Re: Volkers Kramladen auf HR3

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mitchryder

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und heute wieder ein interessantes Programm…

03.09.06, 21-22 Uhr: House of the Blues

In Zeiten von Kofferbomben in Bahnhöfen und Sprengkörpern in Abfallkörben scheint der Blues eine besonders angemessene Musikform zu sein, denn für gewöhnlich bleibt der Blues nicht bei der Klage stehn, sondern transformiert Leid und Trauer in ein trotziges Aufbäumen und Widerstehen.
Der Rhythm’n’Blues-Gitarrero Walter Trout lässt in seinem jüngsten Album „Full Circle“ düstere Sturmwolken heraufziehen und verjagt sie zum Ende seines Songs „Clouds On The Horizon“ mit einem fulminanten Gitarrengewitter, das er gemeinsam mit seinem kongenialen Bluesgitarren-Partner Joe Bonamassa entfacht, um dann in einem weiteren Song dieses modernen Bluesalbums zusammen mit Bernard Allison mahnend zu fordern: „When Will It Ever Change“. Im Duett singen beide: „Ich sah die Glocke der Freiheit und des Friedens, aber ich hörte sie nicht klingen“.
Der im Libanon geborene, in der Schweiz lebende britische Bluesrocker Paul Camilleri überzeugt auf seinem aktuellen Album „Another Sad Goodbye“ mit kantig rauen und beziehungsreich klingenden Songs wie „All Went Wrong“ oder „Ain’t Giving Up“.
Und Tony Joe White rebelliert in seinem neuen, blues-orientierten Album „Uncovered“ gegen jede Form von Bevormundung und Einengung. Wie selten zuvor spielt er ebenso engagiert wie entspannt seine Form des Blues, gemeinsam mit Gästen wie Eric Clapton, Mark Knopfler und J.J. Cale.
Auch Peter Frampton hat den Bluesrock für sich entdeckt und rockt blues-inspiriert auf seinem neuen Instrumental-Album „Fingerprints“ zusammen mit Musikern von Grateful Dead, Pearl Jam, den Allman Brothers und mit der alten Rhythmusgruppe der Stones: Charlie Watts und Bill Wyman.
Von Eric Clapton erscheint Ende September ein historisches Dokument seiner Blues/Pop-Phase, die Phil Collins als Produzent und Schlagzeuger vor 20 Jahren maßgeblich beeinflusste. Auf dieser neuen DVD „Eric Clapton live in Montreux 1986“, die erst jetzt, 2 Jahrzehnte nach der Konzertaufzeichnung veröffentlicht wird, hört man wie Phil Collins die Bluesgitarre von Eric Clapton mit Power-Pop-Grooves unterlegt und wie Clapton den Collins-Hit „In The Air Tonight“ mit wenigen Gitarren-Licks bluesig einfärbt. Ausschnitte aus dem Soundtrack der aufschlussreichen DVD werden zu hören sein.
Die erste Stunde von hr3-Rebell ist heute ein „House of Blues“, dessen Türen in verschiedene Räume des ebenso zeitlosen wie facettenreichen Bluesrock führen.

03.09.06, 22-23 Uhr: House of the Songs

Ein guter Song braucht eine starke Melodie, eine tief gründende Harmoniefolge und einen ansprechenden Text, dann ist er richtig für Kopf und Bauch, Verstand und Gefühl. Dann kann der Song weiterhelfen, wenn man nicht mehr weiter weiß, dann hilft er dabei, etwas auszudrücken, was nur schwer zu greifen ist.
Über die verschiedenen Ängste, die uns beschäftigen und oftmals auch quälen, denkt Ilene Barnes nach in ihrem Song „Fear Of“, aus ihrem neuen Album „Yesterday Comes“, das in der kommenden Woche veröffentlicht wird. Die in der Karibik aufgewachsene US-amerikanische Gitarristin und Singersongwriterin Ilene Barnes bevorzugt entrückte Sprachbilder und melancholische Grundstimmungen, um die Vielschichtigkeit menschlicher Grundängste und Sehnsüchte auszudrücken.
Gegen das überdrehte Hamsterrad, in dem so viele mit heraushängender Zunge rotieren, singt Jesse Harris an – in seinem Song „Slow Down“, enthalten im neuen Urban Folk-Album „Mineral“, das der 32-jährige New Yorker, der sich als Songschreiber für Norah Jones einen Namen machte, soeben veröffentlicht hat.
Dass die Welt auch ohne ihn weiter geht, dass niemand einen schweigsamen Typ wie ihn vermisst, diese Erkenntnis führt dazu, dass der Held des Songs „I Should Get Up“ mit Depressionen im Bett liegt, wohl wissend, dass es besser wäre, aufzustehen und sich am Leben in der Welt da draußen zu beteiligen. Auf solch hingetupfte Stimmungsskizzen in Song-Form versteht sich der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Teddy Thompson, dessen zweites Album „Separate Ways“ gerade veröffentlicht wurde. Unterstützen ließ er sich bei den Aufnahmen u.a. vom Geschwisterpaar Martha und Rufus Wainwright und von seinem Vater, dem Folkrock-Veteranen Richard Thompson.
Auch der Sohn von Stephen Stills und Veronique Sanson, der heute 32-jährige Sänger, Gitarrist und Songwriter Chris Stills hat kürzlich sein zweites Album veröffentlicht. Es enthält den Versuch, den kalifornischen Westcoast-Folkrock seines Vaters mit dem Piano-Chanson seiner französischen Mutter in Einklang zu bringen. Die englischsprachigen Songs schrieb er selbst, bei den französischen holte er sich Unterstützung, unter anderem bei Stephan Eicher und Philippe Djian, die das Rock-Chanson „Demon“ schrieben.
Von Dämonen und Abgründen handelt das aktuelle Album „Another Black Feather“ von Dayna Kurtz. Doch mit Galgenhumor singt sie im Schunkelwalzertakt: „I don’t think you’re right in the head, but I think you’re just right for me.“
In der zweiten Stunde der heutigen Ausgabe von hr3-Rebell wandeln wir durch ein „House of the Songs“ und können hinter jeder neuen Tür eine weitere Variation an vielschichtigen und entspannten Songs entdecken. Bei einzelnen Songs könnte man den Eindruck haben, dass der Songschreiber nicht so ganz richtig im Kopf ist, aber womöglich ist das genau das richtige für uns.

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Di. & Do. ab 20.00 Uhr, Sa. von 20.30 Uhr Infos unter: [/COLOR][/SIZE]http://www.radiostonefm.de