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Paul Bley – Ramlin‘ | Das Trio-Album, das Bley am 1. Juli 1966 im RCA Studio in Rom mit Mark Levinson und Barry Altschul machte, erschien drei Jahre später bei BYG in Paris. Es ist nicht so dicht und auf Interplay ausgelegt wie die frühen Sessions mit Peacock, nicht so karg wie etwas spätere Aufnahmen … vielleicht setzt sich das alles gerade wieder zusammen, aber ich bin von all diesen Bley-Aufnahmen beim aktuellen Durchgang etwas weniger fasziniert als beim letzten Anlauf vor ein paar Jahren. Hier gibt es von allem etwas: Annette Peacock („Both“, „Touching“), Carla Bley („Albert’s Love Theme“, „Ida Lupino“), Ornette Coleman („Ramblin'“), es gibt Grooves und Stillstand, Melodisches, Rhythmisch Treibendes – und bei aller Freiheit auch immer wieder tolle Akkorde von Bley, interessante Voicings auch in den Stücken, die er damals ständig spielte. Altschul hat das alles drauf, dass es Levinson später ins Hi-Fi-Feld verschlug (mit Kim Catrall verheiratet war er auch noch, lebt laut Wiki seit 2007 in der Schweiz, wurde vor zehn Tagen 79 Jahre alt), ist keineswegs folgerichtig – er ist bloss nicht so agil wie Peacock (oder Red Mitchell, oder Chuck Israels), hat aber einen tollen Sound und auch einen tollen Beat, was auch in dieser freieren Musik durchaus von Belang ist.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba