Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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Eliane Elias – Something for You: Eliane Elias Sings & Plays Bill Evans | Gesungen wir hir auch einige Male*, aber von der Pianistin selbst, und Gäste gibt es keine – bis auf eine Coda, die von Bill Evans selbst stammt, von einer Kassette, die er kurz vor seinem Tod Marc Johnson gab, dem letzten Bassisten seines Trios. Jahre später kam der mit Eliane Elias zusammen, der 1960 in São Paulo geborenen Pianistin, die in den frühen Achtzigern als junge Virtuosin in New York für Aufsehen sorgte und später eine Reihe von Alben für Blue Note einspielte. 2007 kehrte sie – via Somethin‘ Else – nach sieben Jahren zum Label zurück mit dieser Hommage an Bill Evans, den Pianisten, der praktisch alle ihrer Generation geprägt hat. Mit Marc Johnson und Joey Baron spielt sie Klassiker von Evans und Standards, die mit Evans verbunden werden: „Waltz for Debby“, „Blue in Green“, „Five“, „A Sleepin‘ Bee“, „Detour Ahead“, „My Foolish Heart“, „Solar“, aber auch obskurere Stücke wie „I Love My Wife“ und „For Nenette“, die Elias direkt nacheinander solo spielt. Dazu kommt „After All“, eine Evans gewidmete Eigenkomposition, die mitten in den Sessions entstand. Auch zwei von Evans nie eingespielten Stücke kann Elias hier präsentieren. Für beide hat sie eigene Worte geschrieben: „Here Is Something for You“ und „Evanesque“. Die Stücke hält Elias bewusst kurz, weil sie schon so ganz viele weglassen musste, die sie gern auch eingespielt hätte. es gibt sechzehn und dann die Coda von Evans, eine „Introduction to ‚Here Is Something for You'“, mit einer kurzen Coda drin, in der Elias nochmal ein, zwei Zeilen singt. Mit den kurzen Soli wird das zu einem Album voller Miniaturen und Vignetten, sehr bewusst und liebevoll gestaltet – und hervorragend gespielt. Ein kleines Detail ist, dass Johnson in „My Foolish Heart“ (und dem Bonustrack der Japan-Ausgabe, „Re: Person I Knew“) den Bass von Scott LaFaro spielt, den ihm Barrie Kolstein lieh, Inhaber eines Ladens für Saiteninstrumente (und eben den Prescott-Bass von LaFaro).

Hier interviewt ein anderer Bassist, der das Instrument auch gespielt hat, mit Kolstein, der das Instrument erneut restaurierte, das beim Unfall, bei dem LaFaro starb, beschädigt wurde:

*) Im Gegensatz zum feinen Alterswerk von Barbara Caroll, das ich gestern auch noch im Player hatte, aber noch nicht zu Ende hörte, „I Wished on the Moon“ mit Jay Leonhart und Joe Cocuzzo (2006 aufgenommen und im Folgejahr bei Venus erschienen).

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