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mozza„Hab selber viele weiße alte Männer in meiner Albensammlung.
ich auch, aber das war nicht gemeint.
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Werbung„My Way“ wirkt auf mich leicht „überdramaturgisiert“. Dennoch im Mittelfeld gelandet.
Das Lied wurde für mich damals verhunzt, weil plötzlich alle glaubten sie könnten das covern.
Den Vogel hatte Sid Vicious abgeschossen. Weiß der Teufel warum er das machte.„Strangers in the night“ war mein erstgehörter Song von ihm. 1966. Er klang aber irgendwie merkwürdig „überstelzt getragen wichtig“ im Vergleich zu meinen Beatles, Stones und Beach Boys.
Es wurden tatsächlich in Deutschland Versuche unternommen, diesen Song zu covern. Schon mal „Fremde in der Nacht“ von Bernd Spier gehört? Schlimm! Man muß schon auch die Stimme dafür haben IMO.--
never change a running systemvorgartendass „my way“ und der new-york-song zwar welthits waren, aber nicht unbedingt spannende kompositionen, hat mir sogar die KI erzählt. was sie besonders macht, sind sinatras spätkonservative (war er ja in jungen jahren nicht) männlichkeitsperformances, die manche heute eher etwas aus der zeit gefallen finden. ein weißer alter mann, der in einem von weißen alten männern dominierten feld „i did it my way“ sang, würde sich 2025 wahrscheinlich auch nicht über ein achselzucken wundern.
Ich möchte da doch wiedersprechen. Zum einen hat „My Way“ durchaus Finessen der Komposition und des Arrangements, die AI vielleicht nicht kennt, aber eine klassisch ausgebildete Musikerin kann darüber sehr ausführlich yappen (Anna Shaffer, ich habe mal vorgespult). Wir sind hier eindeutig nicht auf Jazz-Territorium, aber für Pop ist das eine der Kompositionen, die ein perfektes Template für Interpretationen abgibt wie ein Jazz-Standard für Jazz. Ob nun die herausragenden Versionen von Nina Simone und Simon Ferocious, die sich beide auf ihre Weise gegen das Drama sträuben, um sich ihm dann hinzugeben, oder die kongeniale Parodie/Hommage/Spaceoddity von David Bowie.
Klar, Franks Interpretation ist sehr männlich-selbstgewiss („regrets I had but too few to even mention“), aber ich fand den Song immer sehr camp. Vielleicht, weil ich ihn zum ersten Mal bewusst von Georg Preuße/Mary Morgan gehört habe, aber es macht ja vollkommen Sinn, den Song als queeres Bekenntnis zu interpretieren (deutscher Text übrigens von Charly Niessen für Mary Roos, auch sehr schön). Die Theatralik und Campness sind auch schon im französischen Original angelegt, aber Paul Ankas Text hat den Song wirklich nach Hause gebracht. Und Anka erfreut sich bei GenZ einiger Beliebtheit. „Put Your Head On My Shoulders“ ging vor einigen Jahren viral, nachdem Doja Cat den Song gesampelt hat und über den jungen Anka befand: „I would smash“.:)
Ad „Strangers In The Night“: Wenn schon Eierlikör, dann „Spanish Eyes“ … Say Si Si.:)
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„My Way“ als „immer sehr camp“. Gar nicht mal so abwegig!
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when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireDanke für die kenntnisreiche Einordnung, Rossi.
Hab mal, weil alle das wollten um mich rum, einigermassen besoffen My Way in einem Tom Waits- ähnlichem Geschunkel wiedergegeben. Während der ersten Strophe kippte ich nach hinten weg, dachte kurz, ich sei Jim Morrison, dem auch schon ähnliches passiert war und wurde kurzerhand von helfenden Händen wieder ans Mikrophon gestellt. Die Melodie war klar, der Text eher Suaheli. Ich weiss aber noch, dass ich das mit dem mehr Abbeissen als kauen können noch einigermassen über die Bühne brachte. Is längst verjährt. My Way? Fünf Sterne straight.
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Beiträge nicht KI- generiert Contre la guerreAlles andere als leicht zu singen.
zuletzt geändert von mozza
Liste einreichen, Meister.
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when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireI thought of quitting, baby / But my heart just ain’t gonna buy it
Wunderbare Absage an Suizidgedanken.
zuletzt geändert von mozza--
when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireherr-rossiIch möchte da doch wiedersprechen. Zum einen hat „My Way“ durchaus Finessen der Komposition und des Arrangements, die AI vielleicht nicht kennt, aber eine klassisch ausgebildete Musikerin kann darüber sehr ausführlich yappen (Anna Shaffer, ich habe mal vorgespult). Wir sind hier eindeutig nicht auf Jazz-Territorium, aber für Pop ist das eine der Kompositionen, die ein perfektes Template für Interpretationen abgibt wie ein Jazz-Standard für Jazz. Ob nun die herausragenden Versionen von Nina Simone und Simon Ferocious, die sich beide auf ihre Weise gegen das Drama sträuben, um sich ihm dann hinzugeben, oder die kongeniale Parodie/Hommage/Spaceoddity von David Bowie.
Klar, Franks Interpretation ist sehr männlich-selbstgewiss („regrets I had but too few to even mention“), aber ich fand den Song immer sehr camp. Vielleicht, weil ich ihn zum ersten Mal bewusst von Georg Preuße/Mary Morgan gehört habe, aber es macht ja vollkommen Sinn, den Song als queeres Bekenntnis zu interpretieren (deutscher Text übrigens von Kabarettist und Schlagertexter Charly Nissen für Mary Roos, auch sehr schön). Die Theatralik und Campness sind auch schon im französischen Original angelegt, aber Paul Ankas Text hat den Song wirklich nach Hause gebracht. Und Anka erfreut sich bei GenZ einiger Beliebtheit. „Put Your Head On My Shoulders“ ging vor einigen Jahren viral, nachdem Doja Cat den Song gesampelt hat und über den jungen Anka befand: „I would smash“.:)vielen dank, das ist total spannend. mir war der zusammenhang von „my way“ und „life on mars“ überhaupt nicht bewusst… die camp-lesart leuchtet mir natürlich auch ein, aber das wollte ich gestern auch noch dazuschreiben: eine feministische oder queere aneignung verändert den song grundlegend (abgesehen davon, dass ich ihn musikalisch immer noch langweilig finden würde) – wenn nina simone singt, dass sie „ihr ding“ gemacht hat, dann erzählt das auch von überwundenen realen hindernissen, von durchsetzungsstärke in einem system, dass voreingestellt gegen eine selbstbewusste schwarze sängerin arbeitet – in sinatras fall, dem seine mafia-freunde ja sogar hauptrollen in hollywoodfilmen besorgt haben (nicht bewiesen, ich weiß), war das nicht ganz so schwer – und deswegen ist die geste ein bisschen lächerlich. bruce labruce hat ja mal die kategorie von „conservative camp“ entwickelt…
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Nur paar kleine Anmerkungen: Charly Niessen hat mit Nissen nichts zu tun. :) Aber wichtiger ist: Er war nicht nur Texter, sondern auch Komponist, u.a. im Bereich Filmmusik. Und er war tatsächlich kein Kabarettist, sondern schrieb die Texte für die Sketche der Berliner Stachelschweine. LG
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When I hear music, I fear no danger. I am invulnerable. I see no foe. I am related to the earliest time, and to the latest. Henry David Thoreau, Journals (1857)@mistadobalina: Danke für die Richtigstellung! :) Ich habe es korrigiert.
@vorgarten: Allerdings benötigen die Umdeutungen und Aneignugen des Songs eben auch die Vorlage. Ich finde Sinatras „My Way“-Interpretation ganz schwierig qualitativ einzuordnen, sie ist einerseits für das, was sie will, perfekt gemacht und ikonisch. Sie repräsentiert aber sicher nicht das, was den Künstler Sinatra ausmacht. Er selbst hat den Song wohl auch nicht sonderlich gemocht, das war halt seine Ära der Zugeständnisse an den gewandelten Zeitgeist, die ihm ein Comeback ermöglichten.
(Den Begriff „conservative camp“ kannte ich noch nicht, dem muss ich mal nachgehen. Der könnte einiges zum Verständnis der MAGA-Bewegung beitragen. Ich muss da z.B. an diesen Beitrag zum „Mar-a-Lago Face“ denken, in dem der Begriff „camp“ sogar fällt, oder auch die Obsession für hyperkitschigen AI Slop. Aber das ist an dieser Stelle off topic.)
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stefaneVielleicht mag @sommer noch um ein paar Tage verlängern?
Wie wäre es mit Samstag, 24. Januar?Danke für den Vorschlag! Vielleicht würde das noch die eine oder andere Liste mehr bringen, ich selbst werde es aber wohl auch dann nicht schaffen, auch für eine Aretha-Liste wird es eng bei mir.
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Gestern habe ich Frank Sinatra viel zu sehr in die Pfanne gehauen. Und tat ihm unrecht.
Ich bin eigentlich gar nicht so ein Mensch. Ich könnte jetzt in Scham versinken, gerade jetzt wenn ich die sachlichen qualifizierten Berichte der User lese.
Das meine ich ohne Ironie.--
never change a running system@punchline: Also ich fand deinen Kommentar jetzt überhaupt nicht übertrieben, du hast einfach deine Wahrnehmung geschildert. Mich hat die Diskussion erst dazu angeregt, mir über den Song und Sinatras Interpretation nähere Gedanken zu machen.
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Meine „2-Lager-Theorie“:
Bis einschliesslich so um die Zeit bis 1951/52 rum lief es richtig gut für ihn.
Dann kamen die ersten Krisen. Auch Privat. Scheidung. Gerüchte der bösen Presse folgten.
Manche sahen, dass die Zeit für ihn vorbei wäre.
Danach kamen halt mehrere Comeback-Versuche und paradoxerweise seine größten Hits.
Er durfte in Las Vegas auftreten.
Ich wußte nicht viel als Mensch von ihm.
Mir fiel auf, während meiner Recherchenumfrage, dass er sich sehr gerne mit der Musik von Nat King Cole umgab.--
never change a running systemWeiß jetzt nicht, wo in dieser fragwürdigen Zusammenfassung eine „Theorie“ schlummert, aber wichtiger noch scheint mir, dass es doch wirklich unangebracht ist, Sinatras Veröffentlichungen in lediglich zwei Hauptmerkmale aufzuteilen. Der frühe Frankie (unter Dorsey z.B.) ist doch ein völlig anderer als der von mir hochgeschätzte Mitte/Ende der 50er oder wiederum der in den Jahren vor seinem kurzlebigen Rücktritt Anfang der 70er oder eben der seit seinem Comeback 1973. Stimme, Gesang, Arrangements, Songmaterial – alle wesentlichen Aspekte unterscheiden sich doch von Mal zu Mal signifikant (und teils sogar innerhalb dieser Phasen, war er doch bspw. Ende der 70er stimmlich weitaus besser drauf als direkt nach seiner zweijährigen Auszeit).
Das alles in „stilvoll vs. schmissig“ zu verkürzen (wenn ich das denn so richtig interpretiert habe), wird der Vielfalt seines Werks niemals gerecht.
Nebenbei fällt mir auf, dass der frühe Sinatra bei den Faves hier bislang praktisch gar keine Rolle spielt. Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Bobby-Soxer dem ersten Elvis-Craze oder der Beatlemania kaum nachstanden.
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Schlagwörter: Fave Tracks, Frank Sinatra, Sinatra, Tracks, Umfrage
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