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Wynton Kelly – Blues On Purpose | Im Opener, dem Titelstück von Rudy Stevenson, klingt Chambers‘ Bass im ersten Moment auch fast wie ein Cello, wenn er das Thema präsentiert. Aufnahmen vom Wynton Kelly Trio gibt es leider nur recht wenige – bzw. wenige im Trio. Dieses Album erschien erstmals 1983 und enthält sechs Stücke, die am 25. Juni, 2. Juli und 17. August 1965 im Half Note aufgenommen wurden. Kelly trat im New Yorker Club mit dem Gitarristen Wes Montgomery auf, der dem Trio jeden Abend ein eigenes Set gewährte. Den Opener und das folgende „If You Could See Me Now“ – ein tolles Balladen-Feature für den Pianisten – hatte Kelly schon aufgenommen, hier folgen seine Originals „Somebody’s Blues“ (mehr oder weniger „No Blues“) und „Another Blues“ und da ist das Trio maximal in the pocket, Chambers spielt ein tolles Solo im ersten, Cobb setzt seine sich ständig verändernden Akzente und glänzt besonders im zweiten, schnellen Stück, wo er auch ein Solo kriegt, nachdem Kelly davor über viele Chorusse im Flow ist. Dann gibt es mit „Old Folks“ noch eine Ballade, bevor „Milestones“ von Miles Davis (das Stück vom 1958er-Album) das Album rasant und mit einem weiteren Solo von Cobb abschliesst. Hier kann man quasi Fliege an der Wand spielen und das Trio bei der Arbeit hören, das wirkt alles sehr tight und die Grooves sitzen – auch Chambers‘ Arco-Spiel bereitet dem Zeitpunkt keine Mühe mehr. Einzig der etwas dumpfe Sound, unter dem vor allem Jimmy Cobbs Drums etwas leiden, trübt die Freude ein wenig.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169 – 13.01.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba