bft#20

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  • #10129169  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    herzlich willkommen zum ersten blindfoldtest von 2017.
    ich hau einfach mal einen raus.
    wer lust hat, kann mir schreiben und bekommt einen wetransfer-link.
    auflösen würde ich in ca. 2 wochen.

    ist nix obskures, vieles werdet ihr kennen, und vieles ist nur entfernt als jazz zu bezeichnen.
    mir macht es spaß. euch vielleicht auch.

    grüße,
    brandstand

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Jahre, 4 Monate von  brandstand3000.
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    Highlights von Rolling-Stone.de
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    #10129319  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,838

    wie toll, das freut mich natürlich sehr!
    bin gespannt.

    --

    #10129349  | PERMALINK

    friedrich

    Registriert seit: 28.06.2008

    Beiträge: 4,258

    Hey,

    was für eine Überraschung! Ich bin gespannt. Die Jazz Wars-Collage ist fantastisch. Besonders gut gefallen mir Miles im TIE fighter und Walter Becker als R2D2. Und die Adderley Bros. als Han Solo und Chewbacca. :yahoo:

    Auflösung in 2 Wochen ist erfahrungsgemäß etwas knapp. Ggf. solltest Du da mit der Deadline etwas flexibel sein.

    --

    "I said a hip-hop, the hippie, the hippie / To the hip, hip-hop and you don't stop the rockin' / To the bang-bang boogie, say up jump the boogie / To the rhythm of the boogie, the beat" (The Sugarhill Gang)
    #10129369  | PERMALINK

    demon

    Registriert seit: 16.01.2010

    Beiträge: 66,870

    Danke für den Link; ich bin jetzt dabei. Werde aber – wie üblich – etwas länger brauchen, bevor ich was dazu schreiben kann. Und (er)kennen werde ich sowieso nichts…

    --

    Software ist die ultimative Bürokratie.
    #10129371  | PERMALINK

    gypsy-tail-wind
    Moderator
    Biomasse

    Registriert seit: 25.01.2010

    Beiträge: 62,103

    Bin natürlich auch dabei … zeitlich wird es eng, aber die Files sind schon mal da!

    --

    "Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #133: Revivals in den 90ern und eine Neuheit aus der Romandie - 14.6., 22:00 | Slow Drive to South Africa, #7: tba | No Problem Saloon, #29: tba
    #10129393  | PERMALINK

    wahr

    Registriert seit: 18.04.2004

    Beiträge: 12,672

    bin auch dabei. files sind runtergeladen, und wenn sich ein zeitfenster öffnet, geht’s los mit dem blindflug in die peinlichkeiten der ahnungslosigkeit.

    #10129399  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    sehr schön. dann sind wir schon zu sechst. es dürfen natürlich gern noch mehr teilnehmen.
    zeitlich bin ich total flexibel. keine eile.
    freue mich auf eure Meinungen, Assoziationen und Beschimpfungen!

    --

    #10129469  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,838

    ich bin einmal durch und kann nur sagen: quite a ride. sehr spannend, wie das alles aus dem jazz raus- und wieder in ihn hineinfließt, stoff für tolle diskussionen. bin sehr gespannt auf die reaktionen, auch auf meine eigenen ;)
    zu den details später, morgen wahrscheinlich.

    --

    #10129813  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,838

    na dann…

    #1
    an diesem stück gibt es sehr viel zu bewundern. wie so vieles hier ist es ausgesprochen produziert, da werden akustische räume auf- und wieder zugeschlossen (z.b. geht was auf für den ersten refrain, mit bigband, ridebecken, dann noch chor, was bei der zweiten strophe beibehalten wird, dann aber vor dem zweiten refrain wieder zusammengefahren wird – gegen jede dramatische logik, sondern einfach nur, um das arrangement spannend, flexibel und unvorhersehbar zu machen), da wird mit latinpercussion, flötensoli, streichern und dem schon benannten alles aufgeboten, was die populäre musik hergibt.
    man könnte noch mehr in die details gehen, wahrscheinlich sogar größere arbeiten über diesen kurzen song schreiben, trotzdem mag ich ihn nicht so wirklich, kann ihn höchstens distanziert bewundern. der ganze überschuss wird absurderweise sehr funktional begrenzt, nichts hat wirklich aura, aber man könnte den letztlich bleibenden effekt wahrscheinlich auch mit nur drei instrumenten erzielen (gerüst sind ja text und der ziemlich unflexible beat).
    keine ahnung, wer das ist – mein verdacht wäre ein wirklich „informiertes“ arrangement aus den nuller jahren oder noch später, es könnte aber auch etwas solitäres aus den 80ern sein, das damals schon damals distanziert mit 70er-jahre-elementen umgehen konnte.

    #2
    das wiederum kenne ich, auch wenn ich nicht auf anhieb darauf komme. klassisches bigband-jazz-arrangement, mit angeberischen soli und einer tollen, treibenden rhythm section. trotzdem hat auch das etwas lustvoll überschüssiges, was mich an einen manchmal genialischen, manchmal ziemlich lustlosen arrangeur denken lässt, den wir beide sehr mögen. dann wäre der altsaxofonist wahrscheinlich jemand wie phil woods und der trompeter clark terry. was auch für mich darauf hindeutet, ist der prominente klarinettensound im bläsersatz.

    #3
    das ist tatsächlich vom besagten arrangeur (vielleicht ist beides sogar vom glechen album?). der jazzscore eine späten broadway-musicals, mit dem original-sänger (der später der buddhistisch inspirierte oberboss der „mad men“ war, oder?). „i believe in you“ ist, wenn man den (hier ironischen) vibrato-kitsch weglässt, ein ziemlich toller song, ich kenne den vor allem von roland kirk (vom DOMINO-album, glaube ich). im arrangement hier ist auch alles drin, was naheliegt und einiges mehr, ohne dass es den kick der nummer stört. aber das erste signal ist und bleibt trotzdem: broadway, was fragen lässt: was ist eigentlich die „jazz version“ daran?

    #4
    never will i marry, auch ein toller song (auch von loesser), den ich vor allem von helen merrill und (viel cooler) von nancy wilson mag. die sängerin hier macht das gut und dominiert den ganzen unfassbaren aufwand, der um sie herum betrieben wird. ich wage den verdacht: caterina valente?

    #5
    das kenne ich, aber nur wegen dir (sonst wäre ich niemals darauf gestoßen). hier ergibt sich dann die frage, warum der progressive rock den jazz braucht. das arrangement ist funktional starr, der trademark-bass sehr besonders (und das eigentlich kickende), aber mich kriegt tatsächlich dieses füllende altsax, das für mich überhaupt nicht naheliegt (die drauf- oder eingesetzten streicher schon eher). eine musik der verhärteten muskeln, mit etwas männerschmerz aufgefüllt, fuktioniert eigenartigerweise aber genau, weil es so untänzerisch ist – das sopransax-solo machts halt auch nicht flüssiger. (das ganze arrangement, wie da was zum anderen kommt, könnte man separat davon noch mal bewundern, glaube ich.)

    #6
    ok, eine aktuelle lieblingsband von mir. das stück war mir schon aufgefallen, aber hier erst höre ich, was da alles drin ist. acht stimmen, die erstmal das spektrum eines akkords ausspielen, computergenerierte schattenklänge darum herum. das nervöse schlagzeug deutet irgendwas anderes an, unterschiedliche zeitwahrnehmungen, die auch schon in der wellenbewegung der bläser (wie die nur den einen ton spielen) liegen. das vibrafon-solo baut dann ordentlich spannung auf, die natürlich nicht gelöst wird. (diese computer-sounds sind echt der wahnsinn, so komplett exakt berechnete kakofonische cluster…). ein drumsolo, in dem man sich so festhört, dass man gar nicht merkt, dass da plötzlich eine basslinie entsteht, die das vibrafon anspielt (und dann noch tuba). der leader soliert, man ist quasi in einem neuen stück – und dann kommt natürlich der hammer, über zwei schritte in der schwarzen popmusik landet man hier:

    der titel des stücks hier deutet auf etwas zusammengesetztes hin, das als „trugbild“ einen schlechten ruf hat, weil es keine feste identität anbietet. der titel der originalquelle passt aber fast besser, auch zu deinem mix insgesamt.

    #7
    schöner übergang in die reine elektronik, obwohl: was ist schon rein. der jazz kommt hier in form der triolischen synthetik-hi-hat. alte synthesizer, tippe auf detroit, mitte/ende 80er? schön, dass das große interesse dieses bfts an überschüssigen arrangements (sag ich jetzt mal so) hier von einer einzigen maschine befriedigt wird. ist super funktional, hat auch schöne details (die gurgelnde begleitung, die flächigen pseudo-streicher, die ihr gewicht ändern), aber um die geht es wohl nicht. funktioniert.

    #8
    hassmusik für mich. ungerade beats an sich sind noch kein kick, schon gar nicht von so sessionmusikern pedantisch ausgefüllt. noten nach zahlen. die reisebewegung durch ein diskrepantes patchwork schreit auch nach bewunderung, ist auch wirklich irre, aber ich mag’s halt nicht bewundern. grand piano im konzertraum-hall, alte synthesizer, marimba, posaunensolo (dafür muss man dann auch schnell wieder auf 4/4 geradeziehen), neue-musik-einlage (festgeklemmte notenblätter), e-piano-solo, zu dem das schlagzeug wieder das gleiche wie bei der posaune macht. das schwitzt alles ziemlich sportlich und damit möchte ich nicht ins bett gehen.

    #9
    super. hier haben die sounds, die nicht zusammenpassen, erst mal ein geheimnis. auch wenn die latin-percussion einsetzt: was ist das für ein bass? klingt alles wie ein blaxploitation-soundtrack, ist aber irgendwie krasser, weil es ein anderes soundinteresse gibt. was diese musik will, finde ich nicht interessant, aber die details schon.

    #10
    weiter geht es mit der großen geste. keine ahnung, wer das ist. mit dieser gesangstradition zwischen soul und broadway habe ich mich bisher zu wenig auseinander gesetzt, das ist jedenfalls näher an shirley bassey und streisand als an motown (oder auch nicht? es hat beides.) das voll-auf-die-glocke-ding darin ist schon toll, da verschwimmen auch die grenzen zwischen vorder- und hintergrund total. absolute dynamite, wohl wahr.

    #11
    krasser wechsel. alle sounds sind integriert und die höhen und tiefen abgeschliffen, der vortrag ist nicht richtig cool, aber unaufgeregt. klingt nach späten 70ern, frühen 80ern, aufwendige akkordwechsel, die alles irgendwie in schwebe, nicht in bewegung versetzen. beim trompetensolo werde ich wach und kriege eine ahnung, wer/was das sein könnte. eine zusammenarbeit, von der ich erst kürzlich hier erfahren habe, oder?

    #12
    oh, jazz. ;-) toller, cooler, beat, schöne verzahnungen in den intrumenten, schöner einsatz der gesamtbesetzung. altsax klingt nach cannonball, dann wissen andere hier wohl sofort, was das genau ist. das solo ist etwas klischeehaft, das nicht ganz so perfekte vom trompeter mag ich danach etwas mehr. komischer sound des klaviers, live-aufnahme? oh, da kommt noch ein tenor. hört sich auch sehr bekannt an. mobley? die modalen vorlagen werden ziemlich coltranesk bespielt. dann noch ein scheußlich klingendes klaviersolo (ziemlich schön am anfang, dann gehen die ideen aus). der drummer stöhnt zwishendurch, könnte higgins sein. sehr schönes stück.

    #13
    kenne ich natürlich auch. wo kommt eigentlich dieser generischer beat her, von blakey? elvin? seit ich das hier kenne, frage ich mich, ob ich den song darin berührend oder kitschig finden soll (und hab mich eigentlich für letzteres entschieden). es sitzt alles etwas komisch in der tradition, vor der es sich verbeugt. das sax-solo, das es unbedingt reißen muss, hat keinen einzigen neuen aspekt zu bieten – leute wie courtney pine haben schon das gleiche auf gleiche art und weise zitiert. das arrangement fällt deutlich ab gegenüber sachen, die dieser mix ansonsten versammelt: das klavier muss sich im hall ausbreiten, damit der sound fett wird, auch die orgel füllt nur auf, genauso wie die percussion. der effekt ist gesetzt, die studiomusiker führen aus. beim höhepunkt am ende gehe ich noch mehr auf distanz, weil ich so genau verstehe, wie ich hier fühlen soll. wohlfeiles antirassismus-zitat von malcolm, mit der pointe, dass islam ok ist, was auch immer andere heute darüber denken. dagegen ist nichts zu sagen. und die musik vermittelt auch, dass man gegen sie nichts sagen kann. das istdas abgesichtertste jazzkonzept in diesem bft, obwohl es am politischsten daherkommt.

    vielen dank für diesen trip! bin sehr gespannt, was die anderen darin hören.

    --

    #10129885  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    @vorgarten

    du be-/schreibst toll. hat großen spaß gemacht zu lesen!
    natürlich gibt es viel dazu zu sagen; das mach ich später.
    erst mal vielen dank!

    --

    #10130229  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    @vorgarten

    nun zur kritik der kritik:
    meinen geschmack hast du schon mal gut charakterisiert, der ist nämlich: MEHR IST MEHR.
    ich mag gut produzierte musik, unter dem wort „überproduziert“ kann ich mir nichts vorstellen.
    ich mag auch lo-fi, neofolk, minimal + spärlich-brüchig instrumentierte torchsongs, aber wenn ich auf die einsame insel müsste, bitte mit 80-köpfigem symphonie orchester, 30-köpfigem chor und einem dutzend mit allen wassern gewaschenen studiomusikern. und einer handvoll top-arrangeur*innen. ich wäre natürlich noch punk genug nicht mit ihnen zu reden, aber zu meinem coconut-sundowner müssten sie sich schon was ausgefuchstes einfallen lassen. (ups, habe gerade unbewusst meine perfekte vorstellung des afterlife entwickelt…)

    und JAZZ ist hier sehr, sehr wenig. aber so wie ich das höre ist alles jazz-informiert, oder vieles jazz-farben.

    ich hatte eigentlich erwartet, dass du das meiste kennst. um so mehr freut es mich, dich zum teil aufs glatteis geführt zu haben. ich habe zwar nur tracks zusammengehauen, die mir grade oder schon länger spaß machen, aber es haben sich einige themenblöcke und querverweise ergeben. (super-nerdy.)

    #1

    du hast alles perfekt beschrieben, aber dass das keine „aura“ habe ist vielleicht ansichtssache. ich liebe den song, den sänger und das arrangement. ich habe aus purer begeisterung sogar ein simples youtube video dazu gezimmert und darunter geschrieben „this song makes me happy. (don’t mind the video.)“
    ich habe mich sehr gefreut, dass dir die macke mit dem ridebecken aufgefallen ist. es steigt ja nicht mal zum 2. refrain aus, sondern wirklich mitten in der strophe! völliger schwachsinn. ich erkläre mir das so, dass das schlagzeug zwar gespielt ist, aber danach zusammen gesamplet. jede menge overdubs. und das ride-sample war halt zufällig nicht länger. und die produzenten fanden das aber irgendwie interessant und haben es so gelassen. man kann das vielleicht „indie-informiert“ nennen. ein rest punk in der überproduziertheit. es ist ja auch irre aufwendeig arrangiert, aber nicht so doll eingespielt. da fehlen eben mein dutzend mit allen wassern gewaschene studiomusiker*innen. vielleicht ist die fehlende „aura“ auch dieser indie-unzulänglichkeit geschuldet, die ja auch den gesang definiert. hier wollen leute sehr viel mehr, als sie vermögen. mich rührt das. und ich kenne das. ist auch ’ne art aura.
    dass man größere arbeiten über diesen song schreiben könnte, unterstreiche ich. ich hab ihn eben beim schreiben wieder 4 mal gehört und werde nicht satt. klar, kann man den effekt auch im trio erzielen. der sänger selbst hat hauptsächlich platten gemacht, auf denen er sich nur mit wurlitzer und halb-kaputtem drumcomputer begleitet. aber oft ist mehr eben mehr.
    über den sänger haben wir uns auch schon unterhalten und ich weiß, dass du ihn nicht magst. er ist großer gary mcfarland fan, fährt ab und zu mit dem linienbus jeremy greenspan besuchen, und das bläserarrangement hat ein queer canadian geschrieben, bei dem ich mich gerade nicht erinnern kann, ob du ihn magst oder nicht. vielleicht so wie ich teils-teils.

    #2

    das ist meine absolute lieblings-big-band-nummer. die macht mir derartig gute laune. ich wäre sehr dankbar für hinweise auf ähnlich positive knallerdinger!
    klar sind das angebersoli. dazu direkt was grundsätzliches: ich bin kein großer fan von soli. (ich weiß, damit bin ich hier absolut falsch.) improvisation finde ich ok und spannend, manchmal auch irre, neue dimensionen erschließend und den ganzen kram. aber was mich wirklich kriegt ist: KOMPOSITION! ARRANGEMENT! DISZIPLIN! die kriegt mich zum tanzen. wenn bei 1:20 die bläser-stabs ins sax-solo knallen, könnte ich schreien vor glück. das ist so die erinnerung, alter, du bist hier nicht alleine. und wenn du keine kohlen mehr hast für den zug, dann steig lieber aus. oder leg noch ne schippe drauf! oder komm zurück ins arrangement, was er dann ja auch bei 1:34 ansatzlos tut. aber mit eigenem sound. das macht nochmal zusätzlich druck im kessel. (er hätte sicher auch so noch ein paar kohlen gehabt, aber das arrangement geht vor. und 3:30 ist eine gute länge.)
    also wenn soli, dann auch gerne angebersoli. und zwar im tighten korsett des arrangements. sowohl alt-sax als auch trump steigen derartig knackig ein! die trompete sagt sogar erst mal, hey, jetzt ich, und dann legt sie los. aber so was von. so muss das sein! oder darf zumindest!
    außerdem mag ich die beiden soli, weil ich sie als melodisch einfach, aber wahnsinnig rhythmisch empfinde. alle arbeiten am schub. hier fliegt die lok!
    und dass die klarinette so vorn im bläsersatz ist, war mir noch nicht aufgefallen. das macht den sound so sophisticated. stimmt.
    geschrieben ist das arrangement übrigens für den schlagzeuger und seine spezielle art fill-ins zu spielen.

    du erwähnst phil woods: den beginne ich gerade zu hören. wer weist mir den weg zu ein paar essentiellen aufnahmen?

    #3

    tatsächlich ist das nicht vom besagten arrangeur. mit allem anderen hast du recht. die version von roland kirk ist mir nicht präsent, muss ich mir gleich mal anhören. (oh ja, die ist super. das ein-mann-bläser-arrangement. und „domino“ korrekt. )
    der vorteil des ironischen vortrags liegt im textverständnis. man könnte diese lobhudelei an einen super typen ja auch 1:1 verstehen. tatsächlich singt sie aber ein kleiner aufsteiger vor der entscheidenden konfrontation mit dem board of directors zu seinem spiegelbild! tolle szene. und ich mag den griechischen chor der übrigen aufsteiger. showgeschäft & kapitalismus. insofern war die rolle bei „mad men“ folgerichtig und abschließend.
    und deine frage ist auch richtig: ist das jazz?

    #4

    das kleine frank loesser thema hast du erkannt. toller songschreiber. und die versionen von wilson und merrill sind natürlich cooler und besser. aber habe ich erwähnt, dass ich gute arrangements mag? das hier ist auf platz 2 meiner arrangementliste of all time. (viele tolle arrangements kenne ich wahrscheinlich nicht, bzw. sie sind auf der liste anderer absolut berechtigt, aber eben nicht auf meiner. gil evans fehlt z.b. in diesem bft.) wie lässig verhalten es anfängt und sich dann DERARTIG hochschraubt! (mehr ist mehr.)
    die sängerin lässt in sachen authentizität etc. wahrscheinlich einiges vermissen, aber ihr absoluter wille zur stimmakrobatischen perfektion hat mich schon oft zu tränen gerührt. (ein freund hat mir autogrammkarten von ihr aus den 60ern mitgebracht, die seine mutter sich damals hatte schicken lassen. sehr schön.)
    platz 1 meiner liste ist übrigens: nelson riddle’s arrangement für „i’ve got you under my skin“.

    hab ich noch auf einer LP von meiner mutter. (und ein foto von ihr aus ihrer aupair-zeit in london, auf dem sie vor dem jaguar e-type von anthony perkins steht. random detail.)

    #5

    toll beschrieben. wirklich extrem hüftsteif. aber der rickenbacker-bass-sound ist einfach killer. und irgendwie wird’s dann doch tänzerisch. aber natürlich ziemlich verkniffen. wie der sänger, bassist + mastermind halt so ist. aber toll, so eine breitwandproduktion mit dem bass in der hauptrolle aufzuziehen. über seine top-uncoole band gibt es auf youtube eine 3 stündige doku, die ist das soapigste und unterhaltsamste, was ich je an band-doku gesehen habe. (die über die eagles und genesis sind in der beziehung auch ziemlich gut.)
    den schlagzeuger würde ich schon dem jazz zurechnen. ein könner, der auch nochmal im bft auftaucht. irgendwie ist er schon locker. aber er bevorzugt es gerade. (krumme takte, gerade gespielt, meine ich.) und er ist sehr ehrgeizig entnehme ich der oben genannten doku. die uncoole band des basschefs hatte er für eine coolere verlassen, durfte beim soloprojekt aber trotzdem mitspielen.
    über den/die saxophonisten müsste ich jetzt selbst erst mal was rauskriegen. ich gebe dir recht, die sax-geschichten sind eigenartig unerwartet in dem kontext und deshalb toll. (wie z.b. auch das saxophon solo in „breaking formation“ von VON SPAR.

    übrigens auch ein super sänger bei dem stück. die einzige platte, auf der er nicht schief singt.)
    was du nicht erwähnst, ist das e-piano, das das ganze stück stoisch zusammenhält. DISZIPLIN!

    #6

    das einzige MODERNE JAZZ stück in dem ganzen mix. natürlich über dich kennengelernt. und super beschrieben.
    die computergenerierten schattenklänge waren mir im ganzen tohuwabohu noch nie aufgefallen. hab sie einfach als hall des spektralen ganzen akzeptiert (was sie, nachträglich generiert und dazugemischt, vielleicht auch sind). das ist das tolle für mich an den bft’s: das unbekannte im geliebten entdecken! danke!
    aber so richtig steige ich erst bei 4:30 ein, wenn die coverversion los geht. und wenn dann noch die tuba den bass doppelt und das saxophon so richtig loslegt (voll angeberisch), dann, ja dann bin ich wirklich dabei. und dann die bläser-stabs. genau so! eben „adventures in the land of music“. „adventure“ wie in „action-adventure“.
    außerdem ist das stück hier dabei, weil ich es mit dir und gypsy beim jazz fest berlin live gehört habe, wo es nochmal einen zacken besser gekickt hat. die version hätte ich gerne auf platte. (mit extra geräusch, wenn der vibraphonist die stäbe austauscht.)

    #7

    genau. die pseudo-swing hi-hat war meine jazz-ansatzpunkt. und die pseudo-gene-krupa-snare. aber auch der bass am anfang (303 oder was auch immer) swingt schon wie hölle. der rest bestätigt nur noch. die bassdrum ist dann techno pur. und dann geht’s mit den synth-strings – zack – auf die stadtautobahn. 180. jaguar e-type. (naja, vielleicht auch golf gti. aber mit breiten schlappen.) die aussage soll sein: techno swingt. aber leider detroit mehr als berlin.
    und klar geht’s um die details. arrangement ist das organisieren von details. überschüssig ist hier sowieso nichts! :)
    und das ist nicht eine maschine, sondern ein maschinen-orchester organisiert vom midi-arranger!

    #8

    bisschen mathe-rock darf auch mal sein.
    die posaune ist nix für dich? vielleicht wegen der rockband dahinter?
    das e-piano spielt ein bekannter mann, dessen gesang mich immer an thundercat erinnert. und sein solo kriegt mich in seiner abgeschmackten lounge-igkeit. so richtig zufrieden werde ich dann bei 6:16 wenn die bläserbegleitung einsetzt, die posaune immer auf dem gleichen ton, die trompete aufsteigend, bis dann die posaune mitwechselt. tolles arrangement. das ist übrigens live eingespielt und, ich denke mal, als crowdpleaser gedacht. dann die mini-soli der percussionisten im neue-musik-kontext. „notenblätter“ ist korrekt. die bandleader verlangen absolute disziplin!
    den schlagzeuger am anfang kennen wir schon, ein anderer taucht noch mal auf.

    #9

    blaxploitation passt fast. krimi-musik! der bass könnte von meinem freund ralph sein, der macht auch so sachen. der hier ist nur knapp 50 jahre früher dran. hammer arrangement von einem großen seines fachs.
    außerdem nichts gegen krumme takte: dieser 7/4 geht ab. und was die musik will? die will rocken. betrachte mich als gerockt.

    #10

    große arrangements haben immer große geste! das geht so ab, mehr abgehen wäre nur noch weißes rauschen. alle spielen und singen am rande ihrer körperlichen fähigkeiten. wobei bei dieser live-aufnahme die ladies auch noch eine strenge choreographie erfüllen müssen. absolute dynamite, wohl wahr.
    und wie du richtig merkst, ist das nicht motown. das ist PHILADELPHIA! (aber live in london.)
    der song ist von einem meiner lieblings songwriter anlässlich einer mondmission geschrieben, im original für thelma houston.

    und meine unauthentische lieblingssängerin von oben hat auch eine tolle live aufnahme davon gemacht, etwas abgehangener, etwas eleganter. auch in london.

    #11
    genau. hier kommt das große ausatmen, wie du immer so schön sagst. war für mich auch anstrengend das ganze. jetzt braucht man puren luxus und ewig zeit im sündhaften teuren studio. und den text finde ich super, obwohl ich wenig verstehe. ich fühle mich nämlich auch auf „gospel-time“, habe aber keine ahnung was das meint.
    hauptanziehung hier ist für mich ebenfalls der sound, bei dem alles so herrlich weich ineinander schwummert. zur zeit erfreue mich immer an der dezent gurgelnden orgel im hintergrund.
    erlaubnis zum jazz bekam die nummer für mich auch durch den trompeter. was muss ich über den wissen?

    #12

    so war es auch gemeint: kurz vor dem auseinander gehen noch ein bisschen CLASSIC JAZZ. natürlich mit verbindungen zu meinen hauptthemen. ihre bearbeitung des materials finde ich fantastisch (genau, die verzahnung ist geil! fast fugen-haft. dabei klezmer.), die soli langweilen mich zu tode. ich bin jedes mal froh, wenn das thema wieder kommt. 3:30 wären besser gewesen. oder vielleicht ein 2. take. wollte mir schon zum angenehmeren hören eine gekürzte version erstellen, aber bei dieser improvisiererei kommt man so schwer mit der schere dazwischen.
    ich tippe auf eine schnell rausgehauene platte, um am erfolg des musicals dranzubleiben. trotzdem: ich liebe die aufnahme und höre sie oft.
    und das piano klingt wirklich scheußlich. gottseidank ist das schlagzeug vorn und hält den laden in schwung. ich höre einiges genöhle im hintergrund und dachte es sei der bandleader. wo stöhnt der drummer? jetzt weiß ich, was du meinst, und du hast recht, es kann keiner der bläser sein. aber ich hör das ständig im hintergrund. vielleicht der drummer, vielleicht singt auch der pianist mit. neigte der zum mitsingen? wir werden sehen.

    #13
    für den harmonischen abschluss noch ein kontroverses stück, dass wahrscheinlich alle kennen. so zum ärgern. was du schreibst ist alles richtig. ich denke elvin + art stehen hier zu gleichen teilen pate. an dem saxophon ist so was von gar nichts neu. ich höre es trotzdem gerne. schlag mich. bitte hart.
    die islam-pointe finde ich die richtige zur richtigen zeit. und mit meiner wahnsinnig cleveren interpretation des gesamtkonzepts langweile ich euch ein anderes mal.

    zuletzt geändert von brandstand3000

    --

    #10130375  | PERMALINK

    vorgarten

    Registriert seit: 07.10.2007

    Beiträge: 9,838

    brandstand3000
    meinen geschmack hast du schon mal gut charakterisiert, der ist nämlich: MEHR IST MEHR.
    ich mag gut produzierte musik, unter dem wort „überproduziert“ kann ich mir nichts vorstellen.
    (…)
    und JAZZ ist hier sehr, sehr wenig. aber so wie ich das höre ist alles jazz-informiert, oder vieles jazz-farben.
    ich hatte eigentlich erwartet, dass du das meiste kennst. um so mehr freut es mich, dich zum teil aufs glatteis geführt zu haben.

    finde ich interessant, jazz so zu hören, mache ich ja manchmal auch bzw. ist mir nicht fremd. als production value, überschuss, etwas flüssiges in den starren strukturen – und hier sind ja allesamt beispiele, wo das auch unter jazzaspekten großen spaß macht bzw. gut ist. (am langweiligsten ist eigentlich #13, wo so überdeutlich jazz-tradition aktualisiert werden soll und die popsozialisation kurz weggesperrt wird.) das geht sozusagen in alle richtungen über das rein funktionale hinaus.

    brandstand3000#1
    du hast alles perfekt beschrieben, aber dass das keine „aura“ habe ist vielleicht ansichtssache. (…)
    man kann das vielleicht „indie-informiert“ nennen. ein rest punk in der überproduziertheit. es ist ja auch irre aufwendeig arrangiert, aber nicht so doll eingespielt. da fehlen eben mein dutzend mit allen wassern gewaschene studiomusiker*innen. vielleicht ist die fehlende „aura“ auch dieser indie-unzulänglichkeit geschuldet, die ja auch den gesang definiert. hier wollen leute sehr viel mehr, als sie vermögen. mich rührt das. und ich kenne das. ist auch ’ne art aura.
    (…)der sänger selbst hat hauptsächlich platten gemacht, auf denen er sich nur mit wurlitzer und halb-kaputtem drumcomputer begleitet. aber oft ist mehr eben mehr.
    über den sänger haben wir uns auch schon unterhalten und ich weiß, dass du ihn nicht magst. er ist großer gary mcfarland fan, fährt ab und zu mit dem linienbus jeremy greenspan besuchen, und das bläserarrangement hat ein queer canadian geschrieben, bei dem ich mich gerade nicht erinnern kann, ob du ihn magst oder nicht. vielleicht so wie ich teils-teils.

    ok, beim queeren kanadier weiß ich, von wem die rede ist. ich kenne seine sachen kaum, weil mich bisher nichts begeistert hat. zu greenspan höre ich hier keine verbindung. aber das mit der indie-informiertheit ist eine interessante lesart, ich habe das bisher nicht so gehört, dass die musiker nicht gut sind. um glücklich zu werden, stört mich der starre beat zu sehr, der hackt auf irgendwas herum, statt sich sicher zu sein (am ende versucht er was, aber das ist genauso generisch.) bei der stimme weiß ich noch nicht so genau, wie ich sie finde, sie wiederum behauptet ja nicht viel. aber nervt mich irgendwie in ihrer flachheit. weiß immer noch nicht, wer das ist.

    brandstand3000#2
    das ist meine absolute lieblings-big-band-nummer. die macht mir derartig gute laune. ich wäre sehr dankbar für hinweise auf ähnlich positive knallerdinger!
    klar sind das angebersoli. dazu direkt was grundsätzliches: ich bin kein großer fan von soli. (ich weiß, damit bin ich hier absolut falsch.) improvisation finde ich ok und spannend, manchmal auch irre, neue dimensionen erschließend und den ganzen kram. aber was mich wirklich kriegt ist: KOMPOSITION! ARRANGEMENT! DISZIPLIN! die kriegt mich zum tanzen. wenn bei 1:20 die bläser-stabs ins sax-solo knallen, könnte ich schreien vor glück. (…)
    geschrieben ist das arrangement übrigens für den schlagzeuger und seine spezielle art fill-ins zu spielen.
    du erwähnst phil woods: den beginne ich gerade zu hören. wer weist mir den weg zu ein paar essentiellen aufnahmen?

    kann ich alles nachvollziehen, finde den kick der nummer auch unmittelbar spürbar. wie die bläser im altsaxsolo wieder einsetzen, ist super (in dieser ganz leichten variation). und er wiederum greift das gut auf. mit dem trompetensolo komme ich dagegen gar nicht klar. der drummer ist dann mel lewis, oder?
    und zu phil woods können andere hier wahrscheinlich gute tipps geben, mich hat er bisher nur in solchen arrangements interessiert.

    brandstand3000#3
    tatsächlich ist das nicht vom besagten arrangeur. mit allem anderen hast du recht. (…)
    der vorteil des ironischen vortrags liegt im textverständnis. man könnte diese lobhudelei an einen super typen ja auch 1:1 verstehen. tatsächlich singt sie aber ein kleiner aufsteiger vor der entscheidenden konfrontation mit dem board of directors zu seinem spiegelbild! tolle szene. und ich mag den griechischen chor der übrigen aufsteiger. showgeschäft & kapitalismus. insofern war die rolle bei „mad men“ folgerichtig und abschließend.
    und deine frage ist auch richtig: ist das jazz?

    manchmal finde ich es schon sehr toll, die songs, die man in tausendfacher jazzversion kennt, mal so zu hören, wie sie ursprünglich gemeint waren. dass die ironie im vortrag hier beabsichtigt ist, wird ja deutlich. und jemand wie roland kirk findet dann eine andere art humor drin (sein pianist ist da übrigens hancock).

    brandstand3000#4
    das kleine frank loesser thema hast du erkannt. toller songschreiber. und die versionen von wilson und merrill sind natürlich cooler und besser. aber habe ich erwähnt, dass ich gute arrangements mag? das hier ist auf platz 2 meiner arrangementliste of all time. (…)
    die sängerin lässt in sachen authentizität etc. wahrscheinlich einiges vermissen, aber ihr absoluter wille zur stimmakrobatischen perfektion hat mich schon oft zu tränen gerührt.

    ja, die ist schon toll. und das arrangement finde ich auch immer toller – wenn die streicher loslegen, vergisst man eigentlich, dass sie schon die ganze zeit anwesend waren, insofern wirkt das gar nicht zusammengesetzt. und die steigerung ist wirklich unglaublich.

    habe gerade nochmal nachgesehen, was loesser sonst so geschrieben hat, das ist einiges tolles dabei: if i were a bell, let’s get lost, on a slow boat to china, inch worm, spring will be a little late…

    brandstand3000#5
    den schlagzeuger würde ich schon dem jazz zurechnen. ein könner, der auch nochmal im bft auftaucht. irgendwie ist er schon locker. aber er bevorzugt es gerade. (krumme takte, gerade gespielt, meine ich.) und er ist sehr ehrgeizig entnehme ich der oben genannten doku. die uncoole band des basschefs hatte er für eine coolere verlassen, durfte beim soloprojekt aber trotzdem mitspielen.
    über den/die saxophonisten müsste ich jetzt selbst erst mal was rauskriegen. ich gebe dir recht, die sax-geschichten sind eigenartig unerwartet in dem kontext und deshalb toll. (…)
    was du nicht erwähnst, ist das e-piano, das das ganze stück stoisch zusammenhält. DISZIPLIN!

    ja, mehr fällt mir zum e-piano auch nicht ein ;-) und den drummer finde ich nach wie vor sehr unjazzig und würde da gerne mal ein gegenbeispiel hören. über den saxofonisten lese ich nur schlimmes, von ihm ist das solo auf „private dancer“ von tina turner und er war mal in der harald-schmidt-show-band…

    brandstand3000#6
    aber so richtig steige ich erst bei 4:30 ein, wenn die coverversion los geht. und wenn dann noch die tuba den bass doppelt und das saxophon so richtig loslegt (voll angeberisch), dann, ja dann bin ich wirklich dabei. und dann die bläser-stabs.
    außerdem ist das stück hier dabei, weil ich es mit dir und gypsy beim jazz fest berlin live gehört habe, wo es nochmal einen zacken besser gekickt hat. die version hätte ich gerne auf platte. (mit extra geräusch, wenn der vibraphonist die stäbe austauscht.)

    es gibt ja zwischen dem trugbild und dem abenteuerland noch den berühmten hiphop-zwischenschritt, der ja auch noch zitiert wird, das ist schon größenwahnsinnig… und bei letzterem anliegen können gypsy und ich aushelfen (leider habe ich da ein dateifehler, aber ich arbeite daran – und auf platte pressen müsstest du selber).

    brandstand3000#7
    techno swingt. aber leider detroit mehr als berlin.
    und klar geht’s um die details. arrangement ist das organisieren von details. überschüssig ist hier sowieso nichts! :)
    und das ist nicht eine maschine, sondern ein maschinen-orchester organisiert vom midi-arranger!

    genau. also hatte ich recht mit detroit?

    brandstand3000#8
    bisschen mathe-rock darf auch mal sein.
    die posaune ist nix für dich? vielleicht wegen der rockband dahinter?
    das e-piano spielt ein bekannter mann, dessen gesang mich immer an thundercat erinnert. und sein solo kriegt mich in seiner abgeschmackten lounge-igkeit. so richtig zufrieden werde ich dann bei 6:16 wenn die bläserbegleitung einsetzt, die posaune immer auf dem gleichen ton, die trompete aufsteigend, bis dann die posaune mitwechselt. tolles arrangement.

    doch, das posaunensolo mag ich. es hat aber ähnliche vorgaben wie die trompete in #2, für mich ist das eher sport als musik. aber sie macht das gut – und das e-piano anschließend auch. das wechselspiel in der begleitung höre ich jetzt gar nicht. und wenn der bekannte drummer nur im ersten teil spielt, heißt das, dass das stück hier aus einzelnen stücken zusammenmontiert ist?

    brandstand3000#9
    blaxploitation passt fast. krimi-musik! der bass könnte von meinem freund ralph sein, der macht auch so sachen. der hier ist nur knapp 50 jahre früher dran. hammer arrangement von einem großen seines fachs.
    außerdem nichts gegen krumme takte: dieser 7/4 geht ab. und was die musik will? die will rocken. betrachte mich als gerockt.

    ja, gerockt werde ich davon auch. dazu analogsynths und cello… und ist das echt ein bass oder eine sythetisch erzeugte basslinie? super sounds jedenfalls.

    brandstand3000#10

    und wie du richtig merkst, ist das nicht motown. das ist PHILADELPHIA! (aber live in london.)
    der song ist von einem meiner lieblings songwriter anlässlich einer mondmission geschrieben, im original für thelma houston.

    ich glaube, das ist alles komplett unbekanntes gelände für mich. die mondversion ist sehr schön.

    brandstand3000#11
    jetzt braucht man puren luxus und ewig zeit im sündhaften teuren studio. (…)
    erlaubnis zum jazz bekam die nummer für mich auch durch den trompeter. was muss ich über den wissen?

    habe überhaupt keine ahnung, wer das sein könnte. er klingt halt sehr nach miles und kurz dachte ich, dass das die zusammenarbeit mit scritti politti sein könnte, aber ich habe davon echt keinen schimmer.

    brandstand3000#12
    so war es auch gemeint: kurz vor dem auseinander gehen noch ein bisschen CLASSIC JAZZ. natürlich mit verbindungen zu meinen hauptthemen. ihre bearbeitung des materials finde ich fantastisch (genau, die verzahnung ist geil! fast fugen-haft. dabei klezmer.), die soli langweilen mich zu tode. ich bin jedes mal froh, wenn das thema wieder kommt. 3:30 wären besser gewesen.

    boah, sakrileg. aber ich weiß ja gar nicht, ob ich mit meinen musikerbestimmungen recht hatte (das ist auf keinen fall mobley, merke ich gerade). ich weiß auch nicht, was das für ein material ist, das sie da bearbeiten. ich würde mich aber wohl die ganze zeit vor die drums setzen und bräuchte die soli vor allem, damit er was zum begleiten hat.

    brandstand3000#13
    und mit meiner wahnsinnig cleveren interpretation des gesamtkonzepts langweile ich euch ein anderes mal.

    darauf freue ich mich jetzt schon!

    hoffentlich trauen sich noch andere, was zu schreiben. vielleicht haben wir zu viel vorgelegt? egal. von vielen dingen hier habe ich wirklich keine ahnung, wie man merkt.

    --

    #10130385  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

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    danke für die schönen kommentare, ich halte jetzt auch mal die klappe.
    deine fragen können bestimmt auch andere beantworten. und meine fragen sicher auch.

    --

    #10133079  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    gypsy hat dankenswerter weise noch ein bisschen werbung gemacht, und es gibt neue teilnehmer.
    das freut mich sehr; soll ja keine privatunterhaltung zwischen vorgarten und mir werden.
    also: lasst euch zeit, aufgelöst wird erst, wenn alle, die was sagen wollen, dazu gelegenheit hatten.
    bis dann!

    --

    #10133097  | PERMALINK

    brandstand3000

    Registriert seit: 29.12.2016

    Beiträge: 222

    @vorgarten
    hör grade die #01
    und mit dem schlagzeug hast du recht. im refrain wollen sie steigern und layern noch eine 2. snare drüber, was aber nicht mehr druck macht sondern nur schwere bringt. teo macero wäre das nicht passiert! meine aussage über „mäßige“ musiker, bezog sich auch auf das schlagzeug. (der rest sind sicher kompetente knuffige musikstudenten.) die drums sind echt indie. und auf die hör ich ja immer zuerst, aber hier lasse ich mich vom (herrlich) flachen gesang und den bläsern duch die chose spülen.

    --

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