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AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Anton Bruckner (1824-1896)
Ein neuer Thread, aus dem Hörtagebuch ausgelagert – zum Einstieg pinch’s folgender Post (gtw)
___________________________________________________Deine Bruckner-Verehrung teile ich voll und ganz, Soulpope. Welches sind deine Lieblingssymphonien von ihm? Falls ich das eventuell schon einmal gefragt haben sollte, bitte ich um Verzeihung. Oder um ein Update
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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pinchDeine Bruckner-Verehrung teile ich voll und ganz, Soulpope. Welches sind deine Lieblingssymphonien von ihm? Falls ich das eventuell schon einmal gefragt haben sollte, bitte ich um Verzeihung. Oder um ein Update
Ich bin grundsätzlich grosser Freund der Sinfonien 4-9. Sollte es um die ersten drei Plätze gehen, dann wohl 5te 7te 8te – ich habe von diesen Sinfonien (krankhaft ?) viele Einspielungen und kenne diese Kompositionen (und deren „Fassungen“) mittlerweile wie aus der Westentasche – dies ermöglicht mir die Unterschiede in der Interpretation sukzessive immer besser zu erfassen ….
Wie in der Klassik generell und so auch bei Brucknereinspielungen gehen ja die Meinungen der Hörer/Rezensenten ja oft Meilen auseinander …. bei der vorgenannten Bruckner 7 reichen diese von „hymnisch“ bis „Jansons schafft keine Nähe (?) zu Bruckner“ …. natürlich bin ich durch das eigene Liveerlebniss positiv punziert, aber diese in sich geschlossene Sichtweise von Bruckner 7 ist weder „die Beste“ noch „nicht den Geist (?) von Bruckner wiedergebend“ sondern in sich schlüssig und als Gesamt(hör)erlebniss klasse ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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soulpopeIch bin grundsätzlich grosser Freund der Sinfonien 4-9. Sollte es um die ersten drei Plätze gehen, dann wohl 5te 7te 8te – ich habe von diesen Sinfonien (krankhaft ?) viele Einspielungen und kenne diese Kompositionen (und deren „Fassungen“) mittlerweile wie aus der Westentasche – dies ermöglicht mir die Unterschiede in der Interpretation sukzessive immer besser zu erfassen ….
Danke, soulpope. Interessant, dass du die 5. nennst. Das ist wohl zusammen mit der 8. meine absolute Lieblingssymphonie von Bruckner (plus der 3. Satz aus der 7.). Ich kenne sie auch nahezu vorwärts und rückwärts und man kann gerade an diesem Werk sehr gut festmachen, wer daraus etwas Magisches macht oder mit der Stop-and-go-Ästhetik überhaupt nicht zurechtkommt.
Die „Krux“ an seinen Symphonien sind ja auch die verschiedenen Fassungen. Allein deshalb kann man sich die Bude schon endlos mit Bruckner-Platten oder -CDs vollstellen. Erst letztes Jahr habe ich eine Einspielung der Urfassung (1872) der 2. Symphonie unter der Leitung von Simone Young entdeckt, die mein Brucknerbild nochmal enorm erweitert hat.@gypsy: Ein eigener Bruckner-Thread wäre schon fein.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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pinchDanke, soulpope. Interessant, dass du die 5. nennst. Das ist wohl zusammen mit der 8. meine absolute Lieblingssymphonie von Bruckner (plus der 3. Satz aus der 7.). Ich kenne sie auch nahezu vorwärts und rückwärts und man kann gerade an diesem Wer sehr gut festmachen, wer daraus etwas Magisches macht oder mit der Stop-and-go-Ästhetik überhaupt nicht zurechtkommt.
Die „Krux“ an seinen Symphonien sind ja auch die verschiedenen Fassungen. Allein deshalb kann man sich die Bude schon endlos mit Bruckner-Platten oder -CDs vollstellen. Erst letztes Jahr habe ich eine Einspielung der Urfassung (1872) der 2. Symphonie unter der Leitung von Simone Young entdeckt, die mein Brucknerbild nochmal enorm erweitert hat.Interessant, danke …. dem werde ich mal nachgehen …
Edit: Du sprichst hievon
ja ?
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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soulpope
ja ?Exakt.
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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pinchExakt.
Ok danke ….. hast/kennst Du noch andere von Simone Youngs Bruckner Einspielungen ?
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Ich kenne von ihr noch die 5. und die 8. Bei Bruckner-Einspielungen sind bei mir immer die Interpretationen der 5. ausschlaggebend. Daran kann ich dann erkennen, ob mir eine jeweilige Bruckner-Rezeption zusagt oder nicht.
Gerade gesehen, Youngs Einspielung der 8. gibts auf youtube:
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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Mal ein Hinweis zu einer von mir bedingungslos geschätzten Einspielung von Bruckner 7 1885 Original Version. Ed. Robert Haas vom Bernard Haitink und dem Royal Concertgebouw Orchestra aus dem Oktober 1978. Diese erschien als CD in den 80ern auf dem Philips Label
und wird derzeit (noch) als japanische 2015er Reissue
von Amazon.uk inkl Versand für ca EURO 14 angeboten ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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pinchIch kenne von ihr noch die 5. und die 8. Bei Bruckner-Einspielungen sind bei mir immer die Interpretationen der 5. ausschlaggebend. Daran kann ich dann erkennen, ob mir eine jeweilige Bruckner-Rezeption zusagt oder nicht.
Gerade gesehen, Youngs Einspielung der 8. gibts auf youtube:
Danke, die 8te werde ich mir dann bei Gelegenheit reinziehen …. und wie sind Deine Eindrücken bei der 5ten ?
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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soulpope(…)und wie sind Deine Eindrücken bei der 5ten ?
Beeindruckend. Young legt den Orchesterklang breit an, zelebriert die Tempi und die Ruhephasen, alles sehr nuanciert und ohne sich dabei zu verheddern oder aus dem Werk so eine merkwürdige Stolperangelegenheit zu machen, wie dereinst Solti.
Meine Referenz der 5. ist und bleibt jedoch die 1942er Furtwängler-Einspielung mit den Berliner Philharmonikern:
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
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pinchMeine Referenz der 5. ist und bleibt jedoch die 1942er Furtwängler-Einspielung mit den Berliner Philharmonikern:
Nun diese Aufnahme hat selbstredend ihre Meriten und gemeinsam mit den historischen Rahmenbedingungen ist für mich ein zusätzlicher Mythos nicht zu verleugnen.
Ich werde mich also sukzessive einigen Bruckner 5 widmen und beginne mit dieser Aufnahme :
(CD Camerata CD CMCD15047) 1878 Version Ed. Leopold Nowak
Kurt Eichhorn war ein Kapellmeister alten Zuschnitts und verfolgte ein klares Brucknerbild, dh von den Tempi in keines der beiden Extrem verfallend, eine analytische Stringenz ohne bei der Ausleuchtung von Details sich in Nichtigkeiten zu verlieren und auch immer mit Bedacht auf die Bedeutung der Blasinstrumente innerhalb der Brucknerschen Welt vorzugehen. Er bildete mit dem Brucknerorchester Linz (mit welchem er einigen Sinfonien einspielte – davon mal hier mglw später mehr ….) eine kompakte Einheit und das Engagement der japanischen Firma Camarata beschert uns bei diesem Mitschnitt aus dem Juni 1993 auch aufnahmetechnisch eine famose Einspielung ….
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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soulpopeNun diese Aufnahme hat selbstredend ihre Meriten und gemeinsam mit den historischen Rahmenbedingungen ist für mich ein zusätzlicher Mythos nicht zu verleugnen.
Ja, der zeitgeschichtliche Kontext gibt der mystischen Gestalt noch zusätzlich Feuer. Davon abgesehen halte ich Furtwängler bei Bruckner aber ohnehin für vollkommen konkurrenzlos, mehr noch als bei Beethoven. Irgendwer schrieb mal (nein, es war nicht Joachim Kaiser), Furtwänglers Orchesterklang wäre deshalb so einmalig, da er die Musiker immer um ca. ein Zehntel zeitversetzt spielen lassen würde. Eine kaum greifbare Feinheit, die man jedoch sinnlich spürt. So wie Carlos Kleiber mal meinte: „lassen sie immer ihren Nebenmann beginnen“. Vielleicht ist das ja wirklich der Schlüssel zu seiner Kunst. Und wo wäre das angebrachter als bei Bruckners „Kathedralen“?
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
Beiträge: 56,509
pinchJa, der zeitgeschichtliche Kontext gibt der mystischen Gestalt noch zusätzlich Feuer. Davon abgesehen halte ich Furtwängler bei Bruckner aber ohnehin für vollkommen konkurrenzlos, mehr noch als bei Beethoven. Irgendwer schrieb mal (nein, es war nicht Joachim Kaiser), Furtwänglers Orchesterklang wäre deshalb so einmalig, da er die Musiker immer um ca. ein Zehntel zeitversetzt spielen lassen würde. Eine kaum greifbare Feinheit, die man jedoch sinnlich spürt. So wie Carlos Kleiber mal meinte: „lassen sie immer ihren Nebenmann beginnen“. Vielleicht ist das ja wirklich der Schlüssel zu seiner Kunst. Und wo wäre das angebrachter als bei Bruckners „Kathedralen“?
Gut nachvollziehbarer Ansatz ….
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soulpope "Ever Since The World Ended, I Don`t Get Out As Much"Registriert seit: 02.12.2013
Beiträge: 56,509
Ich spiele beim Morgenkaffee noch diese 5te:
1878 Version Ed. Leopold Nowak
Ich bin ja bekanntlich alles Andere als ein Verehrer des Schaffens von Nikolaus Harnoncourt, hatte aber damals (Juni 2004) das Glück zu den dieser Aufnahme vorangegangenen Probeaufführungen im Wiener Musikvereinssaal (welch hier ausschnittsweise als Bonus CD beigelegt sind) eingeladen worden zu sein (wobei ich davor noch – shame on me – innerlich die Nase rümpfte :doh:) …. dies waren sehr beeindruckende Erlebnisse, bei welchen Harnoncourt auf jedwede pseudohistorisierende Deutungen bzw Eingriffe verzichtete (ausser einem partiell beschleunigten Tempo) und sich die Wiener Philahrmoniker von deren gschmakigsten Schokoladeseite zeigten …. interessanterweise hat der offizielle Konzertmitschnitt nicht mehr diese fliessende Magie (Abmischung des aufgenommenen Materials ?), ist aber definitiv mehr als hörenswert und einer der ganz wenigen Beiträge von Harnoncourt in meiner Musikkonservenanhäuffung …..
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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" (K. Valentin)
AnonymInaktivRegistriert seit: 01.01.1970
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Soulpope, hast du eventuell mal die Bruckner-Symphonien mit dem „Osaka Philharmonic Orchestra“ unter der Leitung von Takashi Asahina gehört? Die sollen ja essenziell sein. Sind hierzulande aber leider nur sehr schwer zu beziehen.
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Schlagwörter: Anton Bruckner
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