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Ja, tolle Höreindrücke die auch gut die Umstände beleuchten.
Meine Liste ist die „Jüngste“ was die Veröffentlichungen betrifft, interessant. Eigentlich tendiere ich ja dazu mehr in die älteren Jazz Alben einzutauchen. Ausnahme ist da wohl ECM.
Ich bin auch weit davon entfernt mich als sachkundigen Experten im Piano Trio Jazz zu bezeichnen, generell im Jazz. Ich höre zwar schon seit den 80’ern Jazz. Aber um Expertisen zu erstellen bin ich einfach nicht der Richtige. Da gibt es sicherlich weitaus kundigere Personen hier im Forum.
Ich habe ziemlich verwundert festgestellt dass viele Alben bei mir plötzlich ganz anders rüber kommen. Das mag an der Tagesform/stimmung liegen. Aber sicher auch daran dass mein Hauptaugenmerk früher die Pianisten waren. Seit mein Sohn (12 Jahre) seit 2 Jahren mit Elektrobass und ein wenig Akustikbass angefangen hat und ich das Instrument auch mal hin und wieder nehme um mich ein wenig darin einzuspielen und meine nur noch rudimentären Gitarrenkenntnisse mit einbringe liegt der Fokus plötzlich auch auf ganz andere Dinge, mehr das Zusammenspiel, und natürlich auf den Bass. Wo früher Bill Evans Bill Evans war und ob da jetzt ein zugegebenermaßen auch damals schon grandioser Scott LaFaro oder auch Chuck Israels kaum auf das Gesamtbild einen Unterschied gemacht haben weil ich hauptsächlich an dem Pianospiel gehangen habe ist plötzlich eine ganz andere Welt vorhanden.
Auch ein Grund warum Standards Vol. 1 von Keith Jarrett reingerutscht ist. Im mag Jarrett durchaus (Wobei mich sein „Gesang“ schon irritieren kann.), aber ich benötige bei Ihm immer eine lange Zeit um „richtig“ reinzukommen. Wo Bill Evans bei mir sehr schnell eine Gänsehaut erzeugt ist bei Jarrett bei mir alles anfangs ein sagen wir mal „Kopfhören“. Und da ich Musik eigentlich immer emotional höre finde ich Jarrett zwar häufig brilliant. Aber der letzte Schritt kommt bei mir nicht so häufig an. Liegt klarerweise an mir und nicht am Interpreten. Wenn es dann doch passiert, super. Hier hat klar Gary Peacock geholfen. Ich stelle auch gerade fest, Chick Corea feht vollständig.
Außerdem habe ich so das ein oder andere Album in den Top 20 welches ich fast schon mit ein wenig Widerwillen aufgelegt und reingehört habe. Z.B. wäre das Giovanni Guidi Trio von mir beinahe übersehen worden. Ich fand das Album damals irgendwo durchschnittlich und langweilig. Jetzt beim Wiederhören hatte es mich irgendwie völlig unerwartet gepackt und ich habe es gleich drei mal an zwei Tagen gehört. Auch Tord Gustavsen hatte wohl das Glück dass ich auf den Punkt die richtige Stimmung hatte. Die Skandinavier haben häufig irgendetwas in Ihrer Musik was bei mir die Stimmungen der nordlichen Landschaften abbilden. Und da fühle ich mich immer sehr wohl.
Was die anderen Listen betrifft, die finde ich durchgehend spannend und ich werde wohl eine zweite Runde in dem Genre durchgehen und mir ein ganzes Paket für mich neuer Alben anhören.
Nochmals vielen Dank für diese Umfrage. Ich wäre sonst nie auf die Idee gekommen so konzentriert (Nicht was das Zuhören sondern was die Musikrichtung betrifft.) in dieses Genre einzutauchen. Das hat in den letzten 4 Wochen schon etwas mit mir gemacht. Hin undwieder ist es bei mir wirklich gut wenn jemand mich aus meiner Komfortzone reisst. Bei wenig Zeit zum wirklich intensiven Musikhören tendiere ich schon mit zunehmendem Alter dazu ansonsten auf die sicheren Alben zurückzugreifen.
Bernd
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