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Musik, die nicht in einen (anderen) „Ich höre gerade …“-Thread passt. Für Musiker, die hier keinen eigenen Thread haben und für die man keinen eigenen Thread eröffnen kann oder will. Die bisher unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle oder außerhalb des Gesichts- bzw. Gehörfeldes dieses Forums spielten. Die uns aber interessieren, begeistern oder die in irgendeiner anderen Weise erwähnenswert sind.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Highlights von Rolling-Stone.deJohn Carpenters „Escape From New York“ – „Die Klapperschlange“: 17 knallharte Fakten
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Glenn Branca – The Ascension (1981)
Dieses Album hat eine gewisse Aufmerksamkeit erfahren, weil David Bowie es 2003 in der Zeitschrift Vanity Fair als eins seiner 25 Lieblingsalben erwähnte. Übrigens findet sich dort teilweise auch sonst Musik, die sehr gut ins Fach „Obskuritäten, Kuriositäten, Raritäten“ passt. Ob daraufhin viele Menschen dieses Album gehört haben, weiß ich nicht. Nicht ohne Stolz kann ich aber behaupten, dass ich The Ascension schon 1981 gekauft habe. Weniger stolz bin ich darauf, dass ich das (heute unerschwingliche) Vinyl später abgestoßen habe. Ich mochte die Platte. Aber das ist keine Musik, die leicht ins Ohr geht und die man jederzeit auflegen möchte. Außerdem wandelte sich mein Musikgeschmack, Schallplatten galten als veraltete Technik – und ich war jung und brauchte das Geld. Heute bereue ich das zutiefst!
Glenn Branca (* 1948; † 2018) war ein us-amerikanischer Komponist und E-Gitarrist, der – ich würde mal sagen – Musik für E-Gitarrenorchester machte. Er experimentierte dabei mit alternativen Stimmungen, Dissonanzen und Obertönen. The Ascension war sein erstes Album. Besetzung: 4 E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug. Unter den Gitarristen übrigens ein gewisser Lee Ranaldo, der später mit Sonic Youth berühmt wurde.
Die Musik auf The Ascension ist enorm dicht, wirkt manchmal wie ein metallischer Block, der aber in seiner kristallinen Form vibriert und sich zwar kaum merklich aber ständig wandelt. Rockmusik stand dabei von der Instrumentierung her Pate, sicher Velvet Underground, vielleicht Metal, aber hier gibt es keine Songstrukturen, eigentlich auch keine Melodien, schon mal gar keinen Gesang. Und klassische Avantgarde des 20. Jahrhunderts war ein Einfluss. Glenn Branca schrieb später ganze Symphonien.
Hier ist alles Klang. Laut, komprimiert, aber in sich voller harmonischer Gegensätze. Anschwellend, dröhnend, gleichzeitig schwebend und raumfüllend. Daneben kann nichts anderes existieren. Wer von wall of sounds spricht, ohne Glenn Branca gehört zu haben, hat was versäumt. Manchmal wirkt das statisch, manchmal strukturiert durch einen monotonen drum beat, manchmal nicht mal das. Aber dann gibt es da zunächst kaum wahrnehmbare Entwicklungen, Verzögerungen, plötzliche Momente der Stille, Spannungen, bis es zu ekstatisch wirkenden Höhepunkten und Auflösungen kommt.
Überwältigend, berauschend, nicht immer ohne Pathos, das bleibt bei Musik von dieser Wucht nicht aus. Glenn Branca bezieht sich im Titel von The Ascension auch auf Olivier Messiaen und John Coltrane. Ich kenne mich mit Klassik ja nicht aus, aber es würde mich nicht wundern, wenn Glenn Branca auch die „drone music“ von György Ligeti gehört hat.
Man kann The Acension hier günstig digital erhalten.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Klaus Nomi – You Don’t Own Me
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when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireDer Track von Nomi ist ja bis auf die gefürchteten „Countertenor“-Attacken einigermaßen konventionell.
Klaus Nomi war damals der erste halbwegs Prominente, der an AIDS verstorben ist.
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Ich brauche seine Alben auf Vinyl.
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when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireSind die schwierig zu bekommen? Hohe Auflagen hatten die wahrscheinlich nicht.
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wenzelSind die schwierig zu bekommen? Hohe Auflagen hatten die wahrscheinlich nicht.
Waren ja im Grunde auch nur zwei, die habe ich auf CD. Bei Nobbi nie gesehen. Könnte ich bei Discogs bestellen, aber das ist es nicht.
Es gibt Künstler, die sind im Plattenladen nicht so gut zu bekommen, wie auch z. B. Sparks, Jimmy Webb, Slayer…--
when there's nothing left to burn, you have to set yourself on fireKlaus Nomi hatte es immerhin bis in die ZDF-Sendung „Na sowas!“ mit Thomas Gottschalk geschafft: „Natürlich gehört zu einer starken Sendung auch eine starke Ouvertüre.“
Ich glaube, bei Bio’s Bahnhof war er auch mal.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Noch etwas anderes, das ich aus den Tiefen meines Plattenschranks gezogen habe. Fast schon zwangsläufig aus einer Phase meines Lebens, in der vieles musikalisch in Bewegung geriet, vieles aus den obskursten Winkeln an die Oberfläche gespült wurde und ich mich neugierig auf vieles einließ.


MX-80 Sound – Crowd Control (1981)
Die Band MX-80 Sound wurde Mitte der 70er gegründet. 1977 veröffentlichten sie ihr Debut auf Island Records, was aber floppte. Danach kamen sie bei Ralph Records unter. Ralph Records? Das war das Label der San Franciscoer Künstlergruppe The Residents, das neben deren eigenen Alben auch allerlei andere kuriose Musik veröffentlichte. Was haben The Residents ansonsten mit MX-80 Sound gemein? Fast nichts, außer dass sie konsequent Musik am Mainstream vorbei machten und daher auch niemals in diesem ankamen. Hier (Residents) konzeptioneller Artpop, dort (MX-80 Sound) … ja, wie soll ich es nennen? „Noise Rock“? „Art Metal“? „Jazz Metal“? „Post Metal Art Band“ habe ich irgendwo gelesen. Das trifft es ganz gut.
Crowd Control ist das dritte Album der Band. Die beiden vorherigen kenne ich nur oberflächlich. Die hören sich für mich wie eine Mischung aus rumpeligen Hard Rock und Punk an und sind für mich nicht besonders interessant. Crowd Control wird gerne mal als geglättete Version von MX-80 Sound bezeichnet. Ich selbst höre da hingegen eine deutlich raffiniertere Musik, komplexere Kompositionen und eine größere stilistische Bandbreite, die den Reiz des Albums für mich ausmachen.
Auf Crowd Control dominiert der kalte metallische Gitarrensound von Bruce Anderson und Rich Stim, meist dicht und massiv bis zum wall of sounds. Keine Angst vor Dissonanzen. Oft treibende drums, manchmal ein nervöser Jazzrhythmus. Manchmal dramatische Breaks, Wendungen und Höhepunkte. Dazwischen mit Obsessive Devotion ein fast schon romantisches, psychedelisches Stück, ein paar halsbrecherische Headbanger und zum Abschluss eine filigrane Ballade mit einem einsamen Saxophon (Promise Of Love). Teils rein instrumental, teils mit dem lakonischen Sprechgesang von Rich Stim, der in krassem Kontrast zu diesem Gitarreninferno steht. Eigenartig surreale lyrics: „He’s got fingers for eyes and eyes for hands / He’ll read you like a book, page by page“ (Cover To Cover). Am eigenartigsten ist aber das dramatische Stück Theme From Sisters, die einzige Fremdkomposition auf CC von einem Bernard Herrmann. Wer war das nochmal? Genau: Der Komponist vieler Filmusiken für Alfred Hitchcock (z.B. Psycho). Sisters stammt aber aus einem Horrorfilm von Brian de Palma.
Ein Album voller innerer Gegensätze, dass die am weitesten voneinander entfernten Pole des gleichen Spektrums bis zum Zerreißen auslotet und auf die Spitze treibt und/aber dabei völlig stimmig wirkt. Diese Gegensätze und Extreme muss man aushalten. Das macht CC nicht einfach und ich schwanke manchmal auch zwischen Überforderung und Faszination und frage mich, wie MX-80 Sounds kalter Metal einerseits und ihre arty Raffinesse andererseits überhaupt zusammengehen. Aber ich glaube, genau das ist der Reiz daran.
Ich habe damals auch das eigenartige Cover mit diesem Signet (ein Radar?) und das unterkühlte Bandfoto geliebt. Der Name MX-80 Sound hat übrigens keine Bedeutung, sondern wurde gewählt, weil er sich gut anhört und gut aussieht.
MX-80 Sound haben danach noch viele Jahre auf kleiner Flamme weitergemacht. Über den Status von „obskur, kurios, rar“ sind sie aber nie hinausgekommen. Irgendwie unvermeidbar, irgendwie schade.
Bezugsquelle auf bandcamp: MX-80 Sound – Crowd Control
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Sehr interessanter Thread, lieber @friedrich, ich lese begeistert mit!
@mozza, schau mal bei mir vorbei! Das Debut von Klaus Nomi und fünf Alben der Sparks habe ich als Vinyl im Bestand
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Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!Gar nicht schlecht. Sounds good. Werde die Augen offen halten.
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http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft.@talkinghead2Sehr interessanter Thread, lieber friedrich, ich lese begeistert mit!
(…)
@august-ramoneGar nicht schlecht. Sounds good. Werde die Augen offen halten.
Freut mich. Danke!
Es gibt offenbar vieles, was obskur, kurios und rar, aber entdeckenswert ist. Siehe z.B. auch die Ergebnisse der besten Alben 2025-Umfrage. Natürlich immer auch eine Frage der Perspektive.
Ich habe oben im post eine Bezugsquelle für MX-80 Sounds Crowd Control ergänzt.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Dalek I – Compass (1980)
Intellektueller Synthiepop, mit einer sehr schönen Cover Version von You Really Got Me.
Die Informationen über diese Band sind recht spärlich.
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Das Leben als Pensionär ist einfach nur geil!--
Ganz fein.
Ich habe da eine 1958er 7″ im Regal.
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http://www.radiostonefm.de/ Wenn es um Menschenleben geht, ist es zweitrangig, dass der Dax einbricht und das Bruttoinlandsprodukt schrumpft. -
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