Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

#12579641  | PERMALINK

vorgarten

Registriert seit: 07.10.2007

Beiträge: 13,364

ein paar knaller und fragezeichen – letzteres eigentlich nur das schöne album von bob hurst mit kenny kirkland und elvin jones, das sehr entspannt und gutklingend daherkommt, aber eine scheinbar insgeheime verabredung vor sich herträgt, nicht an irgendwelche grenzen zu gehen oder überhaupt ein bisschen reibung zu erzeugen. schade, denn kirkland hat sonst nicht im trio aufgenommen.

bestes kikuchi-trio-album für mich – bei wirklich großer konkurrenz – nach wie vor MILES MODE, das die richtige mischung aus abgründigen balladen und aufgekratzten morsezeichen-improvisationen hat. mir scheint da einfach der moment gestimmt zu haben, die drei sind außerstande, irgendwas zu spielen an dem tag, was nicht interessant ist – spannend auch das andere miles-hommage-trioalbum der zeit, jarretts BYE BYE BLACKBIRD, das wesentlich gediegener daherkommt, aber auch schön ist.

bobo stenson: das ist einfach sehr schön, mit dem großen singenden bass von anders jormin und dem ausschwingenden letzten stück.

schließlich geri allens aktualisierung ihrer bisherigen klaviertrios, als aufneahmetechnischer punk (das klingt unfassbar schiefgegangen) und spieltechnischer dopaminrausch – auch die standards auf krawall gebürstet, gegenseitige anstacheln von drummer und pianistin, und ron carter macht ultracool genau das richtige dazu. das steht 1993 wie ein bulldozer im feld der neotradition.

außerdem habe ich nach gypsys hinweis gestern die beiden thad-jones-hommage-alben von hank jones und tommy flanagan gehört, letzteres gefiel mir sehr viel besser, UPON REFLECTION war mir zu gediegen (tatsächlich komme ich mit dem späten hank jones wohl gar nicht gut klar, fiel mir dann auf).

--