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Randy Weston and His African Rhythms Trio – Zep Tepi | Randy Westons Rückkehr zu den Wurzeln, dem Klaviertrio, aber natürlich mit einem Twist: Nein Clarke spielt „African Percussion“, kein reguläres Drum-Kit sondern eins mit einer Djembe statt einer Snare und anderen Bestandteilen. Beim grossartigen Konzert, das ich von diesem Trio hörte (17. April 2008 im Moods in Zürich – auf der Website des Clubs ist die Suche leider auch kaputtgegangen), sass Clark jedenfalls schon hinter einer Art Kit mit Trommeln und Becken auf Ständern, aber eben auch mit Trommeln, die er von Hand spielte, und diversen weiteren kleinen Gegenständen, wie sie ja längst viele Jazzdrummer einsetzen. Alex Blake spielt den Bass manchmal so virtuos wie eine Gitarre, ich hatte beim Konzert und habe bei der CD, die im Dezember 2005 im Eastside Sound aufgenommen wurde, den Eindruck, dass das manchmal fast wie Flamenco klingt. Das Programm ist eine grosse Rückschau, wie Weston sie später auch noch mit Band und als Solist nachlegte. Los geht es mit langen Versionen von „Blue Moses“, „African Sunrise“ und dem „Berkshire Blues“. In der zweiten halben Stunde folgen dann kürzere Versionen von sieben weiteren Stücken, bis au den Closer „Lovey, The Mystery Of“ alle aus Westons Feder, darunter auch „Hi-Fly“ (hier „High Fly“), „Portrait of Frank Edward Weston“ und „The Healer“. Für meine Ohren – die wenn auch Konzerte zur Erfahrung gehören, gerne kritisch sind, siehe Makhathini – ist das ein tolles, lebendiges Zeugnis des späten Weston … vielleicht das beste (die Band-Alben, die noch folgten, sind „The Storyteller – Live at Dizzy’s Club Coca-Cola“ und „The African Nubian Suite“, v.a. letzteres, seine letzte Aufnahme, durchaus auch nochmal ein neues Kapitel, das Solo-Album ist „Solo Piano – Sound“ von 2017, das allerdings eine Aufnahme, die schon 2001 entstand, präsentiert). Dass die drei im Closer – unterstützt vom Produzenten Paul West (auch als Bassist bekannt, u.a. mit der Gillespie Big Band von 1956/57, aber auch von Aufnahmen mit den Jazz Modes oder Stuff Smith) und Yaa-Lengi M. Ngemi – auch noch singen, würde das Album in meinen Augen ebensowenig für die Umfrage disqualifizieren wie das „Instrument“, das Clarke hier spielt (ein Schlagzeug ist ja eh immer eine Ansammlung von Instrumenten, auch wenn es natürlich eine Art Norm gibt).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba