Antwort auf: Musik im Wandel der Zeit: Wie Musik sich verändert

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friedrich

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@nicht_vom_forum

friedrich

nicht_vom_forumAdam Neely zum Thema: (…)

Das Video ist 90 Minuten lang. Das ist mir gerade etwas zu viel. Wer ist Adam Neely und was hat er – kurz zusammengefasst – zu sagen?

(…)
Zusammengefasst geht es in dem Video darum, wie wenig Wertschätzung und Interesse die KI-Betreiber, exemplarisch der Suno-Chef, und die Leute, die mit KI Musik machen, Kultur, Musik und den kommunikativen Aspekten von Kunst entgegenbringen und welche Auswirkungen das auf Musik, Musiker und die Gesellschaft als ganzes hat.
Die Länge ist bei diesem Video (…) ein Stilmittel. (…)

Ich habe mir Adam Neelys Video inzwischen in 3 je ca. 30-minütigen Portionen angesehen.

Neely schlägt einen sehr weiten Bogen und macht ein ganz großes Fass auf. Das ist sehr anregend und beeindruckend, macht es aber schwierig, auf die Fülle an Informationen einzugehen.

Er geht ihm gar nicht in erster Linie um KI-generierte Musik, es geht ihm vor allem um die psycho-sozialen, sozio-kulturellen, ökonomischen und politischen Auswirkungen, die SUNO oder andere Internet / KI-Tools haben.

Faster, cheaper, lonelier! So wird Musik mit KI produziert. Denn wenn man keine Mitmusiker mehr braucht, geht alles schneller und billiger, aber am Ende hockt man mit der KI in einer Blase. Im Metaversum. Und „skills“ braucht man auch nicht mehr. Wozu ein Instrument spielen lernen, wenn die KI dir das abnimmt? Man muss nicht mal mehr wissen, was eine Tonleiter oder einen Akkord ist. Man muss nur einen Prompt schreiben können. Warten? Geduld? Frustrationstoleranz? Wozu? KI liefert dir in Sekundenschnelle das gewünschte Ergebnis. Und wer profitiert am Ende davon? Tech-Oligarchen, die daran arbeiten, die Demokratie und den freien Markt abzuschaffen um uns alle in eben diesem Metaversum zu manipulieren.

Umgekehrt kann man auch argumentieren, dass KI/SUNO es auch musikalisch ungeübten Nutzern ermöglicht, Musik zu machen. Und im Metaverse dürfen wir alle der oder die sein, der oder die wir gerne wären, oder? Und haben neue Technologien am Ende nicht immer unser Leben verbessert?

Manches, was Neely sagt, finde ich relativ offensichtlich, manches finde ich sehr scharfsinnig und verblüffend. Und einiges, was er sagt, meine ich schon aus meinem Alltag zu kennen: Warum einen Passanten nach dem Weg fragen, wenn es doch Google Maps gibt? Warum den Kollegen neben mir nach Rat fragen, wenn ich doch die KI fragen kann? Warum mit der Hand eine Zeichnung machen, wenn KI mir eine Visualisierung in 3D und Farbe generiert? Warum mit Menschen reden, die einen nerven und auch noch widersprechen? Warum mit dem Psychotherapeuten sprechen?

Neely erwähnt auch die italienischen Futuristen, die den technischen Fortschritt vergötterten und am liebsten alles Traditionelle auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen hätten. Die Devise des Silicon Valley „Move fast and break things!“ hätte auch von denen stammen können. (Viellecht so: „Velocità, violenza, vittoria!“ ;-) ) Die Futuristen verbündeten sich damals mit den Faschisten – und die haben am Ende sehr viel kaputt gemacht.(*)

Die Zukunft der nicht KI-generierten Musik sieht Adam Neely im Konzerterlebnis und der dort gelebten menschlichen Interaktion. Das kann die KI niemals ersetzen!

Danke für den Tipp, nicht-vom-forum! Und absolute Empfehlung von mir an alle Interessierten, sich 90 Minuten für Adam Neelys Video Zeit zu nehmen. Das ist gut investierte Zeit und Aufmerksamkeit. Auch das kann die KI nicht ersetzen.

(*) Ulkigerweise habe ich die Futuristen vor einigen Tagen hier in anderem Zusammenhang erwähnt. Aber dieser Zusammenhang war harmlos im Vergleich zu dem, mit dem die KI uns überrollen wird.

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