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Steve Kuhn – Porgy | Steve Kuhn wurde 1988 fünfzig Jahre alt … im Vorjahr erschien bei New World das 1984 eingespielte Solo-Album „Mostly Ballads“, das ich leider noch nicht kenne. Und 1986 war er mit den fabelhaften Live-Aufnahmen aus dem Village Vanguard quasi neu gestartet. „Porgy“ erschien 1989 bei Jazz City (Cover unten) und 1998 bei Evidence mit anderem Cover (oben, die Ausgabe, die ich habe). Kuhn war zurück und es folgte eine lange Reihe von Alben, von denen die meisten im Trio entstanden, allesamt mit erstklassigen Formationen. Hier sind Buster Williams bzw. Eddie Gomez und Al Foster dabei und auf zwei Stücken noch die Sängerin Laura Anne Taylor („Isotope“ von Joe Henderson und „Lullaby“ von Kuhn – jeweils mit Texten von Taylor). Los geht das Album mit „Shoutin‘ Out“ von Horace Silver, dann folgen Ellington („Squeeze Me“), Dameron („Tadd’s Delight“), Gershwin („I Loves You Porgy“, klar), dann das Henderson-Stück mit Gesang (ein dahingehauchter zweideutiger Text, quasi die Dearie-Version von Annie Ross). Teil zwei beginn mit Alec Wilder („Where Do You Go?“), dann Swallow („Ladies in Mercedes“), Hefti („Repetition“), Rudy Stevenson („On Stage“ – kann man wohl als eine neuerliche Wynton Kelly-Connection sehen?), das zweite Gesangsstück, und als Closer noch ein kurzes Solo-Stück Bacharach („A House Is Not a Home“) – was also relativ konventionell losgeht, öffnet sich allmählich in diverse Richtungen. Gomez spielt auf vier Stücken (Gershwin, Wilder, Swallow und Kuhn), Williams auf den restlichen sieben. So lebendig wie im Vanguard geht das nicht zu und her, aber das sind sehr schöne, manchmal zarte, manchmal zupackende Aufnahmen, oft mit kleinen Arrangement-Ideen, die sehr gut wirken (zum Beispiel eine kleine rhythmische Bassfigur im Titelstück, Gomez‘ erstem Auftritt hier). Ira Gitler verrät in den Liner Notes auch, dass die beiden Bassisten hier die Einspringer sind, auf die Kuhn damals zurückgriff, wenn Ron Carter keine Zeit hatte. Für meine Ohren nicht ganz auf der Höhe der besten Kuhn-Alben, aber sehr hörenswert (wie ganz viele … dasselbe „Problem“ auch hier, aber eher im japanischen Hochpreis-Segment mit vielen Venus-Alben).

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