25 feine Damenstimmen

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  • #5308137  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,885

    Teil 4 : Helen Humes

    Helen Humes wurde 1913 geboren und starb 1981.

    Bereits im zarten Teeniealter legte sie erste Plattenaufnahmen vor.

    In den 30er Jahren arbeitete sie mit den Orchestern von Harry James und Count Basie.
    Später nahm sie viele Schallplatten unter eigenem Namen auf.
    Nach einer kurzen Pause in den Spät-60ern war sie von 1973 bis zu ihrem Tode jedoch wieder durchgehend aktiv.

    Sehr gute Plattenaufnahmen erschienen auf dem CONTEMPORARY-Label, wovon „Tain’t nobody’s Biz-ness if I do“ und „Songs I like to sing“ (1959/1960)sehr empfehlenswert sind.

    Gängige Zusammenstellungen umfassen in der Regel eher die Zeit davor, wobei hier „Her best recordings 1927-1947“ und „1948-1950“ hier diese Zeiträume gut abdecken.

    Weitere, aus meiner Sicht wichtige, spätere Veröffentlichungen:

    „Talk of the town“ (1975)
    “…and the Muse All Stars” (1979)

    Humes zeichnete sich stimmlich dadurch aus, daß sie in den Bigbands viele damals populäre Songs harmonisch darbieten konnte, und das verbunden mit ihrer Fähigkeit, Jazz- und Blueselemente hierin perfekt zu integrieren. Gerade Balladen konnte sie perfekt intonieren, nachzuhören auf meinem Beispiel aus 1960, „If I could be with you“.

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    #5308139  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
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    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,228

    Ich kann mich Vega4 nur anschließen. Das sind auch für mich alles neue Namen, bis auf Peggy Lee natürlich. Aber dass sie eine der erfolgreichsten US-Sängerinnen, wenn nicht sogar die erfolgreichste der 50er war, dürfte vielen schon nicht bekannt sein. Ihre Fever-Version ist diejenige, die die meisten späteren Fassungen z.B. von Elvis beeinflusst hat. Was man von ihr unbewusst auch kennen dürfte, sind ihre Songs zu Disneys „Aristocats“, u.a. „He’s A Tramp“, einer ihrer Hits, an denen sie auch selbst mitgeschrieben hat. Ebenso wie auch z.B. bei „Manana (Is Soon Enough For Me)“ und ihrem Comeback-Hit „So What’s New“. Ich finde auch ihre Version des Kinks-Songs „I Go To Sleep“ sehr gelungen. Für Pop-Hörer ist sie unbedingt eine Empfehlung wert.

    --

    #5308141  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,769

    Herr RossiWas man von ihr unbewusst auch kennen dürfte, sind ihre Songs zu Disneys „Aristocats„, u.a. „He’s A Tramp“, einer ihrer Hits, an denen sie auch selbst mitgeschrieben hat.

    Welche sind denn das noch, Rossi?

    „He`s a tramp“ ist das Stück in dem sich Thomas O`Malley vorstellt? (Abraham de lacey jeuseppe casey etc. etc., wie auch immer die Namen geschrieben werden)

    --

    “It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
    #5308143  | PERMALINK

    herr-rossi
    Moderator
    -

    Registriert seit: 15.05.2005

    Beiträge: 80,228

    KrautathausWelche sind denn das noch, Rossi?

    Im Booklet der „The Very Best Of“ (EMI 2000) heißt es: „Along with Sunny Burke she composes the entire musical score for one of Disney’s most popular features. She also provided the voices of Peg and the Siamese Cats.“

    „He`s a tramp“ ist das Stück in dem sich Thomas O`Malley vorstellt? (Abraham de lacey jeuseppe casey etc. etc., wie auch immer die Namen geschrieben werden)

    Es ist schon ewig her, dass ich den Film gesehen habe.

    --

    #5308145  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,769

    Danke. Rossi. Daß P.Lee am Aristocatssoundtrack mitgeschrieben hat, ist für mich ganz neu und überaschend.

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    “It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
    #5308147  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,885

    Teil 5 : Carmen McRae

    1920 in New York geboren, lernte sie Piano und bekam ihren ersten Job als Sängerin bei Benny Carter, dem damaligen Bigband-Leiter.(1944)

    Nachdem sie weiterhin mit den Orchestern von Count Basie und Mercer Ellington zusammenarbeitete, trieb sie nebenbei als Sängerin und Pianisten ihre eigene Karriere voran, die 1954 mit den ersten eigenen Schallplattenaufnahmen mündete.

    Stark beeinflusst war sie von ihrem Idol Billie Holiday, die ihrerseits 1938 eine Komposition von McRae aufnahm.

    McRae’s Stimme verfügte über ein leicht rauchiges Timbre, und oft wurde sie mit ihren Kolleginnen Ella Fitzgerald und Nina Simone in einem Atemzug genannt.

    Nach sehr vielen Plattenaufnahmen(DECCA,COLUMBIA,ATLANTIC und viele kleinere Firmen) zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen 1991 zurück und starb am 10.11.1994.

    Als Einstieg empfehlen sich in der Regel eben Kompilationen, wobei ich aus der Vielzahl dieser die wunderschöne VERVE- Sammlung „Carmen McRae for lovers“(leider etwas kurz geraten), „The Diva Series“, ebenfalls VERVE oder „Carmen McRae sings great American songwriters“(auf GRP) empfehle.

    --

    #5308149  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    Ich habe mir vor ein paar Tagen „Carmen McRae – The great american songbook /Atlantic“ gekauft. Es handelt sich um eine herausragende Live-DLP die scheinbar nur in Japan erhältlich war. Die CD müßte normal zu bekommen sein.

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308151  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,885

    Teil 6 : Jeri Southern

    Geboren im Jahre 1926 unter dem Namen Genevieve Lilian Hering, war man sich zeit ihres Lebens seitens der Kritiker nicht einig, ob sie nun eine Jazz- oder Popsängerin war.

    Nach dem klassischen Studium des Klaviers wandte sie sich alsbald dem Jazz zu und trat in den 40ern in Jazzclubs als Pianistin in Chicago auf.

    Schon bald entdeckte sie auch den Gesang für sich und mit einer sehr warmen, ruhigen, .mitunter leicht rauchigen Stimme trug sie sehr lyrische und wunderschöne Lieder vor, und spätestens bei ihrem Plattenvertrag mit DECCA , 1951, stieg ihr Bekanntheitsgrad an.
    Hier nahm sie streng strukturierte, letztlich mehr an der Popularmusik orientierte Stücke auf, die gleichwohl ein starkes Jazzfeeling verströmten, so unter anderem bei jenen Stücken im Trio mit dem Gitarristen Dave Barbour.
    Ansonsten natürlich feinste Streicherarrangements und Interpretationen bekannter Stücke wie „When I fall in love“, „Ev’ry time we say goodbye“ oder „Smoke gets in your eyes“.

    Leider setzte sie sich, wohl enttäuscht über das Musikgeschäft, bereits 1961 zur Ruhe und arbeitete bis zu ihrem Tode im Jahre 1991 als Musiklehrerin(Gesang und Piano).

    Geblieben sind uns gottlob viele schöne Musikbeispiele, wobei ich wärmstens die Kollektion aus ihrer DECCA-Zeit, „The very thought of you: Decca Recordings 1951-1957“ empfehle!

    --

    #5308153  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,885

    Teil 7 : Nina Simone

    Als Eunice Kathleen Waymon wurde sie 1933 in North Carolina geboren.

    Schon früh erlernte sie das Klavierspiel(später im klassischen Bereich noch ausgebaut) und sang und spielte im im örtlichen Kirchenchor.

    Ein frühes traumatisches Erlebnis ließ sie zu einer engagierten Kämpferin gegen den Rassismus und für die Freiheit der schwarzen Bevölkerung werden.

    In den 50ern trat sie in Atlantic City in Clubs und Bars auf und nahm ihren Künstlernamen an.

    Für BETHLEHEM Records fand dann 1957 ihre erste Aufnahmesession statt. Eine 1959 veröffentlichte Single aus einem ersten Album aus 1958 brachte den ersten Erfolg.

    Der richtig große Durchbruch sollte aber erst 1987 erfolgen, als der Song aus dem ersten Album, „My baby just cares for me“ für eine Werbung benutzt wurde und zu einem Riesenhit avancierte.

    Unabhängig davon setzte sie ihre Karriere nach dem ersten Single-Erfolg mit der Aufnahme weiterer Alben fort, mit Aufnahmen für das Label COLPIX.

    1964 kam der nächste Abschnitt mit einem Plattenvertrag des Mercury – Unterlabels PHILIPS, mit immerhin einem guten „Output“ von 7 Platten. In diese Zeit fällt auch ihr auf Plattenaufnahmen ausgedrücktes Engagement gegen die Unterdrückung der Farbigen, u.a. mit dem bekannten „Mississippi Goddam!“, anlässlich der Ermordung Medgar Evers und weiterer Schandtaten des Ku-Klux-Klans veröffentlicht.

    1966 dann der Wechsel zu RCA, mit 9 Alben als Ergebnis.

    1969, über die Entwicklung in den Staaten zutiefst verbittert, verließ sie ihre Heimat und lebte unter anderem in der Schweiz, in Liberia, in Trinidad, den Niederlanden, Belgien, in Barbados, Großbritannien und Frankreich.

    Nach Rückkehr, erneutem Labelwechsel und Inhaftierung wegen aus Protest nicht gezahlter Steuern, siedelte sie 1993 endgültig in den Süden Frankreichs in das Exil über.
    Dort starb sie am 21.4.2003.

    Nina Simone ist schwer in eine Schublade zu pressen.
    Zeit ihres Lebens zeigte sie eine zerrissene Persönlichkeit, was sich vielleicht auch dadurch in ihrem nicht unbedingt näher zu definierenden Musikstil ausdrückte.

    Neben Jazzinterpretationen hören wir feinsten R’n’B, Soul, ihre Interpretationen von Popklassikern, Einfluß von Folk, von klassischer Musik, so daß wir hier eine sehr vielseitige Künstlerin genießen können.

    Zum Einstieg kann man unter sehr vielen Veröffentlichungen wählen, sollte aber darauf achten, Originalaufnahmen der oben genannten Plattenfirmen zu nehmen, am besten vielleicht die „Anthology“, oder „The ultimate“, auch recht günstig auf MUSIC CLUB die „The Great“, oder auch noch „Bittersweet“.

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    #5308155  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    @asdfjklö: Welche Platten würdest du für eine Vertiefung empfehlen.?

    Ich besitze eine 4 CD Box mit ihren größten Erfolgen. Mit welcher Platte sollte man weitermachen? Besonders gut gefallen mir von ihr die Jazzinterpretationen und R&B Songs.

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308157  | PERMALINK

    krautathaus

    Registriert seit: 18.09.2004

    Beiträge: 24,769

    @ Vega4: dieses Album wurde von WD bei Roots empfohlen. Es ist auch mein Lieblingsalbum von Nina Simone:

    http://glitterhouse.com/index.asp?lang=d&mode=artinfo&submode=&id=44419&rid=0&searchfor=&searchmode=0&pos=&wk=&rnd=0%2C5902216&s1=&s2=&incs=false

    Mein 2. Lieblingsalbum ist ihr Frühwerk:

    http://www6.cd-wow.net/detail_results_10.php?product_code=167358

    Beides sind keine Sampler!

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    “It's much harder to be a liberal than a conservative. Why? Because it is easier to give someone the finger than a helping hand.” — Mike Royko
    #5308159  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    @krautathaus: Danke für die Tipps! Die „Sings the blues“ habe ich vorige Woche bei ein 2nd hand shop gesehen. Ich hoffe sie steht morgen noch dort… :-)

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    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308161  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

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    #5308163  | PERMALINK

    vega4

    Registriert seit: 29.01.2003

    Beiträge: 8,667

    Natürlich auch dir vielen Dank !!!

    --

    Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann. "Fackel" - Karl Kraus
    #5308165  | PERMALINK

    asdfjkloe

    Registriert seit: 07.07.2006

    Beiträge: 5,885

    Teil 8: June Christy

    Geboren wurde Shirley Luster, so ihr wahrer Name, 1925.

    Bereits während der Highschool singend aktiv, arbeitete sie in den 40er -Jahren in Chicago unter dem Namen Sharon Leslie.

    1945 kam sie in Kontakt mit Stan Kenton, der für sein Orchester einen Ersatz für die ausgeschiedene Anita O’Day suchte.

    Bei Kenton fand June Christy, so nannte sie sich fortan, dann auch ihren Stil, eine flexible Stimme mit einer angenehm „warmen“ und feinen Tonbildung.

    Neben Kenton arbeitete Christy mit Pete Rugolo, dem Arrangeur, verstärkt zusammen.

    Mit diesem entstand dann 1954 auf CAPITOL ihr Debütalbum, „Something cool“, daß so etwas wie die „coole Phase“ im Vokaljazz einläutete.

    Nur bis 1965 war Christy aktiv; sie setzte sich zur Ruhe , und nur ein Album im Jahre 1977 bildete die Ausnahme.

    Im Juni 1990 verstarb June Christy.

    Trotz der kurzen Zeit gibt es einiges an Musikaufnahmen, ich empfehle hier als Einstieg die Kollektion „Spotlight on June Christy“, mit der Konzentration auf ihre 50er Jahre-Aufnahmen für CAPITOL.

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