Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Andrew Hill – Nefertiti | Nochmal ein Jahr zurück in den Januar 1976 – auf dem Tray der Test of Time CD steht halt 1977, drum lag die falsch im Stapel … mit Richard Davis und Roger Blank – und auch schon im langen Solo-Intro des Openers „Blue Black“ – ist der Sound dunkler. Das klingt alles zerklüfteter, wuchtiger als „Invitation“, spricht mich eher noch mehr an, weil es ja auch eher Hill-typisch ist. Blank hat auch einen leichten Sound, die Besen auf der Snare klingen super (David Baker hat die Aufnahme in den Vanguard Studios gemacht), Davis ist natürlich mit Hills Musik sehr vertraut … alle drei finden in einer ständigen Nervosität zusammen, die mir sehr gut gefällt. Es gibt auch ruhigere Momente, etwa im Titelstück (von Hill natürlich, nicht von Shorter), wo Davis am Bogen zu hören ist und in einer hohen, eher cello-artigen Lage Liegetöne unter Hills Klavier legt, das hier von einer Unbedingheit ist, wie ich sie gerade bei Mary Lou Williams gehört habe (oder aktuell eben bei Amina Claudine Myers). Das Album wurde auch für East Wind eingespielt, ich habe in diesem Fall aber die test of Time CD-Ausgabe – und die lief noch viel zu selten, was bei mir aber überhaupt für fast alles von Hill nach 1967 gilt.

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