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The Nights Of Iguana – Dry Nancy / Sally Flesh (7“, Poko Rekords, 1986)
Dies ist die wohl beste englischsprachige Single aus Finnland, die ich kenne. Es handelt sich hier um das Debüt einer Band, die für drei kurze Jahre die größte Hoffnung der finnischen Rockszene für den internationalen Markt war. Ähnlich wie bei Hanoi Rocks lagen ihre Wurzeln, ihre Vorbilder im 1970er Glam Rock, zum geringeren Teil auch in Punk und New Wave. Aber die vier Musiker, die sich nach einem Theaterstück von Tennessee Williams (1964 verfilmt von John Huston) benannten, hatten so viel mehr zu bieten. „Sally Flesh“ erzählt die Geschichte des Gitarristen der Vorgänger-Band Pin-Ups, die, ebenso wie die Nights Of Iguana später, in der Boheme und Drogenszene Helsinkis zuhause war. Ein Song, eine Produktion, die auch den Glimmer Twins zu Ehren gereicht hätte. Perfekt! Die A-Seite „Dry Nancy“ setzt aber noch Einen drauf. Ein großartiges Riff, toller Song, Spitzen-Refrain mit vielstimmigem Chor, klasse Break, spannender Zwischenteil, ein unglaublich fette und gelungene Produktion. Dazu wurde das teuerste Video in Finnland in den 80ern gedreht. Aber diese Band, diese Single rechtfertigt alle Superlative! Leider ist die Gruppe nach nur zwei LPs und fünf Singles an Drogen und Größenwahn zerbrochen. So sehr schwer zu finden dürfte die Single nicht sein. Und viel mehr als 15-20 € dürfte sie auch nicht kosten.
Poverty Stinks – I Wanna Be With You / It’s You (7“, CBS, 1989)
Die Band um den Songschreiber und Gitarristen Jarmo Laine lernte ich 1988 kennen, nachdem er mir eine Testpressung ihrer ersten selbst produzierten 7“EP geschickt hatte. Die beiden Songs dieser Single hier befanden sich – in Urversionen – bereits darauf. Ein bisschen dünner und schrammeliger klangen sie da. Manch einer wird das charmanter finden. Allerdings ist dies hier der seltene Fall, dass eine etwas fettere Produktion, von einem Major veranlasst, zu deutlich besseren Ergebnissen führt. Es ist mitnichten so, dass der Charme der Songs und der Band hier verloren sind. „I Wanna Be With You“ ist reinster Powerpop, der im Übrigen stark an die frühen Hollies erinnert. Vortreffliche Harmonien, sauber jangelnde Gitarrenlicks, und ein treibender Beat hinter einer tollen Ohrwurm-Melodie. Was will man noch mehr? Die Wege von CBS und der Band trennten sich trotzdem wieder nach dieser einen Single. Poverty Stinks machten aber noch eine ganze Reihe Platten für verschiedene Labels und waren bis nach Japan erfolgreich in der 90ern. Diese Single ist nun aber ob der Umstände ihre seltenste und kaum zu finden. Keine Ahnung was man dafür zahlen müsste, die Nachfrage ist aber sicher auch nicht gerade riesig.
Wanna Bees – Little Bit Of Pleasure (Much More Pain) / Wild About You (7”, Gaga Goodies, 1988)
Mit dem Gitarristen der Wanna Bees verbindet mich nach wie vor eine – wenn auch lockere – Freundschaft. 1990 war ich mit der Band auf Deutschland Tournee, und ihr zweiter Longplayer erschien hierzulande in meiner Verantwortung. Das hier ist die erste Single der Wanna Bees aus Helsinki. Damals waren sie noch zu viert. Musikalisch sind sie von Punk der Marke Ramones, von Glam Rock und von Pub Rock beeinflusst. „Little Bit Of Pleasure“ ist ein Punk Pop Ohrwurm, den man so schnell nicht mehr aus den Gehörwindungen bekommt. „Wild About You“ wirkt dagegen wie eine hingerotzte Pub Rock Nummer, die Doctor Feelgood oder Eddie & The Hot Rods gut ins Repertoire gepasst hätte. Die Single hier wird wohl nicht so leicht aufzutreiben sein. Über Marktpreise kann ich nichts Sicheres sagen.
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Twang-Bang-Wah-Wah-Zoing! - Die nächste Guitars Galore Rundfunk Übertragung ist am Donnerstag, 19. September 2019 von 20-21 Uhr auf der Berliner UKW Frequenz 91,0 Mhz, im Berliner Kabel 92,6 Mhz oder als Livestream über www.alex-berlin.de mit neuen Schallplatten und Konzert Tipps! - Die nächste Guitars Galore Sendung auf radio stone.fm ist am Dienstag, 17. September 2019 von 20 - 21 Uhr mit US Garage & Psychedelic Sounds der Sixties!