Startseite › Foren › Fave Raves: Die definitiven Listen › „Sterne an“ – das nüchterne Bewertungsforum › Track by Track: Alben unter der Lupe › America – Hat Trick (1973) › Antwort auf: America – Hat Trick (1973)
Muskrat Love ****
=> Polarisiert unter den America Fans enorm. Sehr entspannt und zärtlich, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Qualitativ kommt es für mich nicht an ihre besten Sachen heran, aber stimmlich und musikalisch ganz nett umgesetzt.
Wind Wave ****1/2
=> Tolle Nummer, wohl die Beste aus Hat Trick. Wobei mir die Version aus dem Musikladen Auftritt (Radio Bremen 1975) nochmal besser gefällt, da etwas dynamischer. Vom Rhythmus her ähnlich wie später auch Tin Man Bossa Nova „flavoured“, auch rückwärts aufgenommene Stimmen sind zu hören. Außerdem erinnert mich dieser Song immer an meinen verstorbenen Jugendfreund.
She’s Gonna Let You Down ****
=> Klingt für mich inspiriert von der Mondscheinsonate von Beethoven, insbesondere in den Strophen für America ungewohnt düster gehalten. Eine weitere gelungene Ballade von ihnen.
Rainbow Song ****
=> Gelungen, reicht jedoch auch nicht an ihre Glanztitel heran.
Submarine Ladies ***1/2
=> Ist wohl die schwächste Nummer auf der A-Seite des Albums, was aber immernoch ein einer 3,5 mündet. Inklusive Banjo und Mundharmonika.
It’s Life ****
=> Den Schlussteil finde ich zwar nicht so besonders gelungen – auch gesanglich. Aber vor allem der Anfangsteil ist hervorragend melancholisch geraten, die Stimme von Peek passt in dem Fall auch sehr gut.
Hat Trick ***1/2
=> Komplexes Stück, von allen 3 Bandmitgliedern geschrieben und besteht aus 4 Teilen. Der erste Teil von Peek, eine dem Varieté nahe Shuffle Nummer mit Stepptanz und ihrem gewohnten Harmoniegesang, der diesmal aber mit einem gewissen Carl Wilson (Beach Boys) verfeinert wurde. Es folgt mit schönem Übergang eine Beckley Komposition, natürlich mit Piano aber auch E-Gitarre, schnelleren und langsameren Passagen. Der Übergang zum Stück von Bunnell wird durch eine längere Klavierpassage eingeleitet und ist wiederum eher ruhiger und pessimistischer gehalten. Ab der sechsten Minute dann nochmals eine etwas flottere Beckley Komposition mit leichten Ähnlichkeiten zu Only In Your Heart vom Voralbum.
Molten Love ***+
=> Zählt bis dahin zu den schwächsten Kompositionen von Dewey Bunnell, Stimmung ähnlich wie bei Muskrat Love sehr verschmust und süßlich, inklusive Congas und Streichern. Musikalisch aber immerhin mit gewissen Reizpunkten.
Green Monkey ****
=> Mochte ich vor vielen Jahren schon bei ihrem Auftritt bei Radio Bremen (Musikladen) gerne, obwohl ich ansonsten auch eher wählerisch bin bei solchen Rocksongs. Interessante Lyrics, an der E-Gitarre zu hören ist übrigens Joe Walsh (Eagles).
Willow Tree Lullaby ***1/2
=> Weidenbaum Schlaflied heißt es übersetzt, da weiß man schon was man erwarten darf. Die besondere Melodie fehlt hier tatsächlich, definiert sich eher über die Akustikgitarren, den Harmoniegesang und die leicht bedrückte Stimmung.
Goodbye ****
=> Diese Beckley Nummer zählt gewiss zu den besten Songs dieses eher etwas schwächelnden dritten Albums. Erinnert mich etwas an die Beatles, insbesondere McCartney kommt in den Sinn.
Gesamt: * * * 1/2+
Kommt für mich leider nicht an ihre ersten beiden Alben heran. Es hat durchaus einige gute Momente, aber insgesamt wirkt das Material für America-Verhältnisse etwas unausgewogener und stellenweise ist es mir auch zu süßlich. Auch das ambitionierte Titelstück „Hat Trick“ ist zwar hochinteressant arrangiert, verliert sich aber ein wenig in seinen vielen Einzelteilen.
--