und selbst dann ist die Story wirr erzählt; Spoiler: es hat zum Beispiel etwas gedauert, bis mir klar war, dass es zwei Pizzerien gibt). Der Film ist aber nicht nur wirr, er ist auch äußerst spannungsarm und sehr, sehr unblutig. Die Zielgruppe scheint mir eher so um die zwölf Jahre alt zu sein, was natürlich blöd ist, wenn es dann trotz der Harmlosigkeit eine FSK 16 gesetzt hat. FSK 12 wäre eigentlich angemessener gewesen, doch leider ist ja nach aktuellem Recht die 12er-Freigabe gleichzeitig eine Freigabe ab 6, wenn die Kinder begleitet sind, und dass wäre in meinen Augen dann doch etwas früh. IMHO sollte es zwei unterschiedliche FSK 12 geben für solche Fälle, einmal so, wie es jetzt ist, und eine echte Freigabe ab 12. Egal, zurück zum Film, denn ich will noch kurz an ein paar Szenen verdeutlichen, was den Film so mies macht. Da ist zum Beispiel eine Szene, in der die 11-jährige Heldin des Films, Abby, mit einer der Animatronics, Chica, ein Taxi besteigt. Natürlich ist es dem Filmteam komplett egal, dass Chica dafür eigentlich zu groß ist (das zieht sich durch den ganzen Film, die Dinger passen einfach durch keine der zu sehenden Türen und sind eigentlich zu steif, um gebückt hindurch zu treten). Natürlich ist Chica aber nicht nur groß, sondern auch schwer, also neigt ihr Einsteigen den Wagen stark zur Seite, man glaubt fast, dass er gleich einfach zusammen bricht. Und ebenso natürlich spielt das eine Sekunde später keine Rolle mehr, als man den Wagen völlig gerade und ohne jedes Problem wegfahren sieht. An einer anderen Stelle ist eine der Figuren, Vanessa, im Auto unterwegs und wird plötzlich und unerwartet angegriffen, denn eine der Figuren hat sich auf dem Dach festgekrallt und auf den passenden Moment zur Attacke gewartet. Es folgt ein wenig Hick-Hack, bevor Vanessa scheinbar entkommen kann. Bei ihrer Flucht ist es jetzt interessant zu sehen, welche Kameraperspektiven verwendet werden. Denn die Kamera tut alles, um zu verhindern, dass der Zuschauer sieht, dass das Monster noch immer auf dem Dach ist. Leider geschieht das extrem plump, und jeder, der mehr als einen Film gesehen hat, weiß auch, dass die Szene noch nicht vorbei ist. Ähnliches gibt es im Film immer wieder zu sehen. Durch die Position der Kamera wird der Zuschauer vom Auftauchen der Animatronics „überrascht“, und gleiches gilt für die Menschen im Film. Bloß sollte das nicht so sein, denn ihre Perspektive und die der Kamera sind offensichtlich andere, und was der Kamera verhüllt bleibt, sollte den Figuren sichtbar sein. Kurz, es ist ein Grauen, aber nicht so, wie es der Horrorfilmfan sich erhofft hat. Maximal 2/10 Piunkten.
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And all the pigeons adore me and peck at my feet Oh the fame, the fame, the fame