Startseite › Foren › Kulturgut › Das musikalische Philosophicum › Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert
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j-wEs ist für Musikschaffende in der Tat hart, dass jetzt Menschen, die nie in diesem Metier tätig waren, ankommen und strahlend stolz präsentieren („Schon cool, oder?“) was die KI für sie ausgespuckt hat. Das einzige, was wir (noch!) haben, ist dass wir Momente mit Livemusik schaffen können und dass Menschen diese Momente als besonders und wertvoll wahrnehmen. Im Produktionsbereich wird es sehr beliebig – Ausnahmen außen vor gelassen…
Meinst du damit Auftritte von Cover- bzw. Tribute Bands oder Konzerte von Musikern, die ihre Musik selbst erschaffen?
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Werbungdengel
Meinst du damit Auftritte von Cover- bzw. Tribute Bands oder Konzerte von Musikern, die ihre Musik selbst erschaffen?Für besondere und wertvolle Momente im Zusammenspiel von Publikum und Künstler ist es unerheblich ob das gespielte Lied ein eigenes oder ein Cover ist. (Tributeband, höhö, die schreiben ihre Lieder ja auch nicht selber, verstehste, höhö. Das war auch nicht Jans Prämisse.)
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Gewöhnlich glaubt der Mensch - wenn er nur Worte hört - es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.@dengel: Völlig unerheblich, ob man seine eigenen Songs spielt oder covert. Livemusik ist ein besonderer Moment, egal ob 1963 eine Londoner Band versucht Howlin‘ Wolf, Muddy Waters, Jimmy Reed oder Chuck Berry nah zu kommen, oder 2026 eine junge Sängerin aus dem Odenwald ihre ersten eigenen Songs auf dem Wochenmarkt vorträgt. Und was das Songwriting, live aufführen und produzieren eigener Songs betrifft, habe ich in den vergangenen 40 Jahren ausreichend Erfahrung um berichten zu können, dass es wirklich schwierig ist Menschen gegenüber in einem solchen „Nicht schlecht, oder?“-Moment freundlich zu reagieren, besonders wenn man die Menschen gern mag.
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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage BlueAlles klar. Solange ich als Konzertbesucher erkennen kann, das es den Musikern Spass und Freude bereitet zu spielen, geniesse ich dies. Habe aber in letzter Zeit einige hochprofessionelle Coverbands erlebt, denen man den fehlenden Spass anmerkte (trotz gut besuchter Location) und den Eindruck gewonnen, sie spielten nur für ihren Broterwerb.
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Klar, uninspirierte Momente der Livemusikerzeugung sind genauso unerquicklich wie von Menschen oder KI produzierte Scheißmucke.
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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage BlueLustigerweise hatte ich es gestern erst mit meinem Plattendealer über das Thema. Ich bleibe dabei: KI kann nur dumb work. Das umfasst dumme Gebrauchstexte oder -lyrik. Oder eben Musik, die deutlich abgekupfert ist. Noch, finde ich, kann man das ja durchaus auch hören, das wird sich aber ändern. Höchste Zeit, dass die Copyrightgesetze mal für etwas Vernünftiges eingesetzt werden. Jedem 15-jährigen, der einen mies aufgelösten Track aus dem Internet saugt, drohen hohe Strafzahlungen, wenn dagegen KI-Firmen das machen, ist das „die Zukunft“.
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If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.Rick Beato hat als ich ihn im November in Dublin live sah von seinen Erfahrungen mit KI generierter Musik berichtet und meinte, dass die besten Resultate vor knapp 2 Jahren entstanden sind und die Qualität seitdem merklich abnimmt, was daran liegt, dass KI-Modelle teils mehr, teils weniger auch die von KI erzeugten Dateien als Trainingsdaten verwenden und somit sich selbst abstumpfen.
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Staring at a grey sky, try to paint it blue - Teenage BlueWer völlig beseelte Live- Musik hören mag und eine Band, die Riesenspass dabei hat, bitte. Selten so eine tolle Coverband gesehen:
Bruce Springsteen: Live in Dublin – Seeger Sessions 2006 – 3sat-Mediathek
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Beiträge nicht KI- generiert Contre la guerrelathoLustigerweise hatte ich es gestern erst mit meinem Plattendealer über das Thema. Ich bleibe dabei: KI kann nur dumb work. Das umfasst dumme Gebrauchstexte oder -lyrik. Oder eben Musik, die deutlich abgekupfert ist. Noch, finde ich, kann man das ja durchaus auch hören, das wird sich aber ändern. Höchste Zeit, dass die Copyrightgesetze mal für etwas Vernünftiges eingesetzt werden. Jedem 15-jährigen, der einen mies aufgelösten Track aus dem Internet saugt, drohen hohe Strafzahlungen, wenn dagegen KI-Firmen das machen, ist das „die Zukunft“.
Hier gehen wir mal wieder d’accord. Glaube auch, dass Künstler mehr darunter zu leiden haben als rezipierende Musikliebhaber.
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Dirty, dirty feet from the concert in the grass / I wanted to believe that freedom there could last (Willy Mason)Zurück zur TAZ-Kolumne von Diederichsen. Wir erfahren, dass es wohl
leichter wird, „Scheiß-Musik“ zu produzieren und dass einige Richtungen
ohnehin auserzählt seien (Indie-Rock z.B.). Kunst interessiere nur eine
„verschwindende Minderheit“. Und wer den „Scheiß“ produziert (Menschen
oder KI) sei doch egal.Die diagnostizierte „Kränkung der Menschheit“ (Freud) kann ich nicht ganz
nachvollziehen. Wie sollte die Menschheit das feststellen, wenn sie total
verblödet ist?!. Und überhaupt: nur ganz Wenige wissen, was Sache ist.
Das deutet auf einen ziemlich elitären Kunstbegriff. Ich weiß was Sache
ist und Du nicht. Ist wohl ziemlich bedenklich, diese Denke. Wenn ich
wenigstens wüsste, wann es „Scheiße“ ist und wann nicht … aber das
weiß wohl nur Herr Diederichsen. Dem Leser fehlen da irgendwie die Kriterien,
die „Leitdifferenz“ wird irgendwie nicht klar.Aber okay. Die Kolumne von DD in der TAZ ist wohl dazu da, Themen mit wenigen
Zeilen zuzuspitzen.--
Free Jazz doesn't seem to care about getting paid, it sounds like truth. (Henry Rollins, Jan. 2013)Der DJ hat die Tanzkapelle gekillt, der Drumcomputer hat den Schlagzeuger gekillt, video killed the radio star und youtube hat MTV gekillt. Und jetzt killt KI den Musiker. Oder sogar die Musik. Vielleicht. Mindestens teilweise.
Ich habe mich nicht wirklich intensiv mit KI beschäftigt. Aber wenn ich sehe, wie KI sich seit 3 Jahren, als ich erstmals mit KI in Kontakt kam, entwickelt hat, kann ich mir gut vorstellen, dass KI auch Musik erzeugen wird, die von „menschengemachter“ Musik nicht mehr zu unterscheiden, oder sogar besser bzw. populärer ist. Warum sollte KI nicht lernfähig sein und kreativ werden, anstatt nur vorgefundenes neu zu arrangieren? Auch menschliche Kreativität geht von vorgefundenem aus, fügt es neu zusammen und entwickelt es weiter. Weder Muddy Waters noch die Rolling Stones haben den Blues oder die Rockmusik erfunden.
Schlecht für viele Musiker im herkömmlichen Sinne. Ob es auch schlecht für die Musik oder für welche Art von Musik ist? Was „Me-too-Musik“ ist, die DD d. J. erwähnt, musste ich mir von der KI erstmal erklären lassen. Hat nichts mit der Me Too-Bewegung zu tun. Gemeint ist „Musik, die wenig originell ist und sich stark an bereits bekannten, bewährten und oft ausgereizten Musikstilen orientiert“. Das macht die KI sicher mit links. Mit z.B. Jazz wird es sicher schwieriger. Der ist oft unberechenbar.
Was sagen eigentlich die Fans von Country und Indie Rock dazu, dass DD behauptet, dies seien (neben Schlager!) „auserzählte Genres“? Ich unterstelle mal, dass Anhänger dieser Genres stock und steif behaupten würden, gerade diese Musik sei noch „handgemacht“, „authentisch“ und daher „menschlich“ und KI-resistent.
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“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)Arctic Monkeys haben den Indie-Rock zu Grabe getragen.
Genres sind eh tot.
Alt-Pop finde ich aber gut. Wage ich zu bezweifeln, dass sich der glaubhaft maschinell produzieren lässt. Country bestimmt. Cosmic American Music sicher nicht.
Nachtrag: Squid lassen den Indie-Rock wieder auferstehen.
zuletzt geändert von firecracker--
Dirty, dirty feet from the concert in the grass / I wanted to believe that freedom there could last (Willy Mason)icculus66[…]
Das deutet auf einen ziemlich elitären Kunstbegriff.
[…]Das ist ja allgemein Kennzeichen von DD.
friedrichDer DJ hat die Tanzkapelle gekillt, der Drumcomputer hat den Schlagzeuger gekillt, video killed the radio star und youtube hat MTV gekillt. Und jetzt killt KI den Musiker. Oder sogar die Musik. Vielleicht. Mindestens teilweise.
Ich habe mich nicht wirklich intensiv mit KI beschäftigt. Aber wenn ich sehe, wie KI sich seit 3 Jahren, als ich erstmals mit KI in Kontakt kam, entwickelt hat, kann ich mir gut vorstellen, dass KI auch Musik erzeugen wird, die von „menschengemachter“ Musik nicht mehr zu unterscheiden, oder sogar besser bzw. populärer ist. Warum sollte KI nicht lernfähig sein und kreativ werden, anstatt nur vorgefundenes neu zu arrangieren? Auch menschliche Kreativität geht von vorgefundenem aus, fügt es neu zusammen und entwickelt es weiter. Weder Muddy Waters noch die Rolling Stones haben den Blues oder die Rockmusik erfunden.Das aber ist genau das Problem bei generativer KI. Das und die Tatsache, dass Rechteinhaber – zu Recht – etwas dagegen haben, wenn ihre Musik (oder Texte, Bilder, Filme etc) als Trainingsdaten unbezahlt übernommen werden.
Schlecht für viele Musiker im herkömmlichen Sinne. Ob es auch schlecht für die Musik oder für welche Art von Musik ist? Was „Me-too-Musik“ ist, die DD d. J. erwähnt, musste ich mir von der KI erstmal erklären lassen. Hat nichts mit der Me Too-Bewegung zu tun. Gemeint ist „Musik, die wenig originell ist und sich stark an bereits bekannten, bewährten und oft ausgereizten Musikstilen orientiert“. Das macht die KI sicher mit links. Mit z.B. Jazz wird es sicher schwieriger. Der ist oft unberechenbar.
Was sagen eigentlich die Fans von Country und Indie Rock dazu, dass DD behauptet, dies seien (neben Schlager!) „auserzählte Genres“? Ich unterstelle mal, dass Anhänger dieser Genres stock und steif behaupten würden, gerade diese Musik sei noch „handgemacht“, „authentisch“ und daher „menschlich“ und KI-resistent.Das würde ich nie sagen, genug Rechenpower und entsprechend trainierte Software etc vorausgesetzt, kann KI auch das – im Endeffekt sind es Laute, die produziert werden.
Das Märchen von den „auserzählten Genres“ schwebt ja eigentlich seit den 80ern herum und wird ja gerne mal trollend benutzt, siehe auch Simon Reynolds etc. Nicht die individuelle Musik ist altbacken, ganze Genres, anscheinend inklusive Graubereichen, sind es pauschal. Da ist DD jetzt einen Schritt weiter als in den 80ern, als er nur den Stones vorwarf, sie könnten nichts Neues mehr bringen. Denkfaul, das Ganze und letzten Endes eine Sackgasse. Wenn Genres „auserzählt“ sind, braucht man konstant neue Genres, will man neu Musik noch goutieren – wer definiert die, wer macht die?--
If you talk bad about country music, it's like saying bad things about my momma. Them's fightin' words.latho
Das Märchen von den „auserzählten Genres“ schwebt ja eigentlich seit den 80ern herum und wird ja gerne mal trollend benutzt, siehe auch Simon Reynolds etc. Nicht die individuelle Musik ist altbacken, ganze Genres, anscheinend inklusive Graubereichen, sind es pauschal. Da ist DD jetzt einen Schritt weiter als in den 80ern, als er nur den Stones vorwarf, sie könnten nichts Neues mehr bringen. Denkfaul, das Ganze und letzten Endes eine Sackgasse. Wenn Genres „auserzählt“ sind, braucht man konstant neue Genres, will man neu Musik noch goutieren – wer definiert die, wer macht die?Sind nicht Genres an sich schon ein Symptom von Denkfaulheit? Jedenfalls, wenn man von ganz groben Kriterien mal absieht? Ich würde mich fast schon auf den Standpunkt stellen, dass Genres in dem Moment „auserzählt“ sind, in dem sie benannt sind. Was individuelle Musiker nicht davon abhalten sollte, innerhalb der Genregrenzen interessante Musik zu machen.
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Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away. Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dickfriedrich Aber wenn ich sehe, wie KI sich seit 3 Jahren, als ich erstmals mit KI in Kontakt kam, entwickelt hat, kann ich mir gut vorstellen, dass KI auch Musik erzeugen wird, die von „menschengemachter“ Musik nicht mehr zu unterscheiden, oder sogar besser bzw. populärer ist. Warum sollte KI nicht lernfähig sein und kreativ werden, anstatt nur vorgefundenes neu zu arrangieren?
Ist das für Musik als Kunstform/Kulturleistung wirklich relevant? Letztendlich hört man Musik, weil man dadurch mit anderen Menschen kommuniziert. „KI als Werkzeug“ wird ein Werkzeug unter vielen werden, siehe auch Drumcomputer, Autotune, Kirchenorgel. „KI als Produzent“ wird m. A. n. ein Nischenphänomen werden, sobald die Probierphase mal abgeschlossen ist. Schach ist für Computer seit Jahrzehnten ein gelöstes Problem, die Anzahl an menschlichen Schachspielern dürfte das nur wenig beeinflusst haben und das Interesse an Spielen, bei denen einer oder beide Spieler KI sind, ist sehr überschaubar.
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Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away. Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick -
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