Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Ich höre gerade … Jazz! › Antwort auf: Ich höre gerade … Jazz!
friedrich
dagobert
friedrichTotales Kontrastprogramm zu Charlie Shavers:
Kieran Hebden / Steve Reid – NYC (2008)Danke für die Anregung, friedrich. Ich freue mich gerade, dass ich hier zufällig reingeschaut habe. Dieses Album höre ich jetzt.
Oh, freut mich, dass dich das angeregt hat. Aber Obacht! Wie gesagt: das ist „heftig“ und „nicht jedermanns Sache“. In mehrfacher Hinsicht grenzwertig. Bin gespannt, wie du das hörst.
Ach, so heftig fand ich das gar nicht – nicht Coltrane-Ascension-heftig
Ich mochte es gleich beim ersten Hören und bin gut durchgekommen, aber muss es mir noch ein paar mal anhören, um mir ein finales Urteil zu erlauben. Erster Eindruck jedenfalls positiv!
😄
Coltrane-Ascension kannte ich bislang nicht. all music guide schreibt dazu:
„Ascension throws most rules right out the window with complete freedom from the groove and strikingly abrasive sheets of horn interplay (…) Ascension reflects more of an event rather than just a jazz record and should be sought out by either experienced jazz appreciators or other open-minded listeners, but not by unsuspecting bystanders.“
Da streiche ich die Segel! „Heftig“ und „nicht jedermanns Sache“ würde ich da von unsuspecting bystanders auch als Kommentare erwarten – sogar von mir selbst.
Aber hat Heftigkeit etwas damit zu tun, „die Regeln aus dem Fenster zu werfen“? Mal ganz davon abgesehen, ob amg hier Recht hat oder nicht. Ich verstehe den Vergleich von NYC mit Ascension schon, aber frage mich auch, wo er hinkt. So als rhetorische Frage …
Nur mal so als Gedankenspiel. NYC hat ein strukturierendes Element, eine felsenfeste Regel: den durchgehend dominierenden beat, oder nennen wir es den kraftvollen Puls. Das macht es zugänglicher. Das ist kein Free Jazz, vielleicht ist es nicht mal Jazz, auch wenn da viel improvisiert wird. Kieran Hebden und Steve Reid treiben etwas auf die Spitze. Als Referenz würde neben den von mir genannten auch noch Miles’ On The Corner einfallen. Aber NYC ist sicher nicht so ein statement wie Ascension oder On The Corner. Eher eine Fußnote, aber eine reizvolle.
Btw hatte ich im Obskuritäten, Kuriositäten, Raritäten-Thread vor einigen Tagen das Album The Ascension (genau!) von Glenn Branca erwähnt. Auch da wird etwas auf die Spitze getrieben, aber ganz anders als bei Coltranes Ascension oder NYC.
--
“There are legends of people born with the gift of making music so true it can pierce the veil between life and death. Conjuring spirits from the past and the future. This gift can bring healing—but it can also attract demons.” (From the movie Sinners by Ryan Coogler)