Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Das Piano-Trio im Jazz › Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

Herbie Hancock Trio with Ron Carter + Tony Williams | Williams hatte ja inzwischen Übung im Klassizismus, auch wenn seine eigene Band erst ein paar Jahre später loslegen sollte. Mit Herbie Hancock klingen Carter und er (Juli 1981 im Sony Studio in Tokyo) jedenfalls sehr anders, das erinnert eher an die Schärfe der kürzlich gehörten Aufnahmen von Chick Corea, wobei Hancock einen weicheren Anschlag hat und trotz der etwas kühlen digitalen Produktion auch einen etwas grösseren Farbenreichtum am Flügel bietet*. „Stablemates“ von Benny Golson ist kein Stück, das man bei diesem Trio als Opener erwarten würde – aber klar, die kriegen eine schöne Version hin, inklusive Latin-Beat in den A-Teilen, zumindest im Thema, und im Intro mit einem eleganten Besen-Groove von Williams. Hancocks „Dolphin Dance“ beschliesst die erste Hälfte (das Album erschien 1981 als LP, ab 1982 auch auf CD, und bis zum Wounded-Bird-Reissue 2014 bzw. der grossen Hancock-Box im Jahr davor ausschliesslich in Japan). Anklänge an „Maiden Voyage“ oder „Empyrean Isles“, man denkt an das in den Blue Note-Jahren nie eingespielte Trio-Album … wobei Hancock dort wesentlich weicher geklungen hätte als hier, wo manchmal in der perkussiven Attacke auch Tyner nicht weit scheint. Auf Teil zwei Rahmen Carters „A Slight Smile“ (eine feine Ballade) und Williams‘ „La Maison Gorée“ den Klassiker „That Old Black Magic“ ein, der munter vor sich hin swingt, mit Williams wieder an den Besen. Das Fazit nach der erste Hälfte ist hier deutlich besser als am Ende … das erste Album des Trios finde ich deutlich besser.
—
*) Dass Corea oben Skjrabin spielt, erinnerte mich vorhin allerdings schmerzhaft an die pandemie- und dann todesbedingt verpasste Gelegenheit, ihn mit dem Tonhalle-Orchester und Paavo Järvi als Solisten in einem Mozart-Konzert zu hören … eine Karte hatte ich, aber es sollte nicht sein. Ich hatte keine klaren Erwartungen, aber Corea mal noch zu sehen hätte mich schon interessiert.
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba