Bandcamp

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  • #11552925  | PERMALINK

    latho
    No pretty face

    Registriert seit: 04.05.2003

    Beiträge: 33,604

    nicht_vom_forum
    Ich kann mich an dieses Argument überhaupt nicht erinnern. Es mag manchmal als „Vereinfachung“ bezeichnet worden sein (auch wenn „Vereinheitlichung“ der treffende Begriff ist), aber dass das der Zweck gewesen sein soll, ist mir neu.

    Ich müsste nachdenken/nachforschen, wo ich das das erste Mal gesehen habe, es war aber das erste Mal, dass ich von der Änderung gehört habe. Und die Aussage war, dass die EU Einkauf für EU-Bürger erleichtern will. So gesehen nicht verkehrt, sie erleichtern ja die Bürger um ihr GEld.

    nicht_vom_forum
    Die Zoll- und Steuervermeidung steckt doch gerade in der Freigrenze. Wenn irgendwas bei einem Händler in der EU gekauft wird, wird das beim Import in die EU verzollt und beim Kauf versteuert. Das gleiche Produkt bei beispielsweise Alibaba kam, wenn es unter der Freigrenze war, zoll- und steuerfrei zum Besteller. Das war also mindestens mal ein Wettbewerbsvorteil der Nicht-EU-Händler – umso mehr als man bei „kostenlosem“ Versand die Bestellung ja auch entsprechend stückeln konnte.

     
    Wie gesagt, im Normalfall versteuert der Bürger. Er kauft etwas über eine Plattform, der Händler schickt’s los. Der deutsche Zoll versteuert/verzollt das, der Bürger zahlt die Summe. Hat sich alles nichts geändert. Nur die Tatsache, dass es keine Geringfügigkeitsgrenze mehr gibt, und dass Plattformen anbieten (Auswahl ist allerdings nicht möglich), den Zoll einzuziehen und pauschal zu zahlen. Den Zoll/Steuer zahl natürlich auch der Kunde.

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    #11553173  | PERMALINK

    nicht_vom_forum

    Registriert seit: 18.01.2009

    Beiträge: 4,168

    latho

    >nicht_vom_forum
    Die Zoll- und Steuervermeidung steckt doch gerade in der Freigrenze. Wenn irgendwas bei einem Händler in der EU gekauft wird, wird das beim Import in die EU verzollt und beim Kauf versteuert. Das gleiche Produkt bei beispielsweise Alibaba kam, wenn es unter der Freigrenze war, zoll- und steuerfrei zum Besteller. Das war also mindestens mal ein Wettbewerbsvorteil der Nicht-EU-Händler – umso mehr als man bei „kostenlosem“ Versand die Bestellung ja auch entsprechend stückeln konnte.

    Wie gesagt, im Normalfall versteuert der Bürger. Er kauft etwas über eine Plattform, der Händler schickt’s los. Der deutsche Zoll versteuert/verzollt das, der Bürger zahlt die Summe. Hat sich alles nichts geändert. Nur die Tatsache, dass es keine Geringfügigkeitsgrenze mehr gibt, und dass Plattformen anbieten (Auswahl ist allerdings nicht möglich), den Zoll einzuziehen und pauschal zu zahlen. Den Zoll/Steuer zahl natürlich auch der Kunde.

    Kann es sein, dass wir grundlegend andere Bilder vom „Bürger“ vor Augen haben?[1] Mir begegnen fast nur Fälle, in denen im Nicht-EU-Ausland bestellt wird, weil es billiger ist als eine lokale (Online-)Bestellung. Und das gerade, wenn es um Summen geht, bei denen der Nicht-EU-Händler billiger sein kann, weil sein Endreis eben aufgrund der Geringfügigkeitsgrenze für den Endkunden „netto=brutto“ ist und er auf seinen Einkaufspreis (im Gegensatz zum lokalen Händler) keinen Zoll und keine Steuern[2] zahlen muss.

    Mit beispielhaften Zahlen: Das Produkt kostet beim chinesischen Hersteller 15 Euro. Ein chinesischer Online-Händler verkauft mit 5 Euro Gewinn für 20 (Zoll fällt nicht an, MwSt wird nicht abgeführt, weil der Zoll die Sendung gar nicht kontrolliert und der typische Privatkunde das Thema ignoriert); der deutsche Händler importiert 100 Stück, verzollt (weil’s die Freigrenze übersteigt) und verkauft mit 5 Euro Gewinn (+ anteiligem Zoll + MwSt) für 25. Resultat: Der Käufer bestellt direkt in China, weil’s unterm Strich 5 Euro billiger ist. Der EU-Händler kann dabei noch nichtmal nachziehen, weil „Zoll+Steuern“ mehr sind als sein Gewinn.

    Wenn man das durch Abschaffung der Geringfügigkeitsgrenze unterbindet oder wenigstens einschränkt, findet das meine Zustimmung.

    [1] Das ist weder Ironie noch eine rhetorische Frage.
    [2] Und keine Sozialabgaben für die Angestelten usw. usf…

    --

    Reality is that which, when you stop believing in it, doesn't go away.  Reality denied comes back to haunt. Philip K. Dick
    #11584253  | PERMALINK

    sparch
    MaggotBrain

    Registriert seit: 10.07.2002

    Beiträge: 33,786

    sparchBei Bandcamp hängt es wohl davon ab, ob der Anbieter Enhanced oder Standard Payments nutzt:

    Bandcamp
    For merch (physical items), the applicable sales tax will be applied at checkout for merch sold by artists or labels using Enhanced Payments (where Bandcamp serves as the payment processor), and Bandcamp will collect and remit the taxable amounts directly to the appropriate tax authorities.

    For artists or labels using Standard Payments (where Bandcamp does not serve as the payment processor, and the payment from the fan is made directly to the artist’s PayPal account), the artist or label is responsible for processing any applicable taxes or customs related to the sale of merch.

    Bei alle Anbietern, bei denen ich bislang bestellt habe und die ersteres nutzen, kommt nun die Steuer dazu, egal wo sie ihren Sitz haben.

    Wie es aussieht, wird von Bandcamp nun nicht mehr automatisch die Steuer erhoben, wenn der Anbieter Enhanced Payments nutzt und die Lieferung innerhalb der EU bleibt. Immerhin.

    --

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