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Napoleon DynamitePS: Auf „Tilt“ gibt es übrigens keine „Dissonanz“.
Sagen wir mal so: Die Begrifflichkeiten Dissonanz oder Atonalität sind für mich in keinster Weise negativ besetzte.
»Nur weil Harmonie die Ausnahme ist, hat sie das attraktive Leuchten der Bedeutsamkeit um sich. Wäre sie die Regel, so müßte man sie brechen, um die Klanghölle durch wunderbare Dissonanz zu beleben.
Nur als Potential berührt uns Musik, nicht als positive Einrichtung; nur als Klärung der Wildnis interessiert uns Tonalität, nicht als Tausendjähriges Reich der Grundtöne. Nur als Versöhnung des Leidens bewegen uns Akkorde, nicht als Konsonanzdiktatur.
Die Welt ist nicht Klang, sondern Raum seiner Möglichkeit, sie ist keine Symphonie, sondern ein lärmender Alptraum, der Grund hat, sich selbst daran zu erinnern, daß aus dem Übermaß des Lärms die Vision tönender Ordnungen aufsteigen kann.«
(Peter Sloterdijk)
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"Wenn man richtig liest, löst man einen innerlichen kreativen Prozess aus. Die meisten Leser inszenieren einen Film. Weswegen es überhaupt kein Wunder ist und mediengeschichtlich konsequent, dass der Roman des 18. und 19. Jahrhunderts in die Erzählkino-Kultur des 20. Jahrhunderts übergegangen ist." (Peter Sloterdijk)