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Freddie Redd – Live at the Studio Grill | „Living Proof Series“ heisst die Reihe beim Labe Triloka, in der dieses späte Dokument von Freddie Redd erschienen ist. Im Trio mit Al McKibbon und Billy Higgins wurde der Pianist am 19. und 26. Mai 1988 im Studio Grill in Hollywood live aufgenommen. Eine hervorragende Rhythmusgruppe also und dazu ein gut gelaunter Pianist, der in Powell’scher Manier mitbrummt (auch beim einen oder anderen Bass-Solo, wo er eher mit McKibbon als mit seinen Begleit-Akkorden mitzugehen scheint). „I’m Gonna Be Happy“ heisst Redds Opener, in dem es ein schönes Bass-Solo und ein paar Runden Fours mit Higgins gibt – und einen leidlich fokussierten Pianisten, der aber eher durch die Changes schlurft, als ein kohärentes Statement oder eine spezielle Stimmung aufzubauen (die im Stück durchaus angelegt wäre, der erste Akkorde erinnert ein wenig an „Bye Bye Blackbird“, aber dann geht es eigene Wege). „Don’t Lose the Blues“ und „Waltzin‘ In“ sind die weiteren Redd-Originals, die zwischen „I’ll Remember April“, „For Heaven’s Sake“ (solo), „All the Things You Are“ sowie zwei feinen Bebop-Balladen stehen: Bud Powells „I’ll Keep Loving You“ in einer wunderbaren Solo-Version und Monks „`Round Midnight“. Kann man alles sehr gut hören, die Atmosphäre ist ansprechend, die drei haben Spass, das Publikum auch … aber so richtig gute Soli spielt Redd halt nicht. Seine Chops sind gut genug, als dass er überall unbeschadet durchkommt (z.B. ein schnelles „April“ mit tollem Higgins, der dann auch ein packendes Solo spielt). Das Album aus Paris ist von der Stimmung her eindeutig mein liebstes unter Redds Trio-Alben.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba