Re: Blue Öyster Cult

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itasca64

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keybeeEine Platte von BÖC die häufig übersehen wird, die meines Erachtens aber nochmal einen Höhepunkt in ihrer Karriere darstellt ist Cultösaurus Erectus.

„Cultösaurus Erectus“ habe ich mir 1980 kurz nach der Veröffentlichung gekauft, ohne zu wissen, was auf mich zu kam. Es war meine erste BÖC-LP, ich hatte bei einem geplanten Platten-Einkauf nicht alles bekommen, wonach ich gesucht hatte und noch Geld für eine Scheibe übrig. Das Cover fiel mir auf und ich nahm sie schließlich mit:

Das Ding hat mich damals total aus den Socken gehauen, schon allein wegen „Lips In The Hills“, das sich meiner Ansicht nach nicht hinter einem „Don’t Fear The Reaper“ oder „Godzilla“ verstecken muß.
Trotzdem bin ich erst in den Neunzigern dazu gekommen, mir mehr von der Band zu erschließen bzw. in Form von CDs zuzulegen.

Die ersten beiden Alben („Blue Öyster Cult“ und „Tyranny And Mutation“) und besagte „Cultösaurus Erectus“ halte ich in der Rücksicht für ihre besten (bis „Club Ninja“), hier gibts einfach keine Luschen. „Prog meets Metal“ würde man dazu vielleicht heute sagen.

Mit einigen Abstrichen lässt sich auch das eingängiger geratene dritte Album „Secret Treaties“ (1974) noch empfehlen, wenn man über das geschmacklose Cover mal hinwegsieht. „Agents Of Fortune“ – nun gut, deutlich kommerzieller und auch ein wenig inhomogen, aber trotzdem gut. Ich mag es, und wer wollte bestreiten, daß „Don‘ Fear The Reaper“ ganz einfach eine Spitzennummer ist.

Deutlich mehr Geduld erforderte für mich „Fire Of Unknown Origin“ (1981) mit seiner kühlen Distanziertheit. Das Album enthält fast durchgehend gute bis sehr gute Nummern und deutet die Hinwendung zum damals zeitgenössischen Metal an. Ich kenne hier nur die CD-Fassung aus den Neunzigern und würde grundsätzlich ein gutes Remastering, eventuell sogar einen Remix empfehlen: der zum Teil synthielastige Sound hat wenig Volumen und wirkt oft zu dünn, auch die gesanglichen Leistungen sind nicht immer auf gleichem Niveau.
Insgesamt ein gutes Beispiel für BÖC’s durchdachte Art, das mich aber nicht restlos begeistert. Für nächtliche Autobahnfahrten allerdings ist es bestens geeignet und hat ein liebevoll gemachtes Cover:

Man macht mit der Anschaffung sicher keinen wirklichen Fehler, die genannten anderen Alben halte ich aber für insgesamt gelungener.

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