Antwort auf: Das Piano-Trio im Jazz

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vorgarten

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sun ra, burnett, samarai celestial, god is more than love will ever be (a.k.a. days of happiness, 1979)

man kann klaviertrio auch ganz anders machen. obwohl: bis auf ein paar overdubs (als kosmisches klavier-echo) im ersten stück ist das hier völlig klassisch instrumentiert, in einer session entstanden, mit emanzipierter begleitung (beide damals ziemlich neu im ra-kosmos) und eine super gelegenheit, den klavierstil des leaders zu studieren. es gibt eine vamp-struktur, die aber fortlaufend unter spannung gesetzt wird. sun ra entwickelt ganz unterschiedliche ornamente, die atmosphäre wechselt ständig, es bleibt aber alles sehr wiedererkennbar. der drummer samarai celestial (erste aufnahme mit sun ra hier) begleitet sehr elastisch, hält den kontakt zum unterliegenden groove, geht aber eigene wege. dazwischen spielt der pianist auch mal eine art barrelhouse blues, was wirklich in diesem kontext sehr eigen ist. am schönsten aber ist die stimmung, wenn auch als wechselbad, das majestätische, ein bedächtiges schreiten, während man blumen pflückt oder sterne zählt.

kennt man eigentlich erst so richtig seit 2018 wieder, als ein reissue auf cosmic myth records erschien, was aber auch nur auf eine der wenigen brauchbaren vinylausgaben zurückgreifen konnte, die auch mal als DAYS OF HAPPINESS im umlauf waren.

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