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Ich finde die Diskussion(en) schon irgendwie erhellend, einfach weil sie zum Nachdenken und eben auch: zum Widerspruch anregen. Der Punkt von thelonica oben, Harris habe ja viel Bebop gespielt – das scheint so quasi die allgemeine Weisheit zu sein, Harris der Bebopper unter den Hard Boppern (und frühen Soul Jazzern) und das stimmt ja irgendwie auch … die Idee von Schönheit, die seine Musik transportiert, die gibt es vielleicht wirklich nur im Bebop, aber nicht im Hard Bop? Allerdings macht da lustigerweise – und auch völlig nachvollziehbar argumentiert – Rosenthal gerade den Punkt, dass Harris eben ganz viel mehr machte als Bebop … und in der Hinsicht (meine Ergänzung, explizit sagt Rosenthal das nicht, muss er bei dem Buchtitel aber auch nicht unbedingt) eben doch stark in der Hard Bop-Zeit verankert ist.
Aber interessanter bzw. für mich die grössere Entdeckung finde ich, dass Betty Carter ihren Junglöwen-Pianisten gesagt hat, sie sollen sich ein Vorbild am Sound von Gene Harris nehmen – darauf wäre ich nun echt nicht gekommen. Und dann den Punkt mit der extremen Langsamkeit, den ja eine ähnliche Legende (wie Carter) perfekt verkörpert hat, obendrein auch als Pianistin: Shirley Horn. Schade, hat sie nie ein Trio-Album gemacht (es gibt ja ein instrumentales mit Toots Thielemans … das hätte man noch eins weiter denken können; wie es ist, könnte man sich allenfalls mit vereinzelten Instrumental-Tracks was zusammensetzen, aber ich hab aus dem Gedächtnis keine Ahnung, ob das auf Albumlänge käme oder drunter bliebe).
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"Don't play what the public want. You play what you want and let the public pick up on what you doin' -- even if it take them fifteen, twenty years." (Thelonious Monk) | Meine Sendungen auf Radio StoneFM: gypsy goes jazz, #169: Pianistinnen im Trio, 1984–1993 – 13.01.2026, 22:00: #170 – 19.02.2026, 20:00; #171 – 10.03.2026, 22:00; #172 – 14.04.2026, 22:00 | Slow Drive to South Africa, #8: tba | No Problem Saloon, #30: tba