Startseite › Foren › Über Bands, Solokünstler und Genres › Eine Frage des Stils › Blue Note – das Jazzforum › Das Piano-Trio im Jazz › Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz
redbeansandrice
gypsy-tail-windOh, ich lass die anderen bloss aus Zeitgründen weg – und weil die eh alle nicht in meine Top 20 gehören. Welche ich wie gut fand, weiss ich nicht genau, aber in der Erinnerung ist „Voices“ am stärksten.
In meiner Top20 wird es voraussichtlich viermal Kikuchi geben, Poesy, Sunrise und die beiden Tethered Moon Alben, die vorgarten oben gepostet hatte … Aber natürlich ist, genau wie bei Hawes, die Frage, wie groß die Spitzengruppe sein darf, und was sonst noch in die Liste muss…
Die ewigen Fragen bei solchen Listen
Ich glaub, meine wird die klassischste hier, weil bei so manchem (inkl. Tethered Moon) keine langjährigen oder klar etablierten Favoriten vorhanden sind. Es ist so oder so keine leichte Aufgabe!
—
Hier die nächste Runde, wieder aus London:

Howard Riley – Flight | Im März 1971 ist jetzt Tony Oxley dabei, und das merkt man schon im lärmig-stillen Opener, „Motion“ von Riley, die ganze A-Seite füllend. Der Bass kratzt und schabt (Lachenmann im Fortissimo), im Klavier werden Saiten und Objekte bewegt, und Oxley bewegt das alles mit seinen Becken, Trommeln, Glocken, Schellen, Ketten und anderen Objekten noch einmal mit, fast könnte man denken, dass hier auch noch das Studio oder ein Zuspielband mit elektronischer Musik im Spiel ist. Der Tag, den das Vorgänger-Album heraufbeschwörte, ist in der Zwischenzeit wohl gekommen, denn dazwischen fand ein Durchbruch statt in die völlig freie Musik. Gewisse Neuerungen – auch mit Strom – gab es tatsächlich, wie Riley im kurzen Kommentar zur Platte schreibt: „By incorporating new techniques into the group (Tony Oxley’s frame and amplification, and his use of knitting needles rather than drum sticks at certain points. Barry Guy’s amplifier and foot pedal) we can utilise a far wider sound spectrum. So, in the course of one improvisation, we can use instrumental sounds traditionally associated with musc, or sounds associated more with electronic music, or we can combine the two elements simultaneously. It all adds up to a broader range of feelings and ideas.“ – Riley ergänzt aber auch, dass – wie immer bei seinem Trio – keine „only in the studio“-Techniken wie Overdubs zum Einsatz gekommen seien, alles also im Augenblick vom Trio gespielt wurde. Das sprengt dann dennoch fast den Rahmen dessen, was man sich unter „Klaviertrio“ im Jazz so vorstellen mag – allerdings ist das grossartig!
--
"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba