Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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vorgarten

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gypsy-tail-windDas mit den Labeln und dem Bass-Sound ist echt interessant: Black & Blue, Steeplechase: kein Problem, Enja ja auch eher selten, wie ich’s erinnere? Und wenn Japaner in Japan oder den USA produzierten, ist das ja auch kein Ding. Es scheint sich mehr oder weniger auf die US-Label zu beschränken, die den Sound irgendwie toll gefunden haben müssen … rätselhaft. Bei Brackeen hab ich mich sogar gefragt, ob das schon eine digitale Produktion sein könnte – so rein vom Klangbild her. Aber dafür ist 1975 natürlich noch zu früh (von Decca hab ich eine Klassik-Box mit „Analogue Years“, das geht bis 1979/80, bei den Jazzlabeln war der Übergang dann wohl leicht verzögert, von Columbia/CBS und den anderen Major Labeln vielleicht abgesehen).

ich erkläre mir das immer so: mitte der 70er wird es auch im jazz lauter, und die bühnen, die es dafür noch gab, waren sehr groß. die deshalb am akustikbass verbauten tonabnehmer sind, glaube ich, problematisch, weil so viel an ihm mitschwingt und -vibriert – deshalb sind die ersten lösungen da vielleicht klanglich eher unbefriedigend. (ich weiß nicht, wie akustikbassisten das heute machen auf großen bühnen).

der transfer ins tonstudio ist wahrscheinlich eine sache der philosophie: entweder baut man dem bass eine kabine, mikrofoniert ihn nah und hat dafür den natürlichen sound (wie bei den oben beschriebenen labeln, in den USA brauchte es dafür den marsalis-moment), oder man lässt die leute so spielen, wie sie es auch live zu der zeit getan haben, mit den instrumenten, die sie dort einsetzen.

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