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Gerry Wiggins – A Beautiful Friendship | Das Album neulich zu überspringen war halt doch ein Fehler – denn Gerald Wiggins spielt im März 1977 mit Major Holley und Oliver Jackson ein viel moderneres Album ein als er das 1974 mit Holley und Ed Thigpen getan hatte („Wig Is Here„). Und es brauchte tatsächlich Japaner, um die zwei Alben komplett herauszubringen – in Frankreich erschienen 1990 und nochmal 2002 zwei Compilation-CDs mit Auszügen von beiden Alben sowie ein paar Bonustracks. Diese stammen allesamt von diesen interessanteren 1977er-Sessions und sind in der japanischen Reihe am richtigen Ort untergebracht worden, also auf der abgebildeten CD, die vier Bonustracks enthält. Es gibt alte und weniger alte Pop-Songs und einen exquisiten Touch am Piano, der in „(This Is the End of) A Beautiful Friendship“, „Blue Moon“, „What Is There to Say“, „Someone to Watch Over Me“ oder „One Hundred Years from Today“ gerade so gut funktioniert wie in „Days of Wine and Roses“, dem Wild Bill Davis-Stück „Stolen Sweets“ (das Charles Thompson schon 1974 für sein Black & Blue-Album „Hey There!“ eingespielt hat), oder im Closer, Wiggins‘ eigenem „Sonar“, das u.a. Les McCann und Ray Bryant (auf dem Prestige-Trio-Album, das hier ja erfreulich beliebt ist) eingespielt haben. Als Bonus gibt es dann noch „This Can’t Be Love“ (ein Strut mit dem sonst nicht zu hörenden Bärengesang von Holley zu seiem Solo), Wiggins‘ „Sysmo Blues“, „Watch What Happens“ (alle von der 2002er-CD) und am Ende „On a Clear Day“ (erstmals auf der 1990er-CD). Wunderbare Musik von einem Pianisten, der wohl nie mehr als ein Geheimtipp war (müsste mal wer Ethan Iverson stecken
). Das bewegt sich so selbstverständlich zwischen Bop und Swing wie das bei den Detroitern der Fall ist (Harris, Jones, Flanagan), hat aber etwas mehr Biss, irgendwo zwischen Basie und Jamal … und einen enorm schönen Sound am Klavier hat Wiggins auch.
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