Antwort auf: Gitarrenkauf

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ewaldsghost

Registriert seit: 19.07.2016

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Hoffentlich ist Tommys Gitarre in wertschätzende Hände gekommen. Fühlt sich etwas seltsam an, jetzt hier weiterzumachen.

Ich wollte schon immer eine E-Gitarre spielen, seit ich 15 bin. Hat sich komischerweise all die Jahre nie ergeben. Zu einem runden Geburtstag vor gut 10 Jahren habe ich mir dann einfach mal eine Epiphone Les Paul gekauft („wenn du jetzt nicht damit anfängst dann nie“), mit einem digitalen Modeling Amp. Gibson war mir zu teuer, habe aber die Pickups der Epiphone durch originale von Gibson ersetzt. Damit hatte ich jahrelang viel Freude, mit justinguitar ein paar Griffe gelernt, konnte leider nur selten laut spielen, oft mit Kopfhörer. Irgendwann ging’s aber nicht mehr weiter, ein paar Jahre dann gar nicht mehr geübt, mehr mit Synths beschäftigt.

Seit zwei Jahren habe ich nun einen sehr schönen Übungsraum, bei dem Lautstärke nach aussen keine Rolle spielt. Und habe das Gitarrenspiel wieder angefangen, mir dazu noch einen Marshall-Röhrenamp zugelegt. Übe öfter, werde langsam etwas besser. Entdecke, wie wichtig strum patterns sind um vorwärts zu kommen und vor allem Freude beim Üben zu haben.

Und dann, im Spätherbst, Lust auf eine Stratocaster bekommen und mir eine gekauft. Genauer gesagt habe ich sie mir in einem Anflug von finanzieller Unvernunft (es ist eine US-Strat) und „Habenwollen“ einfach geordert, nicht gerade der optimale Weg um zum Instrument seiner Träume zu kommen. Nach 10 Minuten am Amp wußte ich: Die geb ich nie wieder her.

Seitdem spiele ich dieses Instrument wann immer ich kann. Stundenlang, manchmal bis mir die Finger bluten. Ich kann von diesem Stratklang einfach nicht genug kriegen. Dazu muss ich sagen dass ich z.B. immer noch keine Solis oder Gegniedel kann, meine Fähigkeiten beschränken sich auf die Basic Chords + ihren Varianten, mit denen ich in improvisierten strum patterns manchmal eine halbe Stunde lang ununterbrochen in wechselnden Akkorden und Rhythmen den Raum mit Klangteppichen und spontan selbstausgedachten Riffs auslege. Ich spiele dabei meistens clean mit leichtem bis mittleren gain, dazu Echoes/Delay und manchmal Distortion, so in Richtung Echo and the Bunnymen oder Slowdive, um ganz grob die Richtung zu skizzieren. Die stilistische Beschränkung stört mich nicht, das ist gerade genau das was ich machen will, und dazu geben mir selbst meine beschränkten spielerischen Fähigkeiten einiges an die Hand.

Nochmal zu der Frage die hier kurz aufkam, ob Banausen teure Instrumente goutieren können: Ja, absolut. Meine Epiphone Les Paul  ist ein tolles Instrument das ich nicht missen möchte, aber diese US-Strat ist noch mal eine andere Liga. Verarbeitung, Bespielbarkeit… man will sie einfach immer nur spielen. Ob eine Mexico-Strat für die Hälfte des Preises nicht für mich gereicht hätte? Keine Ahnung, ist mir auch egal.

Außerdem im Laufe der Jahre dazugekommen ist noch eine Epiphone Emperor Swingster, die man wunderbar auch ohne Amp spielen kann.

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