Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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Gary Peacock Trio – Eastward | Abend- und Morgenmusik von Gary Peacock, aufgenommen in Kawaguchi bei Tokyo im Februar 1970 mit Masabumi Kikuchi und Hiroshi Murakami, und Peacocks Debut als Leader. Ein lyrisches Album von einer Stunde länge (müsste heute als Doppel-LP neu aufgelegt werden, die Originalpressung kann ja nichts taugen ;-) ) mit Stücken, die ich am ehesten in der Nähe von Herbie Hancock höre von den Stimmungen her („Empyrean Isles“, „Maiden Voyage“, „Speak Like a Child“), ruhige Atmosphäre auch wenn es bewegt wird, ein singendes Klavier (kein singender Pianist) mit sehr schönen Touch, der Bass natürlich sehr präsent, eigentlich im Lead, aber das setzt sich auch als Trio super zusammen. Die Tempi sind meist getragen, was den Musikern aber Verdichtungen und Doppelungen erlaubt, ohne dass Hektik aufkäme. Ostinatos, Orgelpunkte, offene Akkorde … nur das kürzeste Stück in der Mitte ist schnell und hat eine ausgereifte Struktur, über die Kikuchi dann ein halbes Telegramm-Solo spielt. Dessen „Little Abi“ ist als zweitletztes Stück auch schon dabei. Der Closer ist dann auch von Beginn an wieder bewegter, zupackender – das einzige Stück vom ersten Aufnahmetag und Murakami spielt hier lauter und auch etwas schneidiger auf als meistens hier. Auf der Rückseite des Covers gibt es ein Close-Up von Peacocks Händen auf dem Griffbrett:

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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba