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Georges Arvanitas Trio – Live Again | Am 13. Januar 1973 spielt das Trio von Georges Arvanitas mit Jacky Samson und Charles Saudrais in Levallois und Futura ist zur Stelle, um das Geschehen zu dokumentieren. Neben Klassikern („In Your Own Sweet Way“, „Lover Man“ als grosses Bass-Feature, Stella by Starlight“ mit dem Bass im Lead und einer langen Solo-Kadenz von Arvanitas, „Yesterdays“ mit gestrichenem Bass im langen Rubato-Intro, „Con Alma“ als virtuos-mitreissender Closer) stehen auch ein paar Originals auf dem Programm: „Sing Sing und „Electric“ von Arvanitas und „Indian“ von Arvanitas/Saudrais. Auf den beiden letztgenannten wechselt Arvanitas ans E-Piano – ein Hohner mit Wah-Wah-Pedal, wie Arvanitas in den Liner Notes erläutert. Und wo ich den Opener von Brubeck höre, denke ich, ich hätte halt doch nicht mit Evans Nachhören aufhören sollen … denn einiges, was Arvanitas hier spielt, scheint ganz direkt aus dessen Harmonie-Küche zu kommen. Und Samsons Bass in zwei erinnert natürlich auch an die Linie, die da von Chambers über LaFaro zu Gomez läuft. Das Trio ist ja üblicherweise auf Platte her die Begleitband für Hauptattraktionen wie Dexter Gordon, Sonny Criss, Ben Webster etc., aber auch ohne solche klingenden Namen unbedingt hörenswert (schon auf dem Album „In Concert“ von 1969/70, das bei mir grad unauffindbar scheint, „Indian“ ist dort auch schon drauf und wie hier wieder das längste Stück). Die drei entwickeln gemeinsam einen unglaublichen Drive – und sind, wenn sie mal richtig loslegen, weit weg von Evans, energetisch eher beim Jamal Trio der Zeit (bzw. von 1970/71, denn von danach kenne ich wieder lange nichts). Das ist Musik ohne die Nuancen von Garrick, den Freigeist von Beck, den Groove von Haider oder die Abgründe von Kessler – aber von allem ist eine Prise dabei und das Ergebnis ist durchaus auf der Höhe der Zeit (vielleicht, wie es die Aufnahmen von Hampton Hawes sind? Wobei ich da ja auch grad pausiere und zwischen dem Jazzhus Montmartre und dem Jazz Showcase eh eine – E-Piano/Gitarren- – Lücke habe). Das tolle hier ist, dass das eine echte Working Band ist, die ein recht breites Spektrum abdeckt, aber als Trio doch eine erkennbare Handschrift hat.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba