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1. Start (***)
2. Thinkin about you (*****)
3. Fertilizer (***)
4. Sierra Leone (*** 1/2)
5. Sweet life (**** 1/2)
6. Not just money (**)
7. Super rich kids (****)
8. Pilot Jones (*** 1/2)
9. Crack rock (*****)
10. Pyramids (*****)
11. Lost (*****)
12. White (*** 1/2)
13. Monks (****)
14. Bad religion (*****)
15. Pink matter (*****)
16. Forrest Gump (**** 1/2)
17. End (***)18. Golden girl (** 1/2)
Gesamt: Irgendwo zwischen **** und **** 1/2.
Sehr schönes Album auf lange Sicht, wenn auch tatsächlich etwas überbewertet. Ocean ist ein charismatischer, wenn auch nicht herausragender Sänger – manchmal dehnen sich die Worte zu sehr und ich habe die Warhnehmung, dass die Stimme, denn geschmeidig die meist sehr lesenswerten Geschichten zu vertonen, zunehmend ins Wallen gerät. Das ist umso mehr bemerkenswert, als dass die Soundlandschaften auch für sich oftmals spürbar zerfasern oder etwas richtungs- und konturlos mäandrieren; und oft fehlt den Songs auch der nötige Schliff und Biss; an die Qualitäten von etwa „Swim good“ reicht, wie ich finde, keiner der Tracks von „Channel orange“ heran.
Ich höre auf Oceans Album viele Ambitionen und noch mehr Brüche zu verschiedentlichen Genres – mit dem Preis, dass einige Versatzstück zeitweise mehr als lose Schnippsel in der Landschaft stehen und manches ausufert – „Channel orange“ ist zuweilen redundant, wenn auch auf eine Weise, die nicht übermäßig stört. Ich finde es nur etwas überfrachtet und bin derlei enttäuscht, als dass das Album, mit ein wenig Straffung innerhalb der Tracks und ein paar Tracks weniger allgemein, ein kleiner Klassiker hätte werden können. So bleibt ein überaus gutes Album, mit einem bestechenden Klang, etwas Brimborium – und einer Reihe vereinzelter, brillanter Songs.
„Crack rock“, „Thinking about you“ & „Sweet life“ etwas gnädig aufgerundet.
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Hold on Magnolia to that great highway moonHighlights von Rolling-Stone.deVideo: Tagesthemen berichtet 1994 über den Tod von Kurt Cobain
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Werbung1. Start
2. Thinkin about you *****
3. Fertilizer ****
4. Sierra Leone ****
5. Sweet life ****
6. Not just money
7. Super rich kids *****
8. Pilot Jones *****
9. Crack rock *****
10. Pyramids *****
11. Lost *****
12. White
13. Monks **1/2
14. Bad religion *****
15. Pink matter *****
16. Forrest Gump **** 1/2)
17. End18. Golden girl ***
Fazit: Mein Album des Jahres und als Gesamtwerk ein klarer *****-Sterner. Die Beobachtungen vor Irrlicht kann ich teilweise teilen, die Schlussfolgerungen nicht. Das Album hat manchmal in der Tat etwas Skizzenhaftes – doch das höre ich nichts als Nachteil. Im Gegenteil: Diese Spielerische macht für mich den Reiz des Albums aus. Eigentlich fällt für mich nur „Monks“ stark ab, der Rest ist unglaublich stark.
Höre das Album auch nicht in erster Linie als R&B-Album – für mich ist es ein Meilenstein in Pop. Quasi das orange Weiße Album. Und der Fluss des Albums ist auch wunderbar, zum Beispiel mit den kleinen Zwischenstücken. Kann das Album gar nicht genug loben – jede Woche habe ich ein neues Lieblingsstück, deswegen habe ich auch nicht so offensichtliche Hits wie etwa „Pilot Jones“ und „Crack Rock“ mit ***** bewertet. Kein Album hab ich öfter so vor mir her gesummt, kein Album hat mich stärker berührt. Und er singt einfach wie ein Engel.
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Do you believe in Rock n Roll?Dass das Schnittmuster, die Interludes und sonstigen musikalischen Einsprenglinge zuteilen auch dem Albumfluss dienlich sind, sehe ich auch so. Allerdings hat das auch seinen Haken: Sie müssen passen. Bei „Channel orange“ ist der Fall, dass einige Tracks in ihrer Stimmung nicht wirklich homogen sind, die einzelnen Bereiche kein Gesamtbild zu pinseln beginnen (was u.a. für die Bandbreite Oceans spricht) – ich finde doch, dass das Album bei genauer Betrachtung oftmals mehr wie eine Compilation, als wie ein konzeptionell durchdachtes Werk klingt. Ocean hat sicherlich zentrale Themen (etwa Materialismus, Entfremdung, Beziehungsdramen und Umgang mit gesellschaftlichen Wendepunkten), die auch innerhalb der Tracks mehrfach aufgegriffen werden – aber man gewinnt doch den Eindruck, dass manches Interlude eben doch Klüfte zwischen Themen und Stimmungen auf ein Niveau abebnet. Das kann man machen, das findet sich auf zahlreichen Alben, aber ich finde die Verbindungen hier eben eher unsauber, etwas erzwungen. Warum musste nach „Forrest Gump“ (ein perfekter Abschluss!) noch das Outro sein? Was soll der eher beliebige Hidden Track, der lediglich Licht in „Pink matter“ bringt, aber mit dem selben Handgriff, bei schlechterem Songwriting, eher langatmig klingt? Für was musste überhaupt „Not just money“ als gesonderter Track auf die Hülle (der Text geht ja direkt auf den folgenden Track ein und hätte als Intro vorangestellt werden können)? Wäre „Thinking about you“ nicht ein erstklassiger Opener gewesen?
Klar, irgendwo alles Erbesengezähle, aber wenn man schon bei der Ausrufung von Jahrhundertalben ist, darf das auch sein. Ein Meisterbeispiel, wenn auch etwas anderer Stilrichtung, ist diesbezüglich m.E. „Madvillainy“. Da klingt nicht nur nahezu jeder Track fantastisch, sondern jedes Steinchen sitzt sauber auf dem Nächsten. Von dieser Raffinesse und stilsicheren Zusammenknüpfung aller Stückchen ist „Channel orange“ dann eben doch noch eine gute Spur entfernt.
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Hold on Magnolia to that great highway moonBei mir hat das Album mittlerweile einiges an Profil eingebüsst. Das Sequencing ist clever genug, dass man die Lücken und Unzulänglichkeiten zwischen einer Handvoll an fantastischen Cuts mit Wunschdenken ausfüllen kann, eine Landmark-LP ist aber „Channel Orange“ deswegen eher nicht. Dafür sind die Interludes (Fertilizer my ass) zu erlässlich und jene Tracks, die auf einem lockeren Bandsound fundieren zu zweitklassig. Die herausragenden Stücke aber, in ihrer Mischung aus minimalistischen Beats und synthetisch kalten Streicher-Apps, die Ocean mit seiner Stimme wieder zum Einschmelzen bringt, überragen nahezu alle R&B-Releases der letzten Jahre. „Pyramids“ beispielsweise… jeez! Als Album ist mir allerdings z.B. „House Of Balloons“ lieber. Oder das ungeliebte „Take Care“ von Drake.
Irrlichtan die Qualitäten von etwa „Swim good“ reicht, wie ich finde, keiner der Tracks von „Channel orange“ heran.
Neben „No Church In The Wild“ ist „Swim Good“ auch mein liebstes Ocean-Feature.
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A Kiss in the Dreamhouse -
Schlagwörter: Frank Ocean
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