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Junior Mance Trio – Happy Time | Das finde ich tatsächlich auch ein sehr schönes Album …
vorgarten
mance, carter, roker, happy time (1962) das ist der deutlich fröhlichere gottesdienst (im vergleich zu parlan), nicht nur sind die soul-elemente nach vorne gestellt, das crispe bass/schlagzeug-team entwickelt spaß aus der präzision. keine ahnung, warum ich mir das mal angeschafft habe (außer, weil es gut ist) – vielleicht wegen carter/roker, die ja auch das rückgrat von hancocks SPEAK LIKE A CHILD bilden, was wiederum ein schönes trioalbum gewesen wäre, hätte hancock das nicht langweilig gefunden und noch dunkle bläserwolken beigefügt (was ich ihm nicht verübeln kann, er wusste, was er tat).
… die Frische, der tolle Sound der drei (eingefangen wie üblich in den Plaza Sound Studios in NYC von Ray Fowler, der für einen grossen Teil des Riverside/Jazzland-Katalogs zuständig sein dürfte), das gut gewählte Repertoire, in dem Lunceford („For Dancers Only“ von Sy Oliver) neben Waller („Jitterbug Waltz“) und Gillespie („Tin Tin Deo“ von Pozo/Fuller) seinen Platz findet, der „Simple Waltz“ von Clark Terry das Set beendet, dazwischen nach dem Titelstück zum Einstieg noch zwei Mance-Stücke aber auch „Azure Te“ (Musik von Wild Bill Davis, Text von Donald Wolf, 1952 von Sinatra in die Charts gebracht, davor von Louis Jordan aufgenommen, später auch von Nat Cole und George Shearing). Da merkt man, wie tief Mance in der Jazztradition verwurzelt ist – und ich nehme ihm das auch mehr ab als anderen (z.B. dem, von dem ich als nächstes gleich wieder was hören werde). Mance spielt die Stücke nicht, um Ausgangsmaterial zu haben sondern versenkt sich tief in sie – der „Jitterbug Waltz“ wird gerade zu neu erfunden, als eine Art Blues-Balladen-Walzer mit leichtem Beat von Roker, tiefem und sparsamem Bass von Carter und dem perlenden Piano drüber, das eher zwischen Wilson und Jamal zu changieren scheint als sich direkt auf Waller zu beziehen – aber der steckt ja eh fast überall irgendwie mit drin … auch aktuell von den bisher gehörten Mance-Alben (und auch den anderen, die ich grad so einigermassen im Kopf habe) mein liebstes.
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #170: Aktuelles von Jazzmusikerinnen – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba