Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Steve Kuhn Trio – Wisteria | Das Trio-Album mit Steve Swallow und Joey Baron von Herbst 2011 lief gestern spät noch. Ich vermute, das ist primär drum so beliebt, weil die meisten Leute praktisch keine anderen Kuhn-Alben kennen … mir gefällt Swallows Sound nicht in der Kombination mit Kuhn bzw. im Piano-Trio, Joey Baron überbordet da und dort auch etwas zu sehr (ich mag das bei ihm, aber auch lieber in anderen Besetzungen) – und Kuhn plätschert mittendrin irgendwie munter vor sich hin. Ich hab noch keinen Umgang mit der Menge von Kuhns tollen Trio-Alben gefunden, das ist ein Projekt für ein anderes Mal. Und auch wenn das jetzt anders klingen mag: schlecht finde ich „Wisteria“ bei weitem nicht!

Vijay Iyer Trio – Accelerando | Einen Monat früher, im August 2011, nahm das Trio von Vijay Iyer sein zweites Album auf. Auf Rodney Temperton und „Human Nature“ folgt Herbie Nichols, dann Flying Lotus, Thundercat und Henry Threadgill … und klar ist das aus einem Guss und macht grossen Spass. Davor und danach gibt es insgesamt für Stücke von Iyer und als Closer noch ein selten gehörtes Ellington-Stück, „The Village of the Virgins“. Den trockenen Bass von Crump und die oft ins scheppernde ziehenden Drums von Gilmore höre ich hier noch näher an Morans Bandwagon als auf dem Debut … und es stellt sich auch nicht dieselbe Faszination ein. Aber ich glaube sofort, dass man das Debut und auch dieses Album das beste des Trios finden kann, wenn es dasjenige war, mit dem man es kennenlernte. Bei mir war das eben „Break Stuff“, was vielleicht deshalb die Nase vorn hat. Aber das Debut ist vielleicht wirklich gerade so gut und das hier auch nicht viel weniger toll.

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