Re: Ich höre gerade … Jazz!

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vorgarten

Registriert seit: 07.10.2007

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ui, ob haden jemals „nur abgesichert“ hat, würde ich ja vehement bestreiten (und wenn er nur einen ton gespielt hätte), aber das macht mal schön unter euch aus – oder eben auch nicht.

ich bin jetzt auf einen umweg abgebogen, nachdem ich gesehen habe, wie viele kompletten alben es von dorothy ashby in der tube gibt. ich habe eigentlich nur AFRO HARPING und kenne HIP HARP, die ich nett und nicht wirklich substanziell fand. aber ich mache mal einen kleinen neuen versuch.

leaderinnen-debüt, 1957. dorothy thompson (die später den drummer john ashby geheiratet hat) war die tochter des gitarristen wiley thompson und hatte so seit ihrer kindheit kontakt zu hervorragenden musikern der detroitszene. 1952 wechselte sie von klavier auf harpe, entschied aber, dass sie damit jazz spielen will. es entstehen ab 1957 mehrere hardbop-aufnahmen mit frank wess an der flöte, meist herman wright am bass und wechselnden drummern – auf dem debüt war es ed thipgen (danach kommen roy haynes und art taylor).

nach THE JAZZ HARPIST hätte ich beinahe schon aufgegeben. natürlich ist die kombination mit flöte ganz hübsch, aber ashby spielt ziemlich langweilig, füllt den raum mit romantischen arpeggien, sie spielen 3 standards, danach 4 originale von ihr, die zwar tolle titel haben („aeolian groove“), aber vollkommen unter der wahrnehmungsschwelle bleiben.

das ändert sich allerdings schon mit der nächsten aufnahme.

ein jahr später, wieder mit wess, aber diesmal mit roy haynes an den drums. ein ganz wunderbares album, was im wesentlichen daran liegt, dass ashby viel reduzierter spielt (sehr interessant nur punktierend in der begleitung), während sie in den originalen ihren klassikhintergrund nicht abstreift, sondern ausspielt – toll mit der flöte von wess verzahnt. besonders schön gerät „taboo“, wobei ich nicht ganz verstehe, warum haynes den orientalismus nicht mitmacht.

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