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Originally posted by dougsahm@16 Jun 2004, 23:19
Mehr sind mir noch nicht aufgefallen. Und ich kann auch nicht erkennen, dass die Nähe in Volkmusik enger gewesen sein soll oder deren Missbrauch stärker gewesen sein soll als in den Genres Oper/Operette, Schauspiel, Film, Fotografie etc. Warum soll gerade die Volksmusik durch diese Zeit geschädigter sein als anderen Disziplinen ?
Oh doch, ich denke, die deutsche Volksmusik hat mit am stärksten gelitten. Operette, Kino, Klassik, das war ja nie so urdeutsch, daß sich die Leute nach dem Krieg davon hätten abwenden können.
Und die Volksmusik ist natürlich von den Nazis extrem stark instrumentalisiert worden, weil sie für Heimat und Volkszugehörigkeit steht. Bei HJ, BDM und so weiter wurde viel gesungen, eben Lieder, die schön Heimatverbunden sind, und natürlich auch im Sinne der Nazis neugedichtete Lieder nach altem Vorbild.
Nach dem Krieg haben sich die jüngeren Leute dann eher den alliierten Musikeinflüssen hingegeben, der deutsche Schlager der Nachkriegszeit war ja musikalisch eher amerikanisch oder französisch geprägt.
Aber um nochmal zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, erstmal ein wirklich netter Thread, hochinteressant, da für mich wie wahrscheinlich für die meisten hier absolutes Neuland.
Ich werde dieses Jahr nun zum dritten Mal zum Tanz- und Folkfestival in Rudolstadt fahren und kann das nur jedem wärmstens empfehlen. Eine wunderbare Mischung aus allem, was irgendwie mit Folk und Weltmusik zu tun hat, und man muß auch nicht auf ein paar etablierte Headliner verzichten, wie dieses Jahr zum Beispiel Lambchop und Heather Nova.
Und es gibt eben auch immer wieder im engeren wie im weiteren Sinne deutsche/deutschsprachige Volksmusik, wie z.B. Biermösl Blosn, von Goisern, Haindling, von „Kleinkunst“ über „urtümlich“ bis „Volksrock“.
Bei der Gelegenheit will ich gleich noch die Schweizer Band Stimmhorn empfehlen, im Downloadbereich der Seite gibt's einige Songs zum Reinhören, ich empfehle Triohatala.
In welche Schublade ich die stecken würde, weiß ich nicht. Es hat sicher was satirisches, aber musikalisch ein absolutes Schmankerl.
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