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Abdullah Ibrahim Trio – Yarona | Wie sehr ich dieses Album liebe, ist ja bekannt – es steht in meiner inzwischen eingereichten Liste, war ja klar. Ibrahim in der Form seines Lebens mit Marcus McLaurine am Kontrabass und George Johnson am Schlagzeug, live im Sweet Basil in New York – das hier wie eine Konzerthalle oder eine Kirche klingt. Wir hören den Bass vibrieren, kriegen jede Nuance der Besen auf den Fellen mit, hören Ibrahim leise mitsingen. Ein paar Töne braucht er im Opener „Nisa“ nur und die Aura ist gesetzt. Dann ein Riff, in das die Rhythmusgruppe einfällt, flexibel und dehnbar wie das singende Klavier des Leaders. Bald wechselt Johnson an die Sticks, gibt Schub. Das Trio hebt ab und kommt erst gute 50 Minuten später wieder zur Ruhe, wenn das Album viel zu schnell zu Ende ist. Auf dem Programm steht zwar eine Art „Best of“-Auswahl, aber das ist alles so perfekt verwoben, dass es mir schwer fällt, Highlights zu nennen: „African River, „African Marketplace“, das diekt in „Tintinyana“ übergeht … McLaurine kriegt ab und zu etwas Raum, lässt seinen Bass für ein paar Takte singen, während der Leader in sich horcht und dann neu ansetzt. Es gibt haufenweise magische Momente hier: den Übergang von „Duke 88″zu „Cherry/Mannenberg“, den Einsatz des wirbelnden Schlagzeugs in „Tuang Guru“ – und dann ist da der lakonisch-perfekte Closer, „Barakaat“.
Die Aufnahmen entstanden am 13. und 14. Januar 1995 – und ich hatte das Album schon im Enja-Faden vorgestellt.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba