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Teddy Wilson – Three Little Words | Die Aufnahme ist dem „Black and Blue open air studio in Nice“ zugeschrieben – das ist, soweit ich weiss, eine Location vom Nice Jazz Festival, von wo es bei Black & Blue ja auch einige Aufnahmen gibt, mal mit oder – wie hier, am 14. Juli 1976 – ohne Publikum. Milt Hinton ist am Bass dabei, ein alter Mitstreiter von Wilson, der im Titelstück, nach dem öffnenden „St. Louis Blues“, auch gleich ein Feature kriegt. Was mich an sein eigenes B&B-Album erinnert, ein Klaviertrio mit Cliff Smalls und Sam Woodyard, drei Tage später am 17. Juli aufgenommen und in meiner Erinnuerng auch ein gutes Albums, aber das höre ich nicht auch noch an, die Zeit wird ja eh längst knapp*. Wilson klingt natürlich auch hier super, nach Harris und Flanagan gestern und vor Hank Jones schon gut, ihn mal wieder in Erinnerung zu rufen. Die Stücke sind hier auch kurz (2:30 bis 4:30, die CD mit vier Bonustracks vom selben Tag ist auch bloss 52 Minuten lang, 14 Stücke) – doch im Gegensatz mit Flanagan wirkt hier nichts verknappt oder versüsst oder komprimiert, weil die Spielhaltung halt eine andere ist, Wilson jeden Moment so ausgestaltet, dass er sich richtig entfaltet, nicht erst durch irgendwelchen Themen oder Arrangements durch muss, um danach loszulegen.
*) Ellis Larkins (s.o.), Jimmy Rowles (nur „Shade and Light“, nicht auch „Granpa’s Vibrato“) und zweimal Hank Jones („Compassion“ ist grad verschollen) liegen von Black & Blue noch auf dem Hörstapel; nicht hervorgesucht oder wieder aus den Hörstapeln genommen habe ich: „After Hours“ von Gene Rogers (1972), „Safari Stomp“ von Claude Hopkins, „Hey There!“ von Sir Charles Thompson, „Caravan“ von Jo Jones (alle 1974), „Walla Walla“ von Johnny Guarnieri (1975), „Excuse Me Ludwig“ von Major Holley (1976), Runde zwei von Gerry Wiggins, „A Beautiful Friendship“, „Easy to Love“, das damals unveröffentlichte Album von Ram Ramirez (alle 1977), „Cliff Smalls featuring Oliver Jackson and Leonard Gaskin“, Mary Lou Williams live in Nizza (beide 1978), „Oliver Jackson feat. Cliff Smalls and Leonard Gaskin“ (1979), und auch das späte „Move“ von René Urtreger (1995). Es gibt überraschend viel Klaviertrio auf dem Label, das ich allgemein eher mit Bläsern und Orgel (Guy Lafitte, Lockjaw, Milt Buckner, Buddy Tate …) verbinde.
Danke für die weiteren Überlegungen zum Bass-Sound – gut möglich … irgendwer müsste doch dazu mal in einer Autobiographie oder so geredet haben? Was ich im Kopf habe (woher weiss ich nicht genau, glaub nicht aus einem Buch) ist, dass Mingus Pick-Ups ablehnte und lier ein Mikrophon vor den Bass stellte – drum hört man ihn dann in Monterey auch mit den Badeschlappen im Takt dazu stapfen. Heute sind die Tonabnehmer in der Regel ja kein Problem mehr bzw. man kann den Sound halt so oder anders einstellen – aber ich mag tatsächlich vom Klang her in Konzerten bis heute die Bassisten am liebsten, die sich an Mingus halten.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba