Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

#12578889  | PERMALINK

gypsy-tail-wind
Moderator
Biomasse

Registriert seit: 25.01.2010

Beiträge: 69,788

The Chris McGregor Trio – Our Prayer | Noch eine Runde von 1969, genaues Datum unbekannt, aber aufgenommen in London (Sound Techniques) am selben Tag wie die Septett-Session „Up to Earth“. Drauf gekommen natürlich wegen Barre Phillips, der hier mit Louis Moholo ein freigeistiges Gespann bildet, das McGregor vielleicht nicht so emanzipiert entgegentritt, wie das beim Trio von Siegfried Kessler der Fall ist, aber ein sehr freier Geist weht auch hier, obwohl die Musik durchaus auch im Cape Jazz und seinen Riffs und Grooves verwurzelt bleibt. Es gibt hier zuerst drei kürzere Stücke und dann im zweiten Teil ein langes, fast 26 Minuten. Bis auf das hektische dritte von Phillips hat sie alle McGregor komponiert. Was McGregor zu dem Zeitpunkt alles absorbiert hat, weiss ich nicht so genau, aber auf jeden Fall einiges, bis hin zu Cecil Taylor und den anderen Free Jazzern, denen er viel näher verbunden ist als etwa Monk. Und natürlich trägt das nervöse Schlagzeug von Moholo, flächig und zugleich immer wieder in der Attacke, sehr viel bei zum Erfolg dieses Albums, das erst mit sehr viel Verspätung (zusammen mit „Up to Earth“) 2008 bei Fledg’ling herauskam. Zum Glück sind diese Aufnahmen herausgekommen!

(Falls ich von 1969 noch was Wichtiges nachhören sollte, bitte ich um einen Hinweis :-) )

--

"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba