Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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gypsy-tail-wind
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The Wynton Kelly Trio – Full View | Paul Chambers war bis zu seinem frühen Tod ein gefragter Mann. Wenn er nicht konnte, sprang im Wynton Kelly Trio öfter mal Ron McClure ein, so auch im September 1966, als bei drei Sessions dieses Milestone-Album entstand. Dass der Bassist nicht fix dabei war, erahnt man aufgrund des Resultates nicht. Sein Spiel ist vielleicht etwas tieftöniger und behäbiger als das von Chambers, aber es fügt sich hervorragend zum Flow von Cobb. „I Want a Little Girl“ ist schon mal ein klasse Opener die restlichen acht Stücke mischen Klassiker, Pop und Originals von Kelly („Scufflin'“) und seinem Freund Rudy Stevenson (der Walzer „I Thought“ sowie „Dontcha hear Me Callin‘ to Ya“). „Walk On By“ steht am Ende, es gibt auch „On a Clear Day“ (auch Teil des Left Bank-Mitschnitts mit Joe Henderson), „What a Diff’rence a Day Makes“, „Autumn Leaves“ und „Born to Be Blue“ – ein schönes Programm also, kurz gehaltene Stücke, aber auch die geben dem Pianisten Raum für zahlreiche tolle Soli. An Ideen mangelte es Kelly echt nie, und auch wenn er funky wird, driftet er nie in Klischees ab. Ich mag sein Spiel wahnsinnig gerne – und wünschte mir, es gäbe nur halb so viele Aufnahmen wie von Bill Evans … Wynton Kelly ist ein Lieblingspianist ohne richtiges Lieblingsalbum – in meine Liste gehört er auf jeden Fall, der heisseste Kandidat ist das erste Vee Jay-Album mit Philly Joe Jones.

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