Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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redbeansandrice
Garrick im Trio kann ich mir tatsächlich nicht so richtig vorstellen, die Farben der Bläser scheinen mir essentiell, muss ich mir mal anhören…

Ich fand’s heute super … aber im Kontext mit anderen Garrick-Alben mochte ich auch die mit Bläsern und Winstone immer lieber. Ich denke, das ist aber unfair, denn das Trio ist echt schön und ein Klavier kann das alles an Farben eben auch – bloss denkt man nicht dran, wenn man seine grösser besetzten Sachen im Kopf hat.

redbeansandrice
Von Joe Albany hatte ich mir neulich auch was angehört (das Album aus den 60ern, das auf Revelation und Spotlite erschien), es macht irgendwie Spass, schön, dass es dokumentiert ist, aber für die Spitzengruppe ist es nichts…

Das aus den 60ern kenne ich nicht – aber eben, spätestens ab den Siebzigern sind solche Alben ja recht zahlreich … ich hab grad noch das von Sadik Hakim (Argonne Thornton) auf Steeplechase hervorgekragt (und dabei erfreulicherweise das neulich verschollene von Joe Bonner mit Johnny Dyani in die Finger gekriegt). Klar ist das nichts für die Sptizengruppe. Auch die Sachen von, was weiss ich, Al Haig, Walter Bishop, auch Ronnie Mathews, Richard Wyands … das ist nicht wie bei Tommy Flanagan, der immer besser wurde … mein Hank Jones-Favorit wär auch ein spätes Album, „Upon Reflection“ – das zieht sich ja bis in die Neunziger mit diesen Alben, aber die „vergessenen“ Leute waren bis dahin dann meistens halt doch schon tot, wenigstens in der Regel zu früh, als dass sie von der Promotionsmaschine, die in den Achtzigern allmählich angelaufen ist, noch hätten profitieren können (und vermutlich hätten sich ja Marsalis und Crouch auch nicht für einen Haig, Wallington [der nahm halt spät nur noch solo auf], Hakim oder Albany interessiert … würd mich jedenfalls eher überraschen). Bei Mary Lou Williams ist es zumindest so, dass die späten Sachen wenigstens so gut sind wie die frühen und dass sie immer neugierig und am Puls der Zeit blieb).

Bei mir läuft jetzt noch ein Album von 1973, das ich eben doch nochmal anhören muss:

Hal Galper – Inner Journey | Hal Galper irgendwann 1973 mit Dave Holland und Bill Goodwin, auch mit unschönem Sound halt, weit weg von Favoritenstatus, aber schon recht gut. Schöne Voicings, gute Grooves … ansprechende Originals (plus „My Funny Valentine“ in einer nur mittelguten Version und Ellingtons „Take the Coltrane“ als „Taking the Coltrane“). Wir sind hier – so in Sachen Sound – auch in einer Zeit angekommen, in der „acoustic piano“ aufs Cover gedruckt wird, damit keine Missverständnisse entstehen.

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba